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	<title>FazitOnline. Wirtschaft und mehr. Aus dem Süden. &#187; Peter Bermann</title>
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	<description>Die Webseite von Fazit.</description>
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		<title>Warum SPÖ-Wähler den Mond nicht mögen</title>
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		<pubDate>Fri, 29 Oct 2010 12:55:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Peter Bermann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fazit 66]]></category>

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		<description><![CDATA[Wo die Macht ist, da ist oben. Wo die Ohnmacht ist, da ist unten. Das war so vom  Anbeginn der Zeit, und das wird so bleiben bis zum Jüngsten Tag. Die unsterblichen Götter wohnen auf dem Olymp, die sterblichen Menschen hausen drunten in den staubigen Städten. Die Feldherren schauen vom Feldherrnhügel hinab auf die Schlacht, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wo die Macht ist, da ist oben. Wo die Ohnmacht ist, da ist unten. Das war so vom  Anbeginn der Zeit, und das wird so bleiben bis zum Jüngsten Tag. Die unsterblichen Götter wohnen auf dem Olymp, die sterblichen Menschen hausen drunten in den staubigen Städten. Die Feldherren schauen vom Feldherrnhügel hinab auf die Schlacht, der gemeine Soldat verendet auf dem schlammigen Schlachtfeld. Und auch in Friedenszeiten gilt offenbar die gottgewollte Ordnung.  Nur im Wahlkampf ist alles anders.<span id="more-1280"></span></p>
<p>Vor einigen Tagen machten mich Freunde auf eine Studie eines bekannten Meinungs¬forschungsinstitutes aufmerksam und vertrauten mir Umfragen an, die so geheim bleiben müssten, dass sie partout auszuplaudern sind. Demnach haben die Meinungsforscher versucht, die Psyche der steirischen Wählerin, des steirischen Wählers wissenschaftlich auszuleuchten.</p>
<p>Den steirischen Wählern wurden Begriffe vorgelegt, und sie wurden gefragt, ob diese Begriffe bei ihnen positive oder negative Emotionen auslösen. Nunmehr darf als wissenschaftlich bewiesen gelten: Leute, die ÖVP oder gar die Grazer oder steirische Volkspartei wählen, freuen sich überdurchschnittlich, wenn sie das Wort „Gott“ hören. Dies hatte ich, ehrlich gesagt, erwartet. Bei den Wörtern „sexuell“, „sinnlich“, „verführen“ und „Nacktheit“ aber fühlt ein klassischer ÖVP-Wähler sich überraschenderweise unbehaglich, er räuspert sich oder verlässt den Raum. Die ÖVP ist demnach die offizielle Antisexpartei! Kein Wunder, dass sie bei jungen Menschen auf dem Höhepunkt ihrer Hormonproduktion traditionell schlechter abschneidet als bei mittleren oder gar älteren. Grüne Wähler dagegen hören das Wort „sparen“ nicht gern, obwohl diese Partei doch immer wieder zum Energiesparen aufruft. Sie mögen aber „wild“, „eigenwillig“ und „Abenteuer“. Reinhold Messner oder Carla Bruni wären da, so die Befragungen, viel geeignetere Spitzenkandidaten.</p>
<p>Ich fand es auch überraschend, dass bei der FPÖ/BZÖ die Begriffe „Sanftheit“, „Zärtlichkeit“ und „Treue“ negativ besetzt sind, während „Macht“ und „beherrschen“ hoch im Kurs stehen, das ist also die klassische Sadomaso-Partei und nachweislich eine Partei, die eher von Männern als von Frauen gewählt wird. Das „F“ steht wohl auch für „Fesseln“. Eine Volkspartei wird das nie. Die Kommunisten aber haben exakt das gegenteilige Profil wie die ÖVP, „Gott“ löst starkes Unwohlsein aus, „sexuell“ und „Nacktheit“ dagegen ein brummendes Wohlbehagen.</p>
<p>Insgesamt gilt die Faustregel: Je linker in der Steiermark eine Partei ist, desto positiver denken ihre Anhänger über den Fortpflanzungsapparat. Das größte psychologische Rätsel aber ist für mich die SPÖ. Ein Wort, das bei keiner anderen Partei auch nur eine Rolle spielt, ist bei SPÖ-Wählern eines der am tiefsten verhassten, es ist das Wort „Mond“. Ich habe mich, jenseits aller Ironie (auch dieses Wort ist bei der SPÖ übrigens negativ besetzt) gefragt, was eigentlich das Unsozialdemokratische am Mond ist. Der Mond ist mir immer völlig unpolitisch und weltanschaulich neutral vorgekommen. Ich habe diese Frage zur Diskussion gestellt. Einige wenige glaubten, eine Antwort zu wissen.</p>
<p>Am bedenkenswertesten fand ich die Theorie, dass der Mond in den Augen vieler SPÖ-Anhänger unbewusst für die von ihnen emotional abgelehnten Begriffe „US-Außenpolitik“ oder „George Bush“ stünde, weil die USA ja als einzige Nation auf dem Mond gelandet sind und weil dort oben das Sternenbanner steht. Ein anderer Bekannter weist darauf hin, dass der Mond nur nachts scheint, folglich mit „schwarz“ assoziiert wird, Schwarz aber ist die Farbe der ÖVP, und ein SPÖ-Song lautet wohl nicht zufällig „Brüder, zur Sonne, zur Freiheit“.</p>
<p>Ein bisschen weit hergeholt finde ich die These, dass es sich lediglich um einen Lesefehler handele. Wegen der von der SPÖ seit Jahrzehnten favorisierten bildungspolitischen Experimente würden viele Sozialdemokraten Texte nur noch rein intuitiv zur Kenntnis nehmen, und sie hätten deshalb „Mord“ statt „Mond“ gelesen. Gleich mehrfach aber wurde der Gedanke geäußert, dass der Mond deswegen ein Unbehagen in gewissen Teilen der steirischen SPÖ-Anhängerschaft auslöse, weil er sie, wenn er voll und leuchtend und geradezu triumphal am Abendhimmel steht, immerzu an das Gesicht von Kurt Flecker erinnere.</p>
<p><em>Schlusspunkt, Fazit 66 (Oktober 2010)</em></p>
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		<title>Zum Thema &#8211; Juli 2010</title>
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		<pubDate>Tue, 27 Jul 2010 13:40:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Peter Bermann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fazit 64]]></category>

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		<description><![CDATA[Bildung und Forschung sind der Treiber für Innovation Es stimmt: Die Steiermark hat in den letzten 15 Jahren einen sichtbaren Wandel durchlebt: vom einstigen grundstoffabhängigen Industrieland zu einem international herzeigbaren, modernen Technologiestandort. Es stimmt aber auch: Unser Land ist von der jüngsten Wirtschaftskrise über Gebühr betroffen. Eine Strukturdebatte, wie sie Wirtschaftskammer und Industriellenvereinigung begonnen haben, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Bildung und Forschung sind der Treiber für Innovation</strong> Es stimmt: Die Steiermark hat in den letzten 15 Jahren einen sichtbaren Wandel durchlebt: vom einstigen grundstoffabhängigen Industrieland zu einem international herzeigbaren, modernen Technologiestandort. <span id="more-969"></span>Es stimmt aber auch: Unser Land ist von der jüngsten Wirtschaftskrise über Gebühr betroffen. Eine Strukturdebatte, wie sie Wirtschaftskammer und Industriellenvereinigung begonnen haben, ist längst notwendig. Dass den Entscheidungsträgern der Wirtschaft das weiß-grüne „Zukunftsbild für eine positive regionale Entwicklung bis 2020“ abhanden gekommen zu sein scheint, spricht nicht gerade für die Politik – vor allem nicht für die herrschende Mehrheitspartei im Lande.<br />
Vielleicht hilft es, wenn Vor- und Nachdenker in allen politischen Zirkeln und Institutionen mithelfen, einem gewissen „Fazit“ zum Durchbruch zu verhelfen: dass nämlich Bildung und Wissen unser „Rohstoff“ von morgen sind. Mehr denn je ist Bildung der Rohstoff in der Wissensgesellschaft, der in der neuen neoklassischen wie vor allem auch in der evolutionären Wachstumstheorie zentral ist. Schließlich hängt die Innovationsfähigkeit der Volkswirtschaften vom so genannten „Humankapital“ ab. In den neuen Wachstumstheorien wird nicht nur das Niveau des Pro-Kopf-Einkommens von den Qualifikationen beeinflusst, sondern auch die wirtschaftliche Dynamik – letztlich auch die Frage nach dem innovativsten Wirtschaftsstandort. Dazu kommt: Bildung und Forschung sind der Treiber für Innovation.</p>
<p>Bildung, Forschung und Innovation haben ein gemeinsames und übergeordnetes Ziel: den gesellschaftlichen Fortschritt. Viele haben dieses Ziel aus den Augen verloren oder glauben nicht mehr an eine Verbesserung der Lebensgrundlagen in unserer Zeit.</p>
<p>Auch diesem Zweifel will Fazit mithelfen, entgegenzutreten: Wissenschaft, Forschung und Innovation müssen sich den genannten Lebensfragen der Menschheit stellen und Antworten auf die Trends der Zukunft finden. Nur dann werden sie auch von den Bürgerinnen und Bürgern akzeptiert. Nur dann können sie sich legitimieren.</p>
<p>Die Komplexität der Aufgaben –  wie sie Industriellenvereinigung und Wirtschaftskammer aufgelistet und zur Mitarbeit eingeladen haben – verlangt aber nach neuen und innovativen politischen Strategien.</p>
<p><strong>::: Ganze Titelgeschichte als PDF-File:</strong> <a href="http://www.fazitmagazin.at/pdf/064/064_titelthema.pdf" target="_blank">DOWNLOAD</a></p>
<p><em>Zum Thema, Fazit 64 (Juli 2010)</em></p>
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		<title>Zum Thema &#8211; Juni 2010</title>
		<link>http://www.fazitmagazin.at/2010/06/zum-thema-juni-2010/</link>
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		<pubDate>Mon, 14 Jun 2010 13:57:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Peter Bermann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fazit 63]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Runde muss ins Eckige Fußball ist ein Spiel mit 22 Spielern, einem Schiedsrichter und zwei Linienrichtern. So weit, so gut, so unzureichend. Denn das sagt nichts über Erfolg, Geheimnis und Seele des Fußballs aus. Wieso ist er die einzige Leidenschaft, die Männer (und auch sehr viele Frauen) verbindet, altersunabhängig, schichtenübergreifend, bierkompatibel, stets anfeuernd und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Das Runde muss ins Eckige</strong> Fußball ist ein Spiel mit 22 Spielern, einem Schiedsrichter und zwei Linienrichtern. So weit, so gut, so unzureichend. Denn das sagt nichts über Erfolg, Geheimnis und Seele des Fußballs aus. Wieso ist er die einzige Leidenschaft, die Männer (und auch sehr viele Frauen) verbindet, altersunabhängig, schichtenübergreifend, bierkompatibel, stets anfeuernd und buhend, trauernd und jubelnd. Fußball ist der Kick im Kopf, der vom Rasen angestoßen wird. <span id="more-927"></span>Was also führt dazu, dass sich wildfremde Männer umarmen, dass 80-Kilo-Muskelberge im Fall eines Tores einem anderen in die ausgebreiteten Arme springen, wie sonst nur Kinder ihren Vätern?</p>
<p>All das vermag Fußball und all dem gehen wir in dieser Ausgabe nach. Früher gab es den Kirchgang, die Lingua franca, über die sich die Menschen fanden und spirituell bewegt wurden. Heute hat die Religion in der westlichen Welt diese allumfassende Kraft verloren. Aber genau wie in der Religion gehört auch beim Fußball zum Glauben das Leiden. Das Tor im Fußball hat eine erlösende Dimension, so wie bei den Katholiken die Wallfahrt oder Buße.<br />
Auch zwischen Politik und Fußball gibt es Parallelen. Allerdings löst die Politik meist nicht mehr jene Leidenschaften aus, die die Menschen im Innersten erreichen, aufwühlen, erzürnen. In der Demokratie unterhält man sich mit dem politischen Gegner beim „gepflegten“ Bier, ohne ihn anzugehen – denn eigentlich versteht man ihn ja. Beim Fußball ist das anders: Da gibt es Fankurven, und jeder weiß, man sollte tunlichst in der richtigen stehen.</p>
<p>Warum hat Fußball so viele außerprofessionelle Akteure, Kenner, Fans wie kein anderer Sport, wie kein anderes Kulturphänomen? Eine Antwort mag sein: Weil die G’stettn, der Fußballplatz, die „Arena“ eine perfekte Simulation des Lebens für neunzig Minuten ist. Hier kann man echte Gefühle erleben, als wären sie real. Und gerade weil die Ereignisse, Ergebnisse und Gefühle keine tatsächlichen Folgen haben, leisten wir sie uns.</p>
<p>Friedrich Schiller hat gesagt: „Der Mensch ist nur da ganz Mensch, wo er spielt.“ Fazit: Freuen wir uns also auf diese Fußballweltmeisterschaft 2010!</p>
<p><strong>::: Ganze Titelgeschichte als PDF-File:</strong> <a href="http://www.fazitmagazin.at/pdf/063/063_titelthema.pdf" target="_blank">DOWNLOAD<br />
</a></p>
<p><em>Zum Thema, Fazit 63 (Juni 2010)</em></p>
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		<title>Zum Thema &#8211; Mai 2010</title>
		<link>http://www.fazitmagazin.at/2010/04/zum-thema-mai-2010/</link>
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		<pubDate>Tue, 27 Apr 2010 14:03:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Peter Bermann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fazit 62]]></category>

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		<description><![CDATA[Spieglein, Spieglein an der Wand Wer heute nicht die gewünschte Antwort erhält auf die Frage nach der Schönsten im Land, greift nicht zum vergifteten Apfel für die Rivalin, sondern bemüht Skalpell oder Spritze des Schönheitschirurgen. Das moderne Schneewittchen heißt Claudia Schiffer, Heidi Klum, Angelina Jolie oder wer immer die Hitlisten anführt. Und es ist, wie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Spieglein, Spieglein an der Wand</strong> Wer heute nicht die gewünschte Antwort erhält auf die Frage nach der Schönsten im Land, greift nicht zum vergifteten Apfel für die Rivalin, sondern bemüht Skalpell oder Spritze des Schönheitschirurgen. Das moderne Schneewittchen heißt Claudia Schiffer, Heidi Klum, Angelina Jolie oder wer immer die Hitlisten anführt. Und es ist, wie es scheint, reproduzierbar.</p>
<p><span id="more-752"></span>Schicksalsergebenheit wird von Mann und Frau längst nicht mehr akzeptiert. Seit die Stilisierung des Körpers durch Reifrock oder Korsett abgeschafft wurde, geht der Trend zur vorbildorientierten Selbstgestaltung mit anderen Hilfsmitteln. Vom Bodystyling, Bodyshaping durch schweißtreibende Trainings über Diät, vom Absaugen, Injizieren bis hin zur plastischen Chirurgie reicht das Arsenal zur Optimierung der menschlichen Natur.</p>
<p>Längst bleiben diese distinktiven Strategien der Selbstaffirmation nicht mehr nur auf die Verpackungen und Oberflächen des Körpers beschränkt, sondern drängen unter die Haut. Dreh- und Angelpunkt der vielfältigen Selbstmodellierungstechniken ist das Bild des sportlichen Körpers. Nur ausgezogen zeigt er seine Geformtheit tatsächlich und bezeugt die Lebensführung der Person: ihr Gesundheitsbewusstsein, ihre Selbstdisziplin, ihren Willen zum Stil. Wer seinen Körper – visuell – nicht unter Kontrolle hat, scheint selber Schuld und droht als faul, stillos, letztlich überflüssig zu gelten Der Körper wird zur authentischen Visitenkarte einer Zugehörigkeit zum Club der Leistungswilligen und Bessergestellten.</p>
<p>Wie alle einschlägigen Untersuchungen zeigen, sind Sport, Fitness und Wellness überwiegend Mittelschichtspraktiken. Rauchen, schlechte Ernährung, Fettleibigkeit etc. sind statistisch Kennzeichen der unteren sozialen Milieus. Soziale Unterschiede nehmen in den Körpern Gestalt an: Den durchtrainierten und gelifteten Körpern einer ganzheitlich entspannten Leisure-Class stehen die Körper einer ökonomisch wie gesundheitlich sichtlich angeschlagenen Loser-Class gegenüber. Fazit: Sein oder De-Sign lautet die widersprüchliche Frage unseres Zeitgeistes. Lange bevor der Mensch Hand an sich anlegte, träumte er sich künstliche Geschöpfe, etwa in der Gestalt von Golems und Frankensteins. Die schöne Olympia aus „Hoffmanns Erzählungen“ etwa, in die sich der Dichter hoffnungslos verliebte, war und blieb letztlich nur eine bewegliche Puppe.  Aber heute sind die Schranken zwischen künstlich und natürlich, zwischen Mensch und Maschine zunehmend verwischt. Willkommen im Reich von Terminator und RoboCop!</p>
<p><strong>::: Ganze Titelgeschichte als PDF-File:</strong> <a href="http://www.fazitmagazin.at/pdf/062/062_titelthema.pdf" target="_blank">DOWNLOAD PDF</a></p>
<p><em>Zum Thema, Fazit 62 (Mai 2010)</em></p>
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		<title>Zum Thema &#8211; April 2010</title>
		<link>http://www.fazitmagazin.at/2010/03/fazit-thema-april-2010-wasser-die-gefahrdete-ressource/</link>
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		<pubDate>Wed, 24 Mar 2010 18:45:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Peter Bermann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fazit 61]]></category>

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		<description><![CDATA[»Das Prinzip aller Dinge ist das Wasser; aus Wasser ist alles und ins Wasser kehrt alles zurück« (nach Thales von Milet in Goethes „Faust“). Kanalisiert, mystifiziert, privatisiert: Von unserem Umgang mit dem teuren Gut Wasser handelt diesmal die Titelgeschichte dieser Ausgabe von Fazit. Noch nie war dieser Umgang so irrational wie heute. Ein Beispiel: Während [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>»Das Prinzip aller Dinge ist das Wasser; aus Wasser ist alles und ins Wasser kehrt alles zurück« (nach Thales von Milet in Goethes „Faust“). Kanalisiert, mystifiziert, privatisiert: Von unserem Umgang mit dem teuren Gut Wasser handelt diesmal die Titelgeschichte dieser Ausgabe von Fazit. Noch nie war dieser Umgang so irrational wie heute. <span id="more-407"></span>Ein Beispiel: Während etwa täglich mehrere 100 Millionen Liter Wasser durch das marode Leitungssystem Londons im Erdreich versickern, lässt sich das erlesene Publikum in den schicksten Restaurants der City Jahrtausende altes Wasser kredenzen, das aus Tiefenbohrungen in der Arktis stammt.</p>
<p>Nun gehören Verschwendung und Profitgier zweifellos zum Wesen unserer Wirtschaftsordnung, im Umgang mit Wasser allerdings erscheint solches Verhalten als lebensbedrohende Dummheit. Ob Wasser überhaupt eine Ware sein kann oder ob der Zugang zu sauberem Trinkwasser nicht eher als Menschenrecht zu gelten hat, das ist seit längerem ein heiß umstrittenes Thema diverser UN-Gremien, Welthandelsorganisationen und NGOs. Während der Weltwasserentwicklungsbericht der Vereinten Nationen angesichts einer Milliarde Menschen, die ohne sauberes Trinkwasser leben, von »Wasserdeprivation« spricht, wittern internationale Konzerne enorme Gewinne in der privatwirtschaftlichen Nutzung von Grundwasser. Gegen den Warencharakter spricht zwar die existenzielle Bedeutung, die Wasser für jegliches Leben auf unserem Planeten hat. Angesichts der natürlichen Begrenzung und ungleichmäßigen Verteilung der globalen Vorräte ist Wasser aber auch ein strategisches Gut: Wer den Zugang zum Wasser kontrolliert, hat die Macht.</p>
<p>Und das gilt nicht erst, seit die Getränkeindustrie ihre Liebe zum »blauen Gold« entdeckt hat. Das wusste auch schon der Perserkönig Dareios, der als Zeugnis seiner Weltherrschaft Krüge mit Wasser aus Donau, Nil und Indus in seiner Schatzkammer verwahrte. Die frühen Reiche des Vorderen Orients wären ohne ihre ausgeklügelten Bewässerungssysteme nicht in der Lage gewesen, die stetig wachsende Bevölkerung zu ernähren. Funde von Abwasserkanalsystemen zeigen, dass bereits in der Antike bekannt war, wie wichtig sauberes Grundwasser für die Trinkwasserversorgung ist.</p>
<p>Fazit: Kein Rohstoff hat so unmittelbare Bedeutung für das Überleben wie Wasser. Dazu kommt, wo weniger Wasser verfügbar ist als die Menschen brauchen, drohen massive Konflikte. H2O wird im 21.Jahrhundert endgültig zum Machfaktor. Erst darin zeigt sich die gesellschaftspolitische Spaltkraft von Wasser.</p>
<p><strong>::: Ganze Titelgeschichte als PDF-File:</strong> <a href="http://www.fazitmagazin.http://www.fazitmagazin.at/pdf/061/061_titelthema.pdf">DOWNLOAD PDF</a></p>
<p><em>Zum Thema, Fazit 61 (April 2010)</em></p>
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