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	<title>FazitOnline. Wirtschaft und mehr. Aus dem Süden. &#187; Zur Lage</title>
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	<description>Die Webseite von Fazit.</description>
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		<title>Zur Lage (44)</title>
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		<pubDate>Thu, 22 Dec 2011 16:18:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Klepej</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fazit 79]]></category>
		<category><![CDATA[Zur Lage]]></category>

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		<description><![CDATA[Einiges über eine Entscheidung im Hohen Haus, angemessen viel über die Wiener ÖVP und zu viel über Kommissionen. Jetzt haben wir also eine neue Hymne. Zumindest hat der Nationalrat für diese einen neuen Text beschlossen. Und damit hat das österreichische Parlament in geradezu beeindruckender Art und Weise bewiesen, nein, demonstriert fühle ich mich veranlasst zu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Einiges über eine Entscheidung im Hohen Haus, angemessen viel über die Wiener ÖVP und zu viel über Kommissionen.</strong><br />
<img title="Weiterlesen..." src="http://www.fazitmagazin.at/wp-includes/js/tinymce/plugins/wordpress/img/trans.gif" alt="" /><br />
<span id="more-2117"></span>Jetzt haben wir also eine neue Hymne. Zumindest hat der Nationalrat für diese einen neuen Text beschlossen. Und damit hat das österreichische Parlament in geradezu beeindruckender Art und Weise bewiesen, nein, demonstriert fühle ich mich veranlasst zu schreiben, dass auf unsere Volksvertretung Verlass ist. Wenigstens wenn es ans Eingemachte geht. Sind ja in letzter Konsequenz auch alles nur Wutbürger, unsere Damen und HerrInnen Abgeordneten.<br />
Wiewohl, was interessant ist, noch wenige Tage vor dieser – in ihrer segensreichen Bedeutung wohl nur noch von der Sitzung des 24. September 2008 (Stichworte Studiengebührenabschaffung, Familienbeihilfenaufstockung, Hacklerregelverlängerung und sonstige neokommunistische Visionen) übertroffenen – Vernunftbremse, pardon, Beschlussfassung meinte ich, hatte ich Gelegenheit beim Bundestag des leicht ins Linksvisionäre abdriftenden ÖAAB, mit zahlreichen Nationalratsabgeordneten der ÖVP zwischen viel Zaster und noch mehr Marie ein bisschen zu plaudern. Und jetzt kommts: Niemand von denen war für die Verschlimmbesserung dieses Textes, den Paula von Preradovic im Jahre 1946 im Auftrag der Bundesregierung verfasste. Wahrscheinlich wollte man Maria Rauch-Kallats Bestreben, nach mehr als 50 Jahren im Hohen Haus wenigstens eine kleine Duftnote zu hinterlassen, unterstützen. Und wer geht nicht gerne durchs Land im Bewusstsein, die Hymne geändert zu haben. Also. Schwamm drüber. Wir können ja sowieso singen, was wir wollen.<br />
Eines kann ich dem Gesetzgeber aber nicht ersparen, nämlich nun auch konsequent zu sein und gleich morgen Früh bei der Uno anzurufen und dort einmal Bartl und Most klarzumachen. Lautet doch der uns allen hinlänglich bekannte erste Artikel der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte wie folgt: »Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geiste der Brüderlichkeit begegnen.«<br />
Brüderlichkeit! Ganz alleine. So gehts ja nicht! Ich will jetzt – Abrüstung auch der Worte! – nicht gleich von menschenverachtender Ignoranz sprechen, aber ein gerüttelt Maß an Arroganz ist diesen, jedem Genderbewusssein offenbar abholden, Menschenrechtsschreiberlingen vorzuwerfen!<br />
Und sonst? Manfred Juraczka ist neuer Chef der Wiener ÖVP. Was dabei auch mich überrascht hat, ist die daraus folgende Tatsache, dass es in Wien noch eine ÖVP gibt. Aber die werden schon wissen.<br />
Wichtiger erscheinen mir da die Erhebungen der Datenschutzkommission betreffend einen steirischen Landbürgermeister. Fairerweise vorausschicken möchte ich meinen persönlichen Trend, jedweder Art von »Kommission« ausnehmend skeptisch gegenüberzustehen und beinahe reflexartig an deren Abschaffung und die damit verbundenen Einsparungspotenziale in zwei, drei Bankenrettungsgrößen zu denken, wenn ich nur des Begriffes »Kommission« gewahr werde. (Noch mehr gilt das übrigens nur noch für den Begriff »&#8230;beirat«.) Aber das ist natürlich, so viel Größe hab ich schon, meine Lieben, ein selten gestütztes Vorurteil. Egal. Rudolf Aichbauer, SP-Bürgermeister der Gemeinde Lieboch, hatte die mir recht lieb erscheinende Angewohnheit, jedem Gemeindebürger zum Geburtstag eine Glückwunschkarte zu schreiben. Und hat diese Gratulationen noch mit einer Einladung zu einem persönlichen Gespräch, ein »Geburtstagsplauscherl bei Kaffee und Kuchen« bei ihm am Gemeindeamt, verbunden. Eine, wie mir scheint, durchwegs nette Geste. (Ich darf Ihnen versichern, wenn mir der Bürgermeister beim Kirchenwirt auf der Pack am Sonntag, also wenn ich Geburtstag habe, gratuliert: toll! Die halbe Wiederwahl zumindest von mir hat der schon!) Und wenn jemand den Bürgermeister nicht mag, was ja sein könnte, dann muss er ja nicht zum Plauscherl aufbrechen und kann daheim oder sonstwo über die Politik schimpfen. Was ja gerne getan wird.<br />
Nichts da, jetzt wird ermittelt, jetzt wird untersucht, ob der Bürgermeister sowas denn überhaupt dürfen darf. Das ist schon herrlich, liebste Leserin; da werden täglich mehr und mehr Steirerinnen und Steirer, Kärntnerinnen und Kärntner Mitglied bei Facebook, schreiben dort auf, was sie gestern gegessen haben, was sie gerade essen und was sie morgen gegessen haben werden, zeigen sich auf Fotos, die in ihrer Freizügigkeit oft Primanerfantasien übertreffen, aber der Bürgermeister darf seinen Gemeindebewohnern nicht zum Geburtstag gratulieren. Darf nicht zu einem persönlichen Gespräch einladen. Ich kenne den Rudolf Aichbauer nicht, ich weiß nicht, wie gut oder schlecht er seine Arbeit macht in seiner Gemeinde. Eines weiß ich: Er ist mir recht sympathisch. Und wenn wir allen Ernstes nicht mehr kapieren, dass derjenige, den wir wählen dürfen, den wir zu unserem Vertreter wählen dürfen, uns natürlich auch »ansprechen« darf, ansprechen soll und ansprechen muss &#8230; dann wird uns keine Kommission und kein Beirat mehr helfen können. Im Übrigen bin ich der Meinung, dass eine große Koalition dem Lande nicht nutzen kann.</p>
<p><em>Zur Lage #44, Fazit 79 (Jänner 2012)</em></p>
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		<title>Zur Lage (43)</title>
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		<pubDate>Sun, 18 Dec 2011 11:10:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Klepej</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fazit 78]]></category>
		<category><![CDATA[Zur Lage]]></category>

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		<description><![CDATA[Über Kontrolle, über Tarife, wie immer zu wenig über Bildung, kurz über den Kanzler und ein Blick in den Süden. Das Grazer Personentransportunternehmen formerly known as GVB hat ja ein echtes Händchen bewiesen, als es um die Beauftragung eines Fremdunternehmens zur Fahrscheinkontrolle gegangen ist. Diese umtriebigen Kontrolleure sollen systematisch allen Verwandten wie guten Bekannten ein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Über Kontrolle, über Tarife, wie immer zu wenig über Bildung, kurz über den Kanzler und ein Blick in den Süden.</strong></p>
<p><span id="more-2076"></span>Das Grazer Personentransportunternehmen formerly known as GVB hat ja ein echtes Händchen bewiesen, als es um die Beauftragung eines Fremdunternehmens zur Fahrscheinkontrolle gegangen ist. Diese umtriebigen Kontrolleure sollen systematisch allen Verwandten wie guten Bekannten ein eigenen Tarifsystem zur Beförderung mit Grazer Bussen und Tramways ermöglicht haben: den Nulltarif nämlich, den nicht einmal der Inder in seinem umfangreichen Portfolio anzubieten weiß. Irgendwie muss dieses Fremdunternehmen damit aber doch sein Auslangen gefunden haben, werden doch 500000 Euro genannt, die zur »Schadenswiedergutmachung« – wohl in Form eines außergerichtlichen Vergleichs – an die Grazer Stadtwerke bezahlt worden sein sollen. 500 Tausend Euro!<br />
Auch wenn der Einzelfahrschein mit 1,90 viel zu teuer ist (regieren die Grünen in Graz eigentlich noch mit?), sind das dann doch plusminus 250 Tausend Fahrten, die niemand wirklich kontrolliert hat. Also, selbst wenn ich jetzt alle meine Bekannten, und ich habe viele Bekannte, da fahren lassen würde, täten die schon ein paar Jahre um den Schloßberg kreisen können. Oder aber, ich will da keinen Teufel nicht an die Wand malen, das Unternehmen wurde zudem, dass es einer eher semilegalen Auffassung dieses Kontrollauftrages nachgekommen ist, schlicht viel zu hoch bezahlt. Aber das wird wohl niemanden Ernstes nicht sein.<br />
Vielleicht kann ja auch nur niemand mehr rechnen in diesem Land, steht es ja mit der Bildung ungemein schlecht. So schlecht, dass Hannes Androsch einspringen musste und sich mit seinem Bildungsvolksbegehren dafür eingesetzt hat, dass Österreich »nicht sitzen bleibt«. Sitzen geblieben sind – vorerst einmal – die ganzen Bürgerinnen und Bürger; nur matte sechs Prozent konnten österreichweit vom Industriekapitän und Steuerschoner dazu bewogen werden, sein Ansinnen für eine bessere Schule zu unterschreiben. Ausreißer war da nur der erste Wiener Gemeindebezirk, wo immerhin 28 Prozent aufgestanden sind. Was auch nur zu gut verständlich ist, immerhin gehen dort die Kinder zu guten 135 Prozent auf Privatschulen. Und deren Eltern werden schon wissen, dass eine Gesamtschule für alle Anderen das Beste ist. Details, wie etwa die Tatsache, dass 20 Prozent unserer Kinder in der »Gesamtschule Volksschule« nicht mehr ordentlich lesen und schreiben lernen, haben die Programmatiker des Guten noch nie interessiert.<br />
Für Philosoph Konrad Paul Liessmann ist »Bildung« überhaupt ein »Mittelstandsphänomen«. Für die Eliten sei sie bedeutungslos, weil selbstverständlich (oder überflüssig), für die sogenannten bildungsfernen Schichten würden andere Werte (Rockstars und Fußballer, die ja auch keiner beim Schreiben kontrolliert) zählen.<br />
Da bin ich sehr bei ihm. Die Schule – und Gott seis gedankt, gibt es immer wieder Modellschulen, neue Unterrichtsformen und weiß der Himmel welche Versuche – hat eine einzige Aufgabe zu erfüllen: unsere jungen Menschen mit den Kulturtechniken vertraut zu machen und darüberhinaus Interesse an weiterer Bildung zu wecken. (Was dann in den verschiedensten Schulformen vertieft werden kann.) Und das kann sie nur, wenn man sie lässt. »Gute Pädagogen«, auch das hat Liessmann gesagt, »vergisst man«. Das ist wie mit den faden Kanzlern.<br />
Oder denken Sie wirklich, dass sich irgendjemand in dreißig oder vierzig Jahren noch der Herren Faymann oder Spindelegger erinnern wird können? Nicht einmal die Tatsache, dass Werner Faymann jetzt für rund 200000 Euro bei Facebook und Twitter mitmacht, wird daran was ändern. Twitter ist übrigens ein Kurznachrichtendienst im Internet, Facebook kennen wir und bei beiden Diensten kann man um den von der GVB bekannten Nulltarif ein Konto anlegen. Der Regierungssprecher der deutschen Bundeskanzlerin, Steffen Seibert, hat es – als er damit konfrontiert wurde, dass für Werner Faymanns »Netzforce« neun Mitarbeiter abgestellt sind – wunderbar auf den Punkt gebracht: »Beeindruckend. Wir haben keine ganze Abteilung dafür, sondern ich mache das alleine«.<br />
Naja, die Damen und Herren bei den Sozialdemokraten werden schon wissen, wozu sie das viele Geld brauchen. Außerdem liegen sie damit im Trend aller wirtschaftswissenschaftlicher Schwergewichte: Ganz egal woher das Geld kommt, Hauptsache, es wird ordentlich was ausgegeben.<br />
Und sonst? Ein schweres, ein wahrhaft fürchterliches Jahr für viele Mittelmeerstaatschefs. Gleich am Anfang erwischte es Zine Ben Ali in Tunesien, dann – etwas langwieriger und unter Einsatz französischer US-Drohnen – kam Oberst Muammar Gaddafi in Libyen an die Reihe und jetzt auch noch der Buhmann Europas, Benito, pardon, Silvio Berlusconi. Der war jetzt eigentlich ziemlich schnell weg, dafür dass er – ganz unitalienisch – recht lange im Amt war. Also mir persönlich wird Bunga-Bunga Berlusconi einigermaßen abgehen. Im Übrigen bin ich der Meinung, dass eine große Koalition dem Lande nicht nutzen kann.</p>
<p><em>Zur Lage #43, Fazit 78 (Dezember 2011)</em></p>
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		<title>Zur Lage (42)</title>
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		<pubDate>Wed, 23 Nov 2011 14:41:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Klepej</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fazit 77]]></category>
		<category><![CDATA[Zur Lage]]></category>

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		<description><![CDATA[Kurz über das Ableben eines Diktators, einiges zu unserer Meinungsfreiheit und recht wenig über die GVB. Was wird bleiben von Muammar Gadaffi? Das weiß ich nicht, das wird die Geschichte zeigen. Mir jedenfalls wird er als der Diktator in Erinnerung bleiben, von dem niemand genau weiß, wie man ihn schreibt, und mit dem viele inter- [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Kurz über das Ableben eines Diktators, einiges zu unserer Meinungsfreiheit und recht wenig über die GVB.</strong><span id="more-2045"></span><br />
<img title="Weiterlesen..." src="http://www.fazitmagazin.at/wp-includes/js/tinymce/plugins/wordpress/img/trans.gif" alt="" /><br />
Was wird bleiben von Muammar Gadaffi? Das weiß ich nicht, das wird die Geschichte zeigen. Mir jedenfalls wird er als der Diktator in Erinnerung bleiben, von dem niemand genau weiß, wie man ihn schreibt, und mit dem viele inter- wie nationale Staats- und sonstige Chefs bis ins Frühjahr dieses Jahres hinein gut befreundet waren. Da hat dann plötzlich ein Paradigmenwechsel in der Beurteilung des Verursachers des Flugzeugabsturzes über Lockerbie stattgefunden.<br />
Ich wollte jetzt noch anfügen, dass er wohl ein rechter Wüstenfuchs war, dieser Oberst, bin mir aber nicht ganz sicher, ob ich das ob des Antiterrorismuspaketes unseres Gesetzgebers überhaupt noch darf, sind doch Verächtlichmachungen wahrscheinlich auch topografischer Natur in Kürze mit bis zu zwei Jahren Kerker bedroht.<br />
Wie ich jetzt in Hinkunft für uns eine Lage schreiben soll, wo ab und an ein bisschen Ironie nicht fehlen kann, ist mir noch nicht ganz klar. Weil Ironie, das ist das Ironische, die könnte der böswillige Untersteller gar mit Häme verwechseln. Und dann hätte ich den Scherm auf: Nur damit Sie sich unterhalten, will ich nicht ins Gefängnis gehen.<br />
Also lassen wir die Wüsten Füchse sein und kommen nach Österreich. Und da zur Politik. Weil über Politiker etwa darf ich auch in Hinkunft – irgendwo muss ja Meinungsfreiheit noch herrschen – herziehen, wie ich will. Solange diese nicht einer Religionsgemeinschaft angehören, auch einer nur in Quasiland anerkannten, etwa die Quasisatanisten, oder einfach nur schwul sind. (Ist die Verarsche der Bevölkerung eines nicht existenten Landes eigentlich auch mit Strafe bedroht?) Noch wer fällt mir gerade ein: Banker. Über die darf jeder schimpfen. Ist heutzutage eigentlich eh schon ein Schimpfwort geworden. Alle Schweizer sind Banker, werde ich hingegen nicht mehr schreiben dürfen. Gut, das stimmt ja auch nicht, aber auch, dass alle Schweizer langweilig wären, werde ich mir verkneifen müssen.<br />
Sowieso nicht mehr eingehen darf man dann auf Themen sexueller Natur, sprich eine Verhöhnung aus geschlechtsspezifischen Argumenten heraus. Dass dies das Ende aller Dokusoaps im Fernsehen bedeutet, ist offenbar noch niemandem bewusst geworden: Jeder einzelne Protagonist der ATV-Sendungen »Gemeindebau« oder »Saturday Night Fever« ist demnach schon mit an Haxn im Häfn, um im Jargon zu bleiben. Es wird alles also noch fader werden. Freilich werden wir auch weiterhin über unseren Bundeskanzler uns amüsieren dürfen, der übrigens gerade 200000 Euro für seinen Internetstart auf Facebook und Twitter vorbereitet hat. (Die ÖBB soll als Werbeplattform nicht mehr so lukrativ sein.) Nur, bei Werner Faymann  muss man ja nichts dazuerzählen und die Pointe ist schon gelungen.<br />
Ich werde mich also anderen Dingen zuwenden. Dem öffentlichen Verkehr zum Beispiel. Ich fahre ja recht gerne mit der Tramway. Zumindest wenn ich nicht mit dem Rad unterwegs bin, was ich meistens bin. Und nicht zu Fuß gehe, was ich auch gerne tue. Aber sonst fahre ich gerne mit der GVB. Dass die neuerdings Graz Linien heißen, haben wir hier schon besprochen, aber da reicht nicht einmal ein zweites Terrorismusgesetz, dass ich so jemals zur GVB sagen tät. Letztens fahr ich also mit dem Dreier und sehe ein Plakat, das mich auffordert, mir meine Studienkarte zu holen. Sechs Monate, ein ganzes Semester immerhin, um 141 Euro. Im ersten Schreck habe ich gedacht, die Welt ist schon untergegangen und ohne mein Zutun wurden endlich wieder Studiengebühren in Österreich eingeführt. Aber dann ist mir Gott seis gedankt eingefallen, dass ich sicher via Twitter davon erfahren hätte, wie sich die Ex-ÖH-Vorsitzende Sigrid Maurer ob solch menschenverachtender wie vernünftiger Maßnahme und mit ihr die anderen 99 Prozent (das sind die, die gegen alles und nichts derzeit auf den Straßen der westlichen Welt demonstrieren) dagegen verwehrt hätten.<br />
Kann also nichts mit Studieren zu tun haben. Und jetzt vermute ich, sicher kann man sich ob solch kruder Sprache nicht sein, dass damit eine Studentenkarte gemeint ist, die – und das ist ausnehmend sinnvoll und seit Jahrzehnten in diesem sozial so kalten Lande üblich – allen in Ausbildung stehenden (jungen) Menschen einen günstigen Tarif ermöglicht. Wäre da nicht dieses neue Gesetz im Anzug, müsste ich mich wirklich fragen, welchen Pappnasen eine solche Worthülse einfällt, und wie viel Einfältigkeit dazugehört, ob der Vermeidung des Wortes Student einen vollkommen am Sinn vorbeigehenden Begriff zu erfinden. (Da wäre ja das gute alte Denglisch noch besser, eine Studycard etwa, sagt auch nichts aus, aber klingt wenigstens blöd.) So aber bleibt mir nur, betroffen zu schweigen und es Ihnen zu überlassen, diese Zeilen weiterzudenken. Im Übrigen bin ich der Meinung, dass eine große Koalition dem Lande nicht nutzen kann.</p>
<p><em>Zur Lage #42, Fazit 77 (November 2011)</em></p>
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		<title>Zur Lage (41)</title>
		<link>http://www.fazitmagazin.at/2011/10/zur-lage-41/</link>
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		<pubDate>Mon, 24 Oct 2011 08:18:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Klepej</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fazit 76]]></category>
		<category><![CDATA[Zur Lage]]></category>

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		<description><![CDATA[Über die unerträgliche Fröhlichkeit des Verkehrsfunkes, über einen Besuch in Berlin und nichts über das Licht. Im Grunde habe ich eigentlich immer gute Laune. Es sei denn, ich fahre montags vor sieben Uhr von der wunderbaren und hoffentlich noch lange existierenden Gemeinde Pack nach Graz und das »Ö1-Morgenjournal« wird vom unerträglichen Gute-Laune-Sender »Ö3« und dessen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Über die unerträgliche Fröhlichkeit des Verkehrsfunkes, über einen Besuch in Berlin und nichts über das Licht.</strong><br />
<span id="more-2007"></span><br />
Im Grunde habe ich eigentlich immer gute Laune. Es sei denn, ich fahre montags vor sieben Uhr von der wunderbaren und hoffentlich noch lange existierenden Gemeinde Pack nach Graz und das »Ö1-Morgenjournal« wird vom unerträglichen Gute-Laune-Sender »Ö3« und dessen leider unvermeidbaren Verkehrsfunk unterbrochen.<br />
Unvermeidbar deshalb, weil zum Einen meine Frau darauf Wert legt, stets davon informiert zu werden, in welchem Stau man steckt, würde man in einem Stau stecken und zum Anderen, weil ich nicht ganz genau weiß, wie ich den automatischen Verkehrsfunkunterbrecher (eigentlich ein Verkehrsfunkreinschalter) meines Hightechautoradios ausschalte. Alleine diese Stimmen, diese eine solch penetrante Fröhlichkeit ausstrahlenden Stimmen, die sich da von Studio zu Studio über den Verkehrshubschrauber zum nächsten Einfaltspinsel (der sich allen Ernstes »Ödreiwer« schimpfen lässt) »vor Ort« irgendwelche »Verkehrssituationen« ausrichten. Es ist nicht zum Aushalten, und jeder gute Wochenbeginn droht damit den Bach hinunterzustürzen.<br />
Und diese Woche gab es dann auch noch einen weiteren Grund zum Ärger. Mahmud Ahmadinedschad, Präsident des Iran war nach Berlin und dort zu einer Rede vor dem Bundestag eingeladen. Also gedacht habe ich zuerst, dass es Mahmud Ahmadinedschad war, der in den Bundestag eingeladen war; ob der vielen wie heftigen Reaktionen und Proteste nämlich, die diese – im Grunde menschenverachtende – Einladung ausgelöst hat. Dabei – wie es der Teufel gerade wollte, hatte ich Anfang der Woche bloss im ORF und im Standard mich mit Informationen versorgt – war es gar nicht der Unterstützer und Anwalt aller weltweiten und insbesondere um Israel herum befindlichen Holocaust-Leugner, sondern es war der Heilige Vater. Papst Benedikt XVI. ist seit gestern in bundesdeutschen Landen und hat dann doch vor 70000 nicht nur protestierenden Menschen eine Messe im Olympiastadion zelebriert.<br />
Wobei, die Kritiker alles Bösen werden schon wissen, was sie tun, weil sie das ja immer wissen und weil sie ja auch ganz genau wissen, was böse ist und was nicht. Und Mahmud Ahmadinedschads Äusserungen sind in Wahrheit wahrscheinlich ganz anderer Natur, wird er doch – darauf weist er ja auch regelmäßig hin – vom amerikanischen Geheimdienst ständig wie hinterhältig falsch übersetzt. Was mich drauf bringt, dass 40 Prozent aller Österreicher glauben, der (oder die) amerikanische(n) Geheimdienst (oder -dienste) stünde (oder stünden) hinter den Vorfällen vom 11. September 2001. Oder warens 60 Prozent? Ich erinnere mich nicht mehr ganz genau. Egal, jedenfalls eine interessante Spiegelung heimischer Seele.<br />
Wobei solche Prozentsätze, die sind ja heutzutage sowieso nicht mehr ganz so genau. So hab ich letztens in der Kleinen Zeitung vom beliebten Autor und Lehrer Daniel Glattauer* erfahren, dass 70 Prozent aller familiärer Streitigkeiten auf Schulprobleme zurückzuführen sind. Und genau eine Seite später hat mir dann Chefredakteur Hubert Patterer diesen Prozentsatz gleich auf 80 erhöht. Wahrscheinlich wollten beide ausdrücken, es »hat halt viel mit der Schule« zu tun. Da darf man dann auf Genauigkeit nicht ganz so erpicht sein. Noch dazu, wo wiederum in Finnland »nur« zehn Prozent aller finnischen Familiendispute mit der Schule zu tun hätten. Wieder einmal muss also eines der skandinavischen Musterländer als Beispiel herhalten. Wobei, ich glaube das nicht. Ich halte nichts mehr von all diesen Zahlen, Statistiken und Auswertungen. Zuviele »Experten« geben zuviele »Expertisen« in diesem Lande und auf diesem Erdenrund ab.<br />
Noch dazu wo dieser Tage in dieser Höllenmaschine in der Schweiz (CERN in Genf) überhaupt der Wahnsinn schlechthin entdeckt worden sein soll! Teilchen nämlich, die schneller als das Licht sein sollen. Ja Bumstinazl. Wo gibts denn sowas! Schneller als das Licht. Ja wenn ich nicht einmal mehr dem guten Albert auf seine Expertisen vertrauen kann. Morgen kommt wahrscheinlich wer aus irgendeinem Bunker im Nirgendwo daher und behauptet, die Erde sei eine Scheibe. Auch wenn Astrophysiker Stephen Hawking noch von vorschnellen Thesen abrät, sehen Sie meine Lieben, niemandem (und nichts) mehr können wir vertrauen.<br />
Damit lass ich uns jetzt alleine und gedenke – um den Kreis zu schliessen – dem Interview mit der Herbstintendantin Veronica Kaup-Hasler heute früh im Morgenjournal, als sie über die nächsten Tage zu berichten wußte: »Wir werden wenig schlafen und viele einzigartige Erinnerungen gewinnen.« Das hat mir gefallen. Ich wünsche Ihr, Ihnen und mir einen schönen Steirischen Herbst. Im Übrigen bin ich der Meinung, dass eine große Koalition dem Lande nicht nutzen kann.</p>
<p><span style="color: #993300;">* <em><strong>Hier ist mir leider ein Fehler passiert.</strong> Ich erwähnte Daniel Glattauer, meinte aber dessen ebenfalls als Schriftsteller tätigen älteren Bruder Nikolaus Glattauer. Ich darf Sie bitten, mir diese Verwechslung nachzusehen.</em></span></p>
<p><em>Zur Lage #41, Fazit 76 (Oktober 2011)</em></p>
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		<title>Zur Lage (40)</title>
		<link>http://www.fazitmagazin.at/2011/09/zur-lage-40/</link>
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		<pubDate>Fri, 16 Sep 2011 10:52:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Klepej</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fazit 75]]></category>
		<category><![CDATA[Zur Lage]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenig über Vorurteile, kaum was zu Doppelnamen und ein deutlicher Hinweis auf das Paradies, in dem wir leben. Voruteile sind was Fürchterliches. Wobei, das ist natürlich auch nur ein Vorurteil. Jedenfalls muss ich zugeben, ich habe immer wieder Vorurteile. Etwa hab ich im Straßenverkehr das Vorurteil, wenn ich per pedes unterwegs bin, einem herannahenden Fahrzeug [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wenig über Vorurteile, kaum was zu Doppelnamen und ein deutlicher Hinweis auf das Paradies, in dem wir leben.</strong><span id="more-1953"></span></p>
<p>Voruteile sind was Fürchterliches. Wobei, das ist natürlich auch nur ein Vorurteil. Jedenfalls muss ich zugeben, ich habe immer wieder Vorurteile. Etwa hab ich im Straßenverkehr das Vorurteil, wenn ich per pedes unterwegs bin, einem herannahenden Fahrzeug ein Nichtstehenbleiben zu unterstellen. Was mir nicht allzu viel Sorgen bereitet, denn letztendlich ist es durchaus sinnvoll, nicht überfahren zu werden.<br />
Ähnlich geht es mir mit Suppen. Ich unterstelle regelmäßig den zu geringen Einsatz von Salz und Pfeffer und würze immer schon vor dem Kosten nach. Was manches Mal durchaus schlimme Folgen haben kann.</p>
<p>Oder nehmen wir die Steirerin des Tages vom 21. Juli dieses Jahres in der Kleinen Zeitung. Ein Doppelname!, hab ich mir gedacht und wollte schon gar nicht mehr weiterlesen. Da hätte ich aber was versäumt. Und wir hier auch. Es ging nämlich um die neue Vorsitzende des Grazer Menschenrechtsbeirates. Das ist ein Ehrenamt, vom »Brotberuf« – bitte verstehen Sie die Anführungszeichen nicht falsch, das wäre ein Vorurteil – ist diese neue Vorsitzende Leiterin der Gleichbehandlungsanwaltschaft Steiermark. Zumindest nehme ich an, dass sie das ist. Die Kleine Zeitung sprach davon, dass sie diese Anwaltschaft im Jahr 2000 »übernommen hätte«. Aber zu schreiben, sie sei die »Gleichbehandlungsanwaltschaft Steiermark«, erschiene mir doch etwas kleinkrämerisch. Was jetzt eine solche Anwaltschaft im Genauen so tagtäglich zu verrichten hat, ist mir gar nicht bis ins letzte Detail hinein vertraut, das macht aber nichts, das wird jedenfalls was Gscheites sein. Nur fürs Protokoll sei angemerkt: Mein Vorurteilsradar schlägt bei solchen postdemokratischen Einrichtungen ganz und gar nicht an. Jedenfalls bin ich davon überzeugt, dass das Thema Gleichbehandlung ein zu wichtiges ist, als dass sich irgendwer oder noch dazu ich darüber lustig machen sollte. Weswegen ich insbesondere den infamen Vorwürfen, in dieser Gleichbehandlungsanwaltschaft seien ausschließlich Frauen angestellt, gar nicht einmal nachrecherchiere. Eine solche Ungeheuerlichkeit zu unterstellen kann doch bitte nur Ausgeburt eines dreisten Vorurteils gegenüber modernen wie wohlstandsgesellschaftlichen Errungenschaften sein.</p>
<p>Wo waren wir? Genau, was ich Ihnen von der Vorsitzenden des Menschenrechtsbeirates noch erzählen wollte, ist jetzt nicht, dass auch etwa Sie oder ich diesen Job gut machen würden – die neue Vorsitzende meint nämlich, es sei »eigentlich egal, wer an der Spitze steht«. Und auch nicht, dass sie ihren nächsten Urlaub irgendwo in Afrika, »wenn urlauben dort wieder abseits der Touristenpfade möglich ist«, verbringen möchte (was aber ein zu schöner Gedanke war, als dass ich Sie ihn hätte missen lassen dürfen).</p>
<p>Es ist ganz was anderes. Sie meint nämlich abschließend, sie möchte »im Kleinen daran arbeiten, dass Menschenrecht bei uns irgendwann zum Mainstream wird«. (Sie meint das auch von der Gleichbehandlung; da es hier – en detail – gewiss noch Defizite geben mag, kann man das meinetwegen – als Diskussionsansatz – so stehen lassen.) Was Menschenrechte betrifft, und jetzt ganz im Ernst, frag ich mich: Wo lassen denken, Frau Vorsitzende? Und ich frage mich, wie es sein kann, dass eine führende Management-Funktion des Landes (bzw. Bundes, es handelt sich ja um eine bundesweite Einrichtung) mit einer Person besetzt wird, die offensichtlich kaum in der Lage ist ein- wie abzuschätzen, in welch glücklicher Position sie ist. Die offenbar ihre Traumurlaubsziele mit ihrem beruflichen Wirkungskreis verwechselt.</p>
<p>Man kann über alles diskutieren, es ist wichtig und notwendig, dass es etwa den Menschenrechtsbeirat der Stadt Graz gibt. Es ist wichtig und notwendig, dass dieser bei allfälligen Verfehlungen etwa von öffentlicher Seite (Polizei, Justiz, &#8230;) oder auch bei privat verursachten Missständen aufzeigt und einschreitet. Aber dass es einen Menschenrechtsbeirat überhaupt gibt, ist bester Beweis dafür, dass »Menschenrechte« in Österreich natürlich und selbstverständlich »zum Mainstream« gehören. Und es ist geradezu ein Treppenwitz der Geschichte, dass eine Vorsitzende einer solch ehrenvollen Institution dies nicht zu erkennen vermag.</p>
<p>Offensichtlich hab ich mich über diesen Artikel in der Kleinen Zeitung sehr geärgert und komme jetzt abschließend drauf, dass ich mich wahrscheinlich in meinem Ärger ein bisschen verrannt habe. Ganz so schlimm wird es um den Menschenrechtsbeirat auch unter dieser neuen Führung natürlich nicht stehen. Und, da ich von Vorurteilen geschrieben habe, ich sollte ganz sicher nicht aufgrund dieses einen Artikels allzu vorurteilshaft Schlüsse auf die gesamte Persönlichkeit ziehen. Aber wenn es um die Herabwürdigung unserer Demokratie geht, bin ich halt alert. Im Übrigen bin ich der Meinung, dass eine große Koalition dem Lande nicht nutzen kann.</p>
<p><em>Zur Lage #40, Fazit 75 (August 2011)</em></p>
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		<title>Zur Lage (39)</title>
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		<pubDate>Thu, 14 Jul 2011 09:41:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Klepej</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fazit 74]]></category>
		<category><![CDATA[Zur Lage]]></category>

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		<description><![CDATA[Nichts über Bildung, noch weniger über Europas Finanzen, gar nichts über Atomstrom und fast eine Entgegnung. Wie jede Bildungsdebatte zeichnet sich auch die jüngste in erster Linie dadurch aus, dass viele Leute mit wenig Ahnung sich daran beteiligen.« Diesen ausnehmend klugen Satz habe ich in einem Kommentar von Claudia Gigler in der Grazer Kleinen Zeitung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Nichts über Bildung, noch weniger über Europas Finanzen, gar nichts über Atomstrom und fast eine Entgegnung.<span id="more-1895"></span><img title="Weiterlesen..." src="http://www.fazitmagazin.at/wp-includes/js/tinymce/plugins/wordpress/img/trans.gif" alt="" /></strong></p>
<p>Wie jede Bildungsdebatte zeichnet sich auch die jüngste in erster Linie dadurch aus, dass viele Leute mit wenig Ahnung sich daran beteiligen.« Diesen ausnehmend klugen Satz habe ich in einem Kommentar von Claudia Gigler in der Grazer Kleinen Zeitung gelesen. Und was mir noch mehr gefallen hat, waren die dann folgenden Ausführungen, wie, warum und vor allem wie genau alles im Bildungsbereich auszuschauen hat. Ich für meinen Teil kenn mich ja bei Weitem nicht so gut aus im Bildungsbereich, wie mit Claudia Gigler viele andere Journalisten in und um Österreich, und kann Ihnen so kaum was über die aktuellen Positionen zur Reform unserer Oberstufen berichten.</p>
<p>Vielleicht nur so viel, dass mich der Verdacht beschleicht, dem Michael Spindelegger und mit ihm der Österreichischen Volkspartei geht’s da wie mir. Hat es doch mehrere Tage an Schrecksekunden gebraucht, bis die Vernetzung von »Aufsteigen mit drei Nicht genügend« und »ÖVP-Leistungsgedanke« nachhaltig geworden ist. Wobei, ob es wirklich gescheit ist, die Oberstufen hinkünftig in einem (universitätsnahen) kursgleichen Modus zu führen, vermag ich nicht umfassend zu beurteilen. Hab ja doch meinen letzten Satz gerade kaum verstanden. Da fehlt mir einfach die Ahnung.</p>
<p>Und ahnungslos stehe ich auch der gesamten Griechenland-Finanz-Thematik gegenüber. Offensichtlich haben die Helenen jetzt ja vor, »notwendige Schritte« zu unternehmen. Erst vorige Woche durfte ich in einem Ö1-Mittagsjournal nämlich erhören, dass man daran gehe zu überprüfen, ob Zehntausende Pensionen seit mehr als zehn Jahren wirklich an Tote ausgezahlt wurden und – man will offenbar Nägel mit Köpfen machen – ob es zur Stunde wirklich mehr als 18.000 über Hundertjährige an der Ägäis geben kann.</p>
<p>Handlungsbedarf ist offenbar gegeben. Nur, in welche Richtung? Was ist gescheit, was ist sinnvoll. Eine Schau durch unsere Medien, nicht nur in Bildungsfragen herrscht der »Gigler’sche Makel« vor, erhellt wenig. Natürlich ist etwa die linkslastige Standard-Redakteurin hier überzeugt davon, Griechenland müsse »gerettet werden«, und natürlich zeichnet der rechtslastige Kommentator dort ein wunderbares Bild eines entschuldeten und damit von allen Sorgen befreiten Griechenlands. (Mit den jeweiligen Schreckensszenarien bei Nichtbefolgung der jeweiligen Position.) Ich sag Ihnen ganz offen, ich weiß es einfach nicht. Ich habe keine Ahnung, was gescheit ist und was etwa mit Griechenland, mit Spanien, mit Irland usw. usf. passieren muss. Nicht die geringste Ahnung habe ich.<br />
Mir erscheint nur wichtig, dass man auch darauf hinweisen darf, dass nicht alles ganz so superklass gelaufen ist. Und dass – offenbar – von den jeweiligen Regierungen und im speziellen Fall halt von der griechischen Regierung mehr Geld ausgegeben wurde als vorhanden war. Aber tun das nicht alle Regierungen? Ach, das wird nichts.</p>
<p>Kommen wir zu einem Themenfeld, in dem ich mich wenigstens ein bisschen auskenne, der Atomphysik. Da ist in Japan diesen März eine fürchterliche Katastrophe passiert, ein Tsunami und mehrere Erdbeben haben ganze Landstriche dem Erdboden gleichgemacht, Zehntausende sind gestorben, Hunderttausende haben all ihr Hab und Gut verloren – durch diese Naturkatastrophe wohlgemerkt – und in Europa werden die Atomkraftwerke ausgeschaltet. Also nicht in ganz Europa, aber zumindest einmal in Deutschland, der Schweiz und in Österreich. Wobei, das in Österreich wurde immerhin nur gebaut, eingeschaltet ist es ja wahrscheinlich nie geworden. Aber es heißt ja auch Männer seien am Mond gewesen.</p>
<p>Potzblitz! Jetzt habe ich mein Thema: Nur Männer waren am Mond! Ja hallihallo, ist das noch gar keinem Genderbeauftragten der österreichischen Bundesregierung aufgefallen? Ich werde das morgen umgehend im Standard-Chat posten, zumindest drei, vier Facebook-Gruppen zum »I like« wird es dann wohl wenigstens geben.</p>
<p>Ansonsten fällt mir heute leider wirklich gar nichts mehr ein, über das zu schreiben mir ausreichendes Hintergrundwissen erlauben würde. Bleibt mir nur mehr, einer Verpflichtung nachzukommen, die ich mir mit meiner letzten Lage und der Geschichte über mein neues Smartphone eingehandelt habe. Ich habe davon schwadroniert, dass wir alle in der Redaktion jetzt so ein Smartphone hätten. Unser guter leitender Redakteur und Verantwortlicher auch für die aktuelle Titelgeschichte, Michael Thurm, begehrt nun die Richtigstellung dieser falschen Behauptung und eine meinerseitige Erklärung, dass er kein Smartphone besitzt. Meine Behauptung in der letzten Lage war also unrichtig und ich ziehe sie mit dem Ausdruck des tiefen Bedauerns zurück. Im Übrigen bin ich der Meinung, dass eine große Koalition dem Lande nicht nutzen kann.</p>
<p><em>Zur Lage #39, Fazit 74 (Juli 2011)</em></p>
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		<title>Zur Lage (38)</title>
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		<pubDate>Mon, 20 Jun 2011 08:29:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Klepej</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fazit 73]]></category>
		<category><![CDATA[Zur Lage]]></category>

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		<description><![CDATA[Über moderne Kommunikation oder das, was wir dafür halten. Dank der Wi-Fi®-Verbindung können Sie mehr Aufgaben in kürzerer Zeit erledigen. So haben Sie mehr Zeit für die wirklich wichtigen Dinge des Lebens.« &#8230; beschreibt das Unternehmen Blackberry irgendeine verschrobene Funktion seines Mobiltelefons Pearl 9105 auf der Webseite. Mehr Aufgaben in kürzerer Zeit also. Welche  Aufgaben [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Über moderne</strong><strong> Kommunikation oder das,</strong><strong> was wir dafür halten.<img title="Weiterlesen..." src="http://www.fazitmagazin.at/wp-includes/js/tinymce/plugins/wordpress/img/trans.gif" alt="" /></strong></p>
<p><span id="more-1858"></span>Dank der Wi-Fi®-Verbindung können Sie mehr Aufgaben in kürzerer Zeit erledigen. So haben Sie mehr Zeit für die wirklich wichtigen Dinge des Lebens.«<br />
&#8230; beschreibt das Unternehmen Blackberry irgendeine verschrobene Funktion seines Mobiltelefons Pearl 9105 auf der Webseite. Mehr Aufgaben in kürzerer Zeit also. Welche  Aufgaben sollen das sein? Irgendeiner anderen Pappnase mitzuteilen, dass ich nicht in fünf, sondern erst in sieben Minuten kommen werde, nur weil ich vorher noch irgendeinen unwesentlichen Text dieser Pappnase zuschicke.<br />
Zu erfahren, was die Damen und Herren von Blackberry für die wirklich wichtigen Dinge des Lebens halten, ist mir übrigens dankenswerterweise erspart geblieben.<br />
Die mir bekannten Kraftausdrücke reichen nicht aus, um meinen Erfahrungen und Gedanken bei meiner aktuellen Umschau nach einem neuen Telefon, Mobiltelefon, Ausdruck zu verleihen. Es wäre fast unfair, Blackberry hier allein stehen zu lassen: Apple, Nokia, HTC, Samsung, Sony und wie der ganze Technikschrott sich nennen mag, alles Müll! Ich will ein Telefon. Ich will damit telefonieren. Ich brauch keine Sternbilder deuten, ich brauch keine Fotos machen. Es interessiert mich einen feuchten Kehricht, welche Restaurants in meiner Nähe sind, geschweige denn will ich wissen, wie viele Kilometer ich am Tag marschiere.<br />
Es würde mir meinen Tag verleiden, den ganzen Twitterschwachsinn ständig an meinem Herzen zu tragen, vom facebookschen Gebrabbel ganz zu schweigen. Die ganzen Entrüstungen, Empörungen und vor allem die absoluten Wahrheiten würden mir den Kopf platzen lassen. Allein der Gedanke, die Abertausenden Katzen-, Hunde- oder Babyfotos ständig mitzuführen, lässt mich beinahe erblinden.<br />
Ich will keine E-Mails in die Sakkotasche geschickt bekommen, ich will nicht der unsinnigen Imagination aufsitzen, irgendetwas in meinem Leben könne nicht 24 Stunden warten. Ich will ein Telefon. Es soll gut in der Hand liegen, keine zu kleinen Tasten haben und, was soll’s, SMS empfangen können. Ich will es in mein Auto legen, und dort soll es sich automatisch mit dem Autotelefon verbinden. Sonst soll es nichts können. Just phone also &#8230;<br />
Das war vor einer Woche. Also vor einer Woche habe ich das geschrieben, und  – das wird ja auch einigen großen der Weltgeschichte nachgesagt, das so zu halten – was schert mich meine Meinung von vor einer Woche. Inzwischen habe ich nämlich auch so ein Smartphone; wir alle in der Redaktion haben so ein Smartphone und der gesellschaftliche Druck – man will ja nicht total abstinken vor den Kollegen – hat mir also diese Spielerei beschert. Und ich sage Ihnen, es ist großartig. Allein wie cool es ausschaut, wie elegant sich der Bildschirm langsam erhellt oder noch langsamer wieder verdunkelt. Natürlich nur, solange niemand mit seinen Fingern über diesen gefahren ist, dann ist er halt ein bisschen verschmiert. Aber das Prinzip!<br />
Und was das alles kann! Auf einer Parkbank bin ich gesessen und habe etwa in der  New York Times lesen können, dass Dominique Strauss-Kahn nicht mit seiner Tochter essen war, sondern doch unter der Dusche.<br />
Oder das Wetter in Rio de Janeiro. Es hat irgendwas, in Graz auf einer Parkbank total informiert über die weltweite Wetterlage zu sein. (Das leichte Tröpfeln hab ich dann leider unbemerkt über mich ergehen lassen, die Online-Datenverbindung für Graz hatte ich noch nicht installiert.)<br />
Mit meinem neuen Telefon kann ich jederzeit Online-Kasinos besuchen, würde ich das jemals wollen, weltweit Schach spielen oder auch mit mir allein würfelpokern. Tagsüber im Freien ist es nicht ganz so ideal. Dass ich die Bilder des unehelichen Kindes von Arnold Schwarzenegger auf dem von der Sonne verspiegelten Display nicht erkennen konnte, war da weniger problematisch als die Tatsache, dass ich dann nicht in der Lage bin, eine Nummer einzugeben oder eine der gespeicherten aufzurufen. Gut, das ist der Fortschritt, da darf man nicht meckern, irgendeine Macke hatten sicher auch die guten alten Tasten; zumindest nach drei, vier Jahren des Gebrauchs.<br />
Einen Wecker hat mein Telefon auch. Dass ich heute verschlafen habe, und daher nicht zum Bundesparteitag der niederösterreichischen ÖVP nach Innsbruck gefahren bin – erstmals ein Parteitag seit 20 Jahren ohne meine Wenigkeit –, ist meiner Nachlässigkeit geschuldet, einer Generation anzugehören, die elektrische Geräte bei Nichtgebrauch ausschaltet. Das neue Superding schaltet sich nämlich nicht von selbst ein.<br />
Alles in allem die richtige Entscheidung. Wenn man was zum Spielen haben möchte. Und wann will man das nicht. Telefonieren kann ich ja auch am Festnetz. Im Übrigen bin ich der Meinung, dass eine große Koalition dem Lande nicht nutzen kann.</p>
<p><em>Zur Lage #38, Fazit 73 (Juni 2011)</em></p>
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		<title>Zur Lage (37)</title>
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		<pubDate>Wed, 25 May 2011 13:08:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Klepej</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fazit 72]]></category>
		<category><![CDATA[Zur Lage]]></category>

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		<description><![CDATA[Über ein Krankheitsbild, über die jüngsten Entwicklungen der Regierung und trotzdem nichts wirklich Wesentliches zum Zustand der ÖVP. Immer öfter leide ich in letzter Zeit unter einer besonders intensiven Form des »Robin-Hood-Syndroms« (RHS). Jetzt muss man dazu wissen, was ein RHS ist, und das tue ich gar nicht. Zumindest weiß ich nicht, ob es ein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Über ein Krankheitsbild, über die jüngsten Entwicklungen der Regierung und trotzdem nichts wirklich Wesentliches zum Zustand der ÖVP.<span id="more-1799"></span></strong></p>
<p>Immer öfter leide ich in letzter Zeit unter einer besonders intensiven Form des »Robin-Hood-Syndroms« (RHS). Jetzt muss man dazu wissen, was ein RHS ist, und das tue ich gar nicht. Zumindest weiß ich nicht, ob es ein solches gibt. Also lassen Sie mich erklären, was ich darunter verstehe: Meinen offenkundigen Drang nämlich, immer eine andere Position einzunehmen, als es der Mainstream österreichischer Geistesgrößen im Internet, das sind vor allem Politikwissenschaftsstudierende und andere über viel Freizeit verfügende Freidenker, vorgibt.<br />
Nehmen wir etwa den überaus telegenen (der Böse aber auch!) Sebastian Kurz her. Gerade noch Chauffeur des »Geilomobils« der Jungen ÖVP im Wiener Wahlkampf 2010 (ja, in Wien wird Bürgermeister Häupl alle fünf Jahre gewählt, und ja, in Wien gibt es eine ÖVP) und heute schon Jungstar der neuen volksparteilichen Politshowbühne.<br />
Na bummsti! Hab ich mir gedacht, als ich von dieser Nominierung Anfang der Woche gehört habe, und neben vielen Gedanken sind mir sicher auch einige des Neids ob der nun zu erwartenden üppigen Gehaltsabrechnung für den bald ein Vierteljahrhundert auf dem Buckel habenden Politiker eingeschossen.<br />
Jetzt darf ich noch erwähnen, dass ich damals, als ich die gerade im Nationalrat angelobte Silvia Fuhrmann kennenlernen durfte, eher reserviert einer solchen Politikkarriere eines Teenagers (der sie damals zumindest dem Geburtsdatum nach noch war) gegenübergestanden bin. Aber damals gab es ja auch noch nicht das Internet. Dort haben die Hämekanonen und Schmähbatterien keine zehn Minuten nach den ersten Meldungen der Kurz’schen Bestellung über den im Netz so beliebten Kurznachrichtendienst Twitter (140 Zeichen maximal, da bleibt die Versuchung gering, neben den Händen zum Tippen auch das Gehirn zum Denken einschalten zu müssen) angehoben, ihre schwere Munition unters Volk zu bringen. Aber wie!<br />
Mein Benehmen, wahrscheinlich auch die geltende Rechtslage, erlauben es mir leider nicht, Ihnen hier aus diesen Kommentaren zu zitieren, ich kann Ihnen nur versichern, Sebastian Kurz hat sein Fett wegbekommen. Und plötzlich – RHS! – war er für mich der Star. Plötzlich war der ernsthaft sympathische Michael Spindelegger nicht mehr bloß designierter Parteiobmann der ÖVP, nein, er war deren Mastermind! Ganz egal, ob da jetzt in St. Pölten mit- oder vorgedacht wurde. Hut ab. Dass nach zehn, fünfzehn Schreckstunden dann vonseiten der Grünen in Person Eva Glawischnigs auch noch der Versuch unternommen wurde, all die Beleidigungen und Herabwürdigungen, die dieser junge Mensch gerade erfahren hatte, durch irgendein Geschwurbel von mangelnder Kompetenz inhaltlich zu unterfüttern, war dann nur mehr Kosmetik! Weil eines darf ich den Grünen schon auch ins Stammbuch schreiben: Wie sie habe ich immer die Notwendigkeit gesehen, dem Thema Integration endlich einen höheren Stellenwert zu geben. Und dann macht man ein Integrationsstaatssekretariat, und es passt erst nicht. Von vornherein! Weil die Person nicht passt. Das sollte man dem politischen Mitbewerber als Demokrat schon zugestehen, dass er die eigenen Player selber aussucht. Und für deren Erfolg oder eben Misserfolg dann verantwortlich gemacht werden kann. Im Übrigen erscheint es mir immer mehr und mehr als sinnvoll, Sebastian Kurz eine faire Chance zu geben. Vor allem aus dem Gesichtspunkt heraus, dass es gerade die Generation Kurz (kein Wortspiel) ist, die mit dem Thema Integration am längsten und am intensivsten zu tun haben wird. Nicht zuletzt angesichts der Tatsache, dass es schon heute Stimmen österreichischer Verfassungsrechtler gibt, die meinen, die türkische Bevölkerung in Österreich sei bereits jetzt eine eigene, autochthone Minderheit. Der damit die gleichen Minderheitenrechte zustünden wie etwa den Kroaten oder Ungarn im Burgenland oder den Slowenen in Kärnten (wo gerade, so hoffe ich, nicht die historische Chance einer soliden Lösung verspielt wird). Das wären dann zumindest zweisprachige Ortstafeln in Wien. Und so Sachen. Wer, wenn nicht die Jungen, müssen ihr Miteinander der nächsten Jahrzehnte gemeinsam bestimmen.<br />
Denken wir außerdem an Verena Remler. Allzu viel kann man als Staatssekretär nicht anrichten. Remler war vom November 2010 bis zum April 2011 Staatssekretärin im Familienministerium, hat dafür aber auch nichts Besonderes  angestellt. Eine kurze Erscheinung (Wortspiel) hat diese Legislaturperiode also schon ausgehalten.<br />
Was die Situation der ÖVP insgesamt betrifft, habe ich – wieder einmal – leider keinen Platz mehr. Das verspreche ich für die nächste Ausgabe; wenn es die ÖVP bis dahin noch gibt. Im Übrigen bin ich der Meinung, dass eine große Koalition dem Lande nicht nutzen kann.</p>
<p><em>Zur Lage #37, Fazit 72 (Mai 2011)</em></p>
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		<title>Zur Lage (36)</title>
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		<pubDate>Tue, 05 Apr 2011 10:58:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Klepej</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fazit 71]]></category>
		<category><![CDATA[Zur Lage]]></category>

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		<description><![CDATA[Unwesentliches über einen Supermarkt, kurz zum Berufsbild des Wachmanns, etwas über Ernst Strasser und was über Vorstände. Zwei-, dreimal im Monat komm ich zum Einkaufen bei diesem Spar-Markt in der Hans-Sachs-Gasse. Also eigentlich komm ich dann ja gerade nicht zum Einkaufen, also nicht rechtzeitig bis um sieben, und muss daher zu dem Spar-Markt in der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Unwesentliches über einen Supermarkt, kurz zum Berufsbild des Wachmanns, etwas über Ernst Strasser und was über Vorstände.</strong><br />
<span id="more-1731"></span>Zwei-, dreimal im Monat komm ich zum Einkaufen bei diesem Spar-Markt in der Hans-Sachs-Gasse. Also eigentlich komm ich dann ja gerade nicht zum Einkaufen, also nicht rechtzeitig bis um sieben, und muss daher zu dem Spar-Markt in der Hans-Sachs-Gasse, der hat länger offen. Und er hat noch etwas Außergewöhnliches anzubieten: eine ladeneigene Security, sagt man da heute. Wachmänner, verstehen wir Alten. Wahrscheinlich komm ich doch seltener in diesen Markt, auf jeden Fall denk ich mir, das ist immer ein anderer Wachmann. Aber er schaut immer gleich gefährlich aus. Wahrscheinlich ist das ja sogar eine – um dem Berufsbild zu entsprechen – wichtige Voraussetzung für so einen Wachmann, so einen »Shop-Guard«, ein bisschen gefährlich auszusehen. Ich muss gestehen, ich bin immer froh, dass ich dann gerade in einem Spar-Markt bin, wenn ich dieses Wachmannes ansichtig werde, in einem dunklen Wald oder auch nur auf einem einsamen Autobahnparkplatz würde das vielleicht ein wenig anders ausschauen. Jedenfalls erzielt er seine Wirkung, der Wachmann. Also bei mir zumindest.<br />
Seitdem dieser dort aufpasst und einen genauestens beobachtet, während man vor der Kassa aufs Zahlen wartet, habe ich es noch nie verabsäumt, alle meine Hosen- wie Jacken- und sonstigen mitgeführten Taschen genauestens zu kontrollieren, wohl nichts eingesteckt oder -gepackt zu haben, was den Eindruck erwecken könnte, an der Kassa vorbeigeschummelt werden zu wollen. Nicht, dass ich jemals auch nur einen Lutscher hätte wo mitgehen lassen, aber diese Wachleute dort, die wirken mir eher dem alten Ideal verpflichtet, keine Gefangenen zu machen.<br />
Gestern erst, da war ich wieder dort, da hab ich mir gedacht, dieser Ernst Strasser, der kann froh sein, dass er bei seinen internationalen Bemühungen, alle Verbrecher – besonders die ganz korrupten – dieser Welt zu überführen, noch nicht bei dem Spar-Markt vorbeigekommen ist.<br />
Weil für so Missverständnisse im Zuge solcher in Wahrheit der demokratischen Kultur verpflichteten Ermittlungen, denen der Ernst Strasser mal in seinem Büro, mal in seiner Bar nachkommt, für so Missverständnisse hätten die Wachleute dort, glaube ich halt, kein Verständnis. Der Strasser Ernst, der hätte nur anheben brauchen zu seinem noch so gut vorbereitetem »änd for diss ei täck äbaut ä handaddausnd juhros ä jier &#8230;« – patsch hätt’s gemacht, und der Wachmann hätte den Ernst sofort an die Wand genagelt. Aber sofort! Links, rechts, patsch! Na ja. Wissen Sie, diese Sache um diesen selbstgefälligen und offenbar schwer korrupten Karrieristen Ernst Strasser, die hat mich wirklich in Mark und Bein getroffen. Aber lassen wir das, das führt zu nichts. Viel lustiger, ich erzähl Ihnen die Geschichte von meinem Mobilnetzbetreiber, der hat mir nämlich vor wenigen Tagen ein so ein »personalisiertes Mailing« zugeschickt.<br />
Das ist immer was Tolles, Post bekommt man in diesen postarmen Zeiten gerne. Dieses »Mailing« von A1 Telekom – ja, ich bin da recht wenig kreativ in der Auswahl meines Mobilnetzbetreibers, auch unser Firmenfestnetz und sogar das Internet beziehen wir dort, wenn man denn davon sprechen kann, das Internet zu beziehen – war ein recht aufwendig gestaltetes, handlich zusammengefaltetes, offen dann nicht ganz A1-großes Plakat. »Sehr geehrter Herr Klepej«, war da einleitend zu lesen und dann weiter: »Persönliche Wertschätzung. Eine gute Beziehung. Ein gemeinsames Jahr. Heute ist der Tag, an all das zu denken«. Das liest man gerne. Noch dazu auf so edlem Papier in so wunderbaren Farben. Der gute Alexander Sperl, MBA, zeichnender Vorstandsdirektor der A1 Telekom Austria AG, bedankt sich dann abschließend in kurzen, sehr freundlichen und beinah Intimität imaginierenden Worten bei mir für mein erstes Jahr der gemeinsamen Zusammenarbeit mit A1. Super Sache, einmalig.<br />
Besonders intensiv wird dieser Dank natürlich eingedenk der Tatsache, dass ich seit dem Jahre 1991 ein Mobiltelefon mein Eigen nenne und das damals schon, ganz uneingedenk der Tatsache mit dem Monopol, beim Rechtsvorgänger der A1 Telekom Austria angemeldet hatte. Ein Jahr danach kam ein zweites dazu und mittlerweile sind es seit mehr als sechs Jahren sechs Mobiltelefonverträge und vier Festnetzleitungen (die seit zwanzig Jahren), die ich – und ich erlaube mir, ihn hier stellvertretend zu nennen – bei Vorstandsdirektor Sperl jedes Monat blech. Da freut es mich natürlich, wenn Sperl mich jetzt wenigstens seit einem Jahr als Kunden wahrnimmt. Ein bisschen relativiert dieses Mailing natürlich auch jede Sorge vor allzu großem Datenmissbrauch durch diese Riesenkonzerne.<br />
Dafür sind die viel zu behäbig; dinosaurierartig sind die dumm genug, viel zu viel Geld für ein solches mich für meinen Lieblingsprovider fremdschämen lassendes Mailing auszugeben. Anstatt dass die mir nach mittlerweilen bald sieben Jahren, die ich jetzt mit meinem Samsung-Klapptelefon aus der Steinzeit telefoniere, endlich einmal ein neues Telefon schenken würden. Aber hallo! Das bekommt man ja nur bei einem Jahresvertrag gratis! Den ich erst zwanzigmal habe laufen lassen. Aber was interessiert uns mein Handy. Bis bald. Im Übrigen bin ich der Meinung, dass eine große Koalition dem Lande nicht nutzen kann.</p>
<p><em>Zur Lage #36, Fazit 71 (April 2011)</em></p>
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		<title>Zur Lage (35)</title>
		<link>http://www.fazitmagazin.at/2011/03/zur-lage-35/</link>
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		<pubDate>Thu, 10 Mar 2011 10:53:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Klepej</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fazit 70]]></category>
		<category><![CDATA[Zur Lage]]></category>

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		<description><![CDATA[Natürlich viel zu wenig über das Grazer Schauspielhaus, kurz über Politik, etwas über die GVB und genug zu Professor Benedek. Man geht ja viel zu selten ins Theater. Also ich zumindest gehe viel zu selten ins Theater. Dabei haben wir so wunderbares Theater in Graz. Das Schauspielhaus etwa; wunderbar! Aber auch der Off-Broadway hat in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Natürlich viel zu wenig über das Grazer Schauspielhaus, kurz über Politik, etwas über die GVB und genug zu Professor Benedek.</strong><br />
<span id="more-1668"></span>Man geht ja viel zu selten ins Theater. Also ich zumindest gehe viel zu selten ins Theater. Dabei haben wir so wunderbares Theater in Graz. Das Schauspielhaus etwa; wunderbar! Aber auch der Off-Broadway hat in Graz was zu bieten. Vom Off-Off gar nicht zu reden. Da braucht man nur ins Landhaus gehen und sich die Aktivistinnen und Aktivisten anschauen. Vorne wie hinten. Oder überhaupt gleich vor dem Landhaus, da wird einem auch ein bühnenreifes Angebot gemacht. Die einen knien sich hin und haben dann ein gutes Gefühl, und die anderen, ja, die anderen. Das ist der springende Punkt, meine Lieben.<br />
Sie brauchen keine Angst nicht haben, ich werde in der dann doch selten allzu sachlichen Lage nicht über das aktuell beschlossene Bettelverbot in der Steiermark was schreiben. Da gibt es jetzt überall genug zu lesen. Ich darf Ihnen nur einen Absatz lang erklären, warum ich im Editorial nichts dazu geschrieben habe. Zum einen sind die Ereignisse in Ägypten ja alle Betrachtungen dieser Welt wert, zum anderen bin ich einfach uneins in der Frage dieses neuen Landesgesetzes. Und in einem Editorial sollte man nur eine Sache vertreten. Ich habe gute Gründe für und gute Gründe gegen ein solches Verbot. Ich bin mir aber jedenfalls sehr sicher, die Abgeordneten haben es sich nicht leicht gemacht. Sie diskutieren diese Thematik ja schon seit mehr als drei Jahren in all ihren Facetten und mit allen Betroffenen.<br />
Zurück zum echten Theater. Oder zumindest dem auf der Bühne. Den »Hamlet« hab ich mir angeschaut! Mit meiner wunderbaren Frau war ich letzten Dienstag also im Schauspielhaus und es war großartig. Bin mir vorgekommen wie bei »Macbeth«. Das liegt wahrscheinlich nicht zuletzt daran, dass der Claudius Körber – ein toller Schauspieler! – letzte Saison den Macbeth gegeben hat und am Dienstag nun den Hamlet.<br />
Und ein bisserl auch daran, dass der Job als Bühnenbildner beim Schauspielhaus ein Traumjob sein muss. Ein echter Traumjob. Weil, also ich einfacher Geist stell mir das so vor, dass da der Intendant und der Regisseur und wer noch alles zusammensitzen und dann sagt der Regisseur: Hamlet, hm? Und dann sagt der Bühnenbildner: Hamlet, Hamlet, hmm? Macbeth! Sagt er dann.<br />
Es ist die gleiche Bühne; nämlich keine Bühne. Also schon eine Bühne, »die Bühne« schon, die ist immer da. Aber sonst: nichts. Toll, sag ich Ihnen. Mir gefällt das.<br />
Ganz stimmt das außerdem nicht, beim Macbeth wurde mit den Toren gespielt, also mit dem Ausschnitt der Bühne, den man gerade sehen kann. Das hat der Hamlet nicht mehr gebraucht; da waren die Tore einfach immer offen.<br />
Jetzt werden Sie gar glauben, ich mach mich da lustig. Natürlich mach ich mich lustig, ich mach mich gerne lustig, außerdem kenn mich da auch nicht aus. Den Hamlet (oder wars Macbeth, ich verwechsel das mit den Jahren) hab ich mal da, mal dort gesehen. Und es hat mir meistens gefallen. (Gut, dieses eine Mal in &#8230; – egal.) Aber jetzt am Dienstag in Graz war es sehr toll. Beeindruckend, möchte ich sagen. Vor allem das Ensemble. Durch die Bank eine sehenswerte Truppe. Und im Übrigen gibt es natürlich auch beim Hamlet einen gut funktionierenden, ausstattungserweiternden Spezialeffekt, aber da verrate ich Ihnen jetzt nichts. Sie sollen sich den Hamlet ja noch anschauen.<br />
Fast vergessen hätt ich noch diese herzzerreißend nette Attitüde des Grazer Theaters, dieses Kleinod an Traditionalität: Woanders mag man sich über die Schulter spucken und dabei »toi, toi« zurufen, in Graz zieht sich einer aus. Ganz großartig. Und immer wieder überraschend. Geradezu unerwartet, sag ich Ihnen. Ich schau dem Hamlet, ich hör dem Hamlet grade zu, es muss im 2. Akt gewesen sein, das T-Shirt hatte er schon ausgezogen, schwupps, war die Hose unten. Einmalig. Dem Niki Lauda hätte das jetzt wahrscheinlich, vor allem, wenn er mit seinen Kindern, aber lassen wir das. Wenn man gerade im Theater unterwegs ist, dann soll man wirklich nicht an Dancing Star denken müssen.<br />
Und sonst? Ski fahren auf der Hebalm, ganz große Klasse. Semesterferien sind nächste Woche, zumindest bei uns im Süden. Wahlen erst wieder in zwei Jahren, stellen Sie sich das vor! Ich muss jetzt leider etwas improvisieren; die großen Themen, da bin ich befangen. Kann ich gar nichts dazu sagen. Dabei, lustig wärs schon. Nein, das führt niemanden nirgends hin. Nur wenn ich schon beim Thema Dienstwagen bin, fallt mir noch die gute alte GVB ein.<br />
Wobei, die heißt jetzt ja nicht mehr GVB (Grazer Verkehrsbetriebe; unheimlich aussagekräftig und selbsterklärend), sondern »Graz Linien«! Sapristi aber auch. Endlich einmal ein Anglizismus, der ohne Anglizismus auskommt. Da hat sich wer was gedacht, das muss einem auch erst einmal einfallen. Irgendwo hab ich ja gelesen, dass die »Marke GVB« zu »ramponiert« sei, um sie weiter verwendet zu wissen. Mir persönlich wäre das gar nicht aufgefallen. Die »Marke GVB« war eigentlich immer o.k. Ein zu kleines Straßenbahnnetz hat Graz, aber das ist seit 20, 30 Jahren bekannt. Und ich befürchte schon, dass die »Graz Linien« (ich kann das nicht unangeführt schreiben) jetzt auch nicht plötzlich länger geworden sind. Aber was weiß ich schon vom Nahverkehr? So wenig wie vom Theater. Im Übrigen bin ich der Meinung, dass eine große Koalition dem Lande nicht nutzen kann.</p>
<p><em>Zur Lage #35, Fazit 70 (März 2011)</em></p>
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