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Hans im Glück

| 26. September 2013 | Keine Kommentare
Kategorie: Fazit 96, Fazitgespräch

Foto von Marija Kanizaj

Im Leben von Hans Knauss haben oft Hundertstelsekunden entschieden. Bei der WM-Bronzemedaille 1999 fehlte ihm genau eine Hundertstel auf die beiden vor ihm liegenden Weltmeister, bei der Silbermedaille vier Jahre später nur drei Hundertstelsekunden auf den obersten Stockerlplatz. Inzwischen geht es nicht mehr so knapp zu. Trotzdem findet das Interview, ganz effizient, in den Pausen eines Pressetermins im Rahmen des »Aufsteirerns« statt, wo Knauss als Trachtenmodel einen Auftritt hat. Mitten auf dem Grazer Hauptplatz, auf frischen Holzspänen und neben einer kleinen Holzblockhütte beginnt das Interview und wie auf der Skipiste scheint Knauss alles um ihn herum ausblenden zu können. Nicht einmal die kurze Unterbrechung für einen Fototermin bringt den Gesprächsfluss durcheinander.

Das Gespräch führten Michael Thurm und Sabrina Luttenberger.

::: Hier können Sie das Interview im Printlayout lesen: LINK

Herr Knauss, wie viel mussten Sie heuer schon für Ihre Kamerafahrten trainieren, die Sie vor jedem alpinen Weltcuprennen für den ORF machen?
Ich höre eigentlich nie auf zu trainieren. Auf Skiern muss ich zwar grundsätzlich nicht mehr viel machen, da reicht mein Können von früher. Ich kämpfe ja nicht um die letzten Sekunden. Und wenn ich körperlich fit bin, dann stell ich mich auf die Bretter und fahre. Also Fitnessstudio, Bergsteigen, Mountainbiken. Das mach ich eh gern, weil ich die Natur liebe. Es ist mein Hobby und gleichzeitig brauch ich es auch beruflich.

Haben Sie noch den Ehrgeiz, mit ein paar von den Aktiven mitzuhalten?
Es gibt selbst für mich ab und zu noch Highlights. Wenn ich merke, dass ich auf einer schweren Abfahrt fünf Schwünge auf blankem Eis hinlege, ohne irgendeinen Wackler … super.

Sie sind auch noch nie gestürzt, trotz eines recht hohen Tempos.
Ich bin einmal in Sölden im Neuschnee gelegen. Aber gestürzt bin ich Gott sei Dank noch nicht. Ich fahr zwar statt 130 km/h nur 110 km/h, nehme schon auch Risiko raus, aber es gibt Passagen, da geht es nicht ohne. Und wenn ich das gut meistere, dann fängt es mir an zu taugen. Das Skifahren war mein Leben und ist es nach wie vor.

Wie sieht Ihr Training aus, können Sie sich noch annähernd so quälen wie früher?
Wenn ich einen guten Tag habe, dann geht das super. Wenn nicht, quatsch ich halt mehr mit den Leuten im Fitnessstudio und geh wieder heim.

Und wie ist das Verhältnis von guten und schlechten Tagen?
Naja. Sagen wir drei gute, zwei schlechte … Früher war das zum Teil gnadenloser Druck. Heute ist das im Vergleich dazu fast Hobbysport. Und es ist schon ein riesiger Unterschied, ob man noch die letzten drei Sekunden für den Weltcup holen will oder ob es darauf nicht ankommt.

Wie lange wären Sie noch weitergefahren, wenn Sie Ihre Karriere nicht wegen der Dopingvorwürfe hätten beenden müssen?
Mein Ziel waren noch drei Jahre. Ausgerechnet in dem Jahr, wo ich aufhören musste, hab ich meine besten Werte abgeliefert, das Umfeld hat gepasst und alles war auf einem guten Weg. Im Jahr darauf wäre Olympia gewesen und dann die Weltmeisterschaft in Aare.

Ärgert es Sie dann nicht, dass Sie sich heute zwar immer noch den Hang runterstürzen, aber eigentlich nicht mehr viel dafür bekommen?
Nein, ich bin froh, dass mein Hobby noch immer mein Beruf ist.

War es nicht die denkbar blödeste Art, seine Karriere zu beenden?
Es war die zweitblödeste. Irgendwo zu stürzen und dann im Netz zu zappeln, einen bleibenden Schaden davonzutragen, das wäre das Blödeste gewesen. Ich war zum Glück nie ernsthaft verletzt. Aber jeder hat sein Packerl zu tragen. Die Art und Weise, wie ich hab aufhören müssen, hat mir damals schon einen irrsinnigen Klopfer verpasst.

Wie sehen Sie heute die Dopingvorwürfe gegen andere Leistungssportler?
Ich werde nie eine Sportart pauschal verurteilen, auch wenn einige Ausdauersportarten brutal über die Grenze gegangen sind. Aber wenn dann ein paar dabei sind, die nichts nehmen, dann tut man denen so furchtbar unrecht. Das Gefühl habe ich erleben müssen und deshalb hüte ich mich vor solchen Urteilen.

Die Österreicher standen aber trotz der Vorwürfe immer hinter Ihnen.
Es hat schon eine Zeit gebraucht. Und bisher bin ich in Europa immer noch der Einzige, der Verunreinigung bei Nahrungsergänzungsmitteln hat beweisen können. Ich bin vom Vorsatz freigesprochen worden, habe auch in Amerika den Prozess gegen die Hersteller gewonnen und ich bin froh, dass das gelungen ist. Ich war damals ja ein Bauernopfer der FIS, die haben gepokert und es hätte kein besseres Opfer geben können. Ich war verzichtbar, aber ich war gut genug, damit man an mir ein Exempel statuieren konnte. So beinhart ist das. Und ich hab damals viel gelernt. Wer heute glaubt, dass die Olympiavergabe wegen der Natur und der regionalen Gegebenheiten entschieden wird, der ist völlig blauäugig. Es geht um Politik und um Geld. Das ist knallhartes Business.

Der ORF hat Ihnen sehr schnell, zwei Monate nach Ihrem Rücktritt, eine Stelle als Kommentator gegeben …
Die haben das ja alles voll mitbekommen und begleitet. Die wussten genau, wie und warum das zustande gekommen ist. Für die war klar, dass ich mehr Opfer bin, als dass ich selber etwas dafür kann. Das war mein Glück.

Sie sind jetzt gut mit dem Kommentator Oliver Polzer befreundet, waren Sie das damals schon?
Er war immer schon einer der Lieblingsinterviewer, weil er gute Fragen gestellt hat … einfach ein guter Journalist.

Das hört man selten über Journalisten. Noch seltener beim Fußball, wo Polzer ja auch kommentiert.
Beim Fußball kann ich nicht mitreden, weil ich mich überhaupt nicht auskenne. Seit dieser Saison verfolge ich es etwas mehr, weil wir mit Daniel Royer jetzt einen Schladminger in der Bundesliga haben. Ich kenn mich aber nicht aus, also lass ich mich berieseln. Was wir im Skisport machen, hat meiner Meinung nach Weltniveau. Bei der gesamten Aufbereitung, von der Fernsehtechnik bis zur Analyse, sind wir vorn dabei.

Zu den Kamerafahrten kamen bald Autorennen. Seit 2006 fuhren Sie mehrere Meisterschaften. Warum haben Sie damit angefangen?
Am Anfang wollte ich da schon mehr, hab aber schnell gemerkt, dass das finanziell nicht zu bewältigen ist. Und dann war es für mich die ideale Ausstiegsdroge aus dem Skifahren. Ich bin einfach zu früh aus dem Spitzensport ausgeschieden und ich war zwar raus aus dem Geschäft, hatte aber den Reiz, in einem anderen Sport Fuß zu fassen.

Den Reiz, eine Zeit lang nichts zu tun, sich glücklich zu langweilen, kennen Sie nicht?
Das hatte ich mal drei Monate lang und dann bin ich völlig unrund gelaufen. Mir hat einfach was gefehlt. Kaum bin ich wieder ins Fitnessstudio gegangen, ging es mir besser.

Sowohl der Rennsport als auch die Abfahrten sind bei dem Tempo nicht ganz ungefährlich. Auf Ihrer Webseite steht, dass die Gesundheit Ihrer Familie das Allerwichtigste ist. Gilt das nicht für Sie selbst?
Schon. Ich mach nur Sachen, bei denen ich mich wohlfühle. Selbst vor einer schweren Aufgabe wie der vereisten Streif. Dann hab ich zwar eine Stunde vorher ein ungutes Gefühl, aber sobald ich die Skier anhabe und rausfahre, ist das alles wieder vertraut. Die Gesundheit von meiner Frau und meinen zwei Kindern steht über allem und dann kommt einmal meine.

Wie sieht Ihre Frau das, wenn Sie immer noch 40-Meter-Sprünge auf der Piste machen?
Die sieht das relativ entspannt. Sie weiß genau, dass ich viel schlimmere Sachen machen würde, wenn ich das nicht hätte. Sie hat mich so kennengelernt und im Gegensatz zu früher verlasse ich mich nicht mehr nur aufs Glück. Den Fehler hab ich in der Vergangenheit immer mal gemacht. Meine letzte Verletzung war allerdings ein Bänderriss und ein Knöchelausriss auf der Bühne von der Romy-Verleihung. Die Treppe hinter der Bühne war die größte Gefahr.

Ihre zahlreichen Fans sind auch kein Grund für Ihre Frau, Sie zum Aufhören zu überreden?
Nein. Sie ist zwar manchmal schon etwas genervt, wenn ich ständig nach einem Foto oder Autogramm gefragt werde. Ich habe da echt Geduld, sie etwas weniger, aber sie ist nie eifersüchtig oder so. Da ist genug Grundvertrauen da.

Ich kann Ihre Frau verstehen. Ist es nicht total anstrengend, Everybody‘s Darling zu sein?
Es passiert wirklich ganz selten, dass ich mir wünsche, dass mich niemand kennt. Und wir wählen dafür die Urlaubsdestinationen so, dass mehr Holländer, Engländer und Deutsche da sind, die mich nicht kennen. Und dann haben wir es ruhig.

Wie lang halten Sie das normalerweise aus? Sie brauchen die Aufmerksamkeit offensichtlich schon.
Mir gefällt das natürlich, aber ich laufe dem nicht nach. Es ist eine wunderschöne Begleiterscheinung, aber ich bin kein High-Society-Typ und geh nicht auf öffentliche Plätze, wo ich nicht unbedingt hinmuss.

Nur zum Aufsteirern?
So etwas ist tatsächlich härter geworden. Ich könnte am Sonntag nicht in der Menge mit meinen Freunden herumstehen und das genießen, weil ich ständig mit irgendwem quatsche oder ein Foto mache. Wenn ich mit meinen Freunden etwas unternehmen will, dann muss ich halt wissen wo. Zum Glück bin ich ja nur in Österreich bekannt …

Warum sind Sie eigentlich so beliebt?
Also ein paar wird es immer geben, die sagen, der Knauss ist ein Trottel. Das Wichtigste ist, dass du voll authentisch bist. Selbst wenn du ein Spinner bist …

Sie sind, das resultiert aus Ihrer Beliebtheit, einer der meistgebuchten Werbeträger in Österreich. Gibt es etwas, für das Sie keine Werbung machen würden?
Also ich musste schon einige Sachen ausschlagen, weil das in Konkurrenz zu den Dingen stand, die ich bereits mache. Parteiwerbung mache ich nicht, auch wenn ich schon gefragt wurde.

Sagen Sie uns von wem?
Nein, sag ich nicht. Aber es waren zwei.

Brauchen Sie noch eine emotionale Nähe zu den Sachen, für die Sie Werbung machen?
Auf jeden Fall. Als Auto gibt es für mich nur Audi, ich bin ein Autonarr, bin Autorennen gefahren und das taugt mir. Ich steh mit allen Sponsoren privat gut in Verbindung. Die Direktanlage habe ich zwar nicht mehr auf meiner Kleidung oben, aber das sind nach wie vor Freunde und ich habe dort auch investiert. Da muss einfach eine Ehrlichkeit dahinter sein.

Was würde passieren, wenn Sie irgendwo mal ein privates Stiegl-Bier trinken und es davon ein Foto gibt?
Das hat es schon gegeben, aber mittlerweile passe ich da sehr auf. Mit den Handys wird sofort fotografiert und das legt dann schnell mal einer blöd aus. Und in den Verträgen steht schon auch drin, dass man möglichst nicht mit Konkurrenzprodukten fotografiert werden soll. Das geht bei Gruppenbildern nicht immer, aber ich bin da ein Vollprofi. Es ist Teil meiner Arbeit, dass ich darauf schaue. Aber ich entscheide zum Beispiel selber, wann ich das Gewand mit den Logos anziehe.

Ein Punkt, den ich etwas kritisch fand, war der gemeinsame Audi-Werbespot mit Ihrem Sohn, der ja noch sehr jung ist. War das selbstverständlich oder haben Sie sich da viele Gedanken gemacht?
Ich habe schon ein paar Tage gehadert. Die Agentur hatte dann exakt so einen Jungen wie den Leo gecastet. Und sie haben nochmal nachgefragt, wie es ausschaut. Letztlich habe ich mich dafür entschieden, weil er noch jung genug ist. Wäre er 14, würde ich es wahrscheinlich nicht machen. In der Schule gab es dann schon ein paar Sprüche, aber er ist total cool damit umgegangen. Und in Schladming kennt man sich ja. Seine Schwester hatte hier und da auch schon ein paar Auftritte, allerdings nicht mit mir gemeinsam. Und dafür durfte der Leo jetzt mal zusammen mit dem Papa einen Spot drehen und es ist wahnsinnig gut angekommen.

Ihre Kinder werden also Fernsehstars und Models, keine Skifahrer?
Naa, das ist ihm, glaube ich, egal. Für ihn zählt nur Arbeiten und Bauer sein. Den interessiert der Spitzensport nicht, seine Helden sind in einer anderen Welt. Jeder Traktor ist ihm lieber als irgendein Sportwagen.

Haben Sie versucht, Ihre Kinder zum Sport zu bewegen? Meist hoffen Eltern ja, dass die Kinder ähnliche Wege gehen.
Das nicht, aber wir achten darauf, dass sie raus in die Natur kommen und sportlich aufwachsen. Das ist nicht nur Skifahren, sondern auch Wandern und Radfahren. Da machen sie mit, aber den Leo hat es nie interessiert, Rennen zu fahren. Meine Tochter will das von sich aus und geht jetzt sehr konsequent in die Skimittelschule.

Wir haben schon Schladming angesprochen: Ihnen gehören dort inzwischen einige Immobilien.
Einige wenige, da gibt es viel größere Magnaten im Ort. Aber ich bin extrem zufrieden. Ich habe früh angefangen, Geld zu sparen und in Immobilien zu investieren, und bis jetzt hat sich das als sehr gut herausgestellt.

Könnten Sie sich dann nicht das ein oder andere Pickerl am Hemd sparen?
Die Werbung läuft davon völlig getrennt. Die Immobilien sind mein zweites Standbein, wo ich auch vom Geschäftsleben etwas lerne. Das Ganze hat halt doch etwas mehr Grundsubstanz. Ich hab mich immer schon mit den Preisen für Grundstücke oder Wohnungen beschäftigt und bisher hat sich das meiste als richtig herausgestellt. Das ist ja eine völlig andere Materie als die Werbung, die ich nun doch schon etwas länger gewohnt bin.

Was ist Hans Knauss als Werbeträger eigentlich wert?
Das ist ganz schwer zu sagen. Ein aktiver Läufer, der Rennen gewinnt, ist sicher mehr wert.

Das waren zuletzt ja gar nicht mehr so viele.
Na so schlimm ist es auch nicht. Aber meine Generation hatte damals einen Neunfach-Triumph und wir sind trotz starker Konkurrenz über den Weltcup drübergefahren. Wir haben den Sport geprägt und das hat natürlich noch ein paar Nachwirkungen.

Für Sportler heißt es: Nach der WM ist vor der WM – gilt das auch für den Austragungsort Schladming?
Sportlich hat der unfassbare Sieg von Marcel Hirscher im Slalom das Tüpferl aufs i gesetzt. Hätte er das nicht gewonnen, wäre Schladming relativ schnell vergessen worden. So wird die WM gleich wie Harti Weirather 1982 immer in den Geschichtsbüchern erwähnt.

Und wirtschaftlich? Wie sehen Sie als Schladminger die großen und zum Teil schon rückgebauten Investitionen?
Ich selbst war finanziell ja überhaupt nicht involviert, daher kenn ich die ganz genauen Zahlen nicht. Wenn aber so viel investiert wird wie dort, dann ist es völlig normal, dass man im Nachhinein ein paar Millionen überdenken muss. Wir haben jetzt im Sommer gesehen, was es gebracht hat: So viele Leute waren um die Zeit noch nie in Schladming und das hat auch die Kritiker etwas verstummen lassen. Es gibt auf der Welt einfach viele schöne Gegenden und viele gute und große Skigebiete. Da musst du dich irgendwie positionieren und das ist mit der Weltmeisterschaft ganz gut gelungen.

Sollen in Schladming auch künftig Weltcuprennen in den Speed-Disziplinen stattfinden?
Ich würde das nicht verfolgen. Wir sollten uns auf das Nightrace konzentrieren und zu einem fixen Bestandteil im Rennkalender machen.

Nach den ersten erfolglosen WM-Rennen hat Hermann Maier heuer sehr harsch Kritik geübt. Sie haben sich da zurückgehalten …
Mich hat keiner gefragt!

Ist solche Kritik aus den eigenen Reihen hilfreich?
Ich hab dem Hermann nicht oft im Leben völlig zugestimmt, aber da schon. Er hat absolut recht gehabt! Und er ist ein Hero, der sich aus eigener Kraft Richtung Weltcup katapultiert hat, und nicht irgendwer vom Verband. Wenn einer auf den Tisch hauen darf, dann der Hermann. Und das hat dann auch eine Tragweite und ich hoffe, es gibt dem ÖSV zu denken. In der Zeit, als wir so stark waren, haben wir uns nicht alle nur lieb gehabt.

Bei Ihnen kann man sich das kaum vorstellen.
Ich bin ein Gerechtigkeitsfanatiker und zum Schluss war ich immer mal der, dem der Kragen geplatzt ist. Ich hab sehr lang nichts gesagt, aber wenn es dann einmal sein musste, dann wurde auch zugehört und es hat etwas gebracht. Das ist damals aber nie an die Öffentlichkeit gekommen. Sportler dürfen da nicht zu viel Respekt gegenüber der Führungsetage haben, weil ja auch die Athleten, die noch nicht den großen Erfolg haben, gute Ideen haben. Und auf die muss man hören, um besser zu werden.

Interessieren Sie sich für Politik, die über Sportpolitik hinausgeht? Die Nationalratswahl zum Beispiel?
Schon, mir waren nur die Diskussionen am Anfang zu tief vom Niveau. Das hat die Politik eigentlich nicht nötig und ich erwarte da mehr Stil. Wer auf dieser Ebene Politik macht, der sollte ja hochintelligent sein. Teilweise hat es mich aber dann nicht mehr interessiert, ihnen beim Streiten zuzuhören. Das Jahr über denk ich mir bei vielen Themen oft: Schön, dass ihr darüber reden könnt, das ist ein Zeichen, dass es uns sehr gut geht.

Herr Knauss, vielen Dank für das Gespräch.

Hans Knauss wurde 1971 in Schladming geboren und gewann schon als Schüler Skirennen. Nach seiner Aufnahme in den ÖSV-Kader fuhr er 1992 erstmals ein Weltcuprennen, seinen ersten Sieg holte er 1995 in Alta Badia. Neben mehreren Weltcupsiegen gewann er bei der WM 1999 die Bronzemedaille, 2003 die Silbermedaille. Nach Dopingvorwürfen musste Knauss 2004 zurücktreten, im Verfahren gegen den amerikanischen Hersteller seiner verunreinigten Nahrungsergänzungsmittel konnte er eine außergerichtliche Einigung erzielen und sich rehabilitieren. hans-knauss.com

Fazitgespräch, Fazit 96 (Oktober 2013) – Foto von Marija Kanizaj

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