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Nichts als Gutes im Kopf

| 30. November 2017 | Keine Kommentare
Kategorie: Fazit 138, Fazitgespräch

Foto: Marija KanizajPfarrer Wolfgang Pucher über Aussätzige, seine Bewunderung für Kanzlerin Angela Merkel und Obergrenzen für Flüchtlinge..

Das Gespräch führten Peter K. Wagner und Volker Schögler.
Fotos von Marija Kanizaj.

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Der Autoschlüssel. Ja, wo ist denn der Autoschlüssel? Als uns Wolfgang Pucher in seinem Büro an einem kühlen Novembernachmittag empfängt, schweifen seine Blicke suchend über seine kleine Pfarrkanzlei.

Neben einem großen Schreibtisch und einem kleinen Besprechungstisch werden seine Räumlichkeiten von einem massiven Holzverbau bestimmt, der eine ganze Wandlänge misst. »Wollen Sie etwas trinken?«, fragt er. »Vielleicht ein Bier?«, fügt er lächelnd an, als er eine Tür des Verbaus öffnet. Ein Wasserhahn und ein kleiner Kühlschrank kommen zum Vorschein.

Auch in der Jacke im Kleiderschrank daneben ist der Schlüssel für sein Auto nicht zu finden. »Ach, der Antonius wird mir schon helfen«, sagt er. Der Heilige von Padua wird in der christlichen Lehre als Wiederbringer verloren geglaubter Gegenstände bemüht. »Bitte«, sagt er höflich. Und nimmt sich fast zwei Stunden für uns Zeit.

***

Ehrlich Herr Pucher, die meisten Menschen kennen Sie als Armenpfarrer, der sich seit Anfang der 1990er für Obdachlose und Bettler einsetzt. Doch schon in den 1970ern traten Sie erstmals öffentlich in Erscheinung. Sie forderten die Umbenennung der Heßgasse unweit Ihrer Pfarre St. Vinzenz. Warum?
Weil es dort damals, mitten in Graz, einen Slum gab. Einen wahrhaftigen Slum, wie man ihn von den Favelas in Südamerika oder den Stadträndern von Nairobi kennt. Arme Menschen lebten dort, wie arme Menschen eben leben. Es war Gewalt im Spiel, Arbeitslosigkeit, Kindesmissbrauch, Hausprostitution – es war die Vorhölle.

Wie viele Menschen lebten dort?
Etwa 800. Sie wurden von ihren Nachbarn gehasst und wenn die Polizei von einem Nachbarn oder Mitbewohner zugerufen wurde, kam nie nur ein Auto, sondern mindestens zwei. Weil die, die ausgestiegen sind, ihr Auto nicht alleine stehen lassen konnten. Es gab in diesen Häusern je 30 Wohneinheiten, aber keine einzige Dusche, und eine Waschmaschine war im eigenen Wohnraum gar nicht erlaubt. Es herrschte pures Chaos, die Haustüren waren eingeschlagen. Wir haben klein begonnen. Meine Mitarbeiter und ich haben Hausbesprechungen organisiert. Von den 800 Bewohnern kamen vier Personen – auch ein Zeichen einer totalen Verlassenheit, eines fehlenden Glaubens, dass sich etwas zum Guten wenden kann. Diese vier Personen haben wir befragt, welche Schmerzen, Leiden und Probleme sie haben. Ganz oben auf der Liste jener Wünsche, die keine Kosten verursachen würden, stand der Straßenname. Er war ein Stigma, das den Bewohnern in Bewerbungsprozessen jegliche Chance auf eine Arbeitsstelle nahm. Unter großen Mühen ist uns gelungen, den Straßennamen verschwinden zu lassen. Warten Sie …

Pucher steht auf und holt hinter seinem Schreibtisch einen Papiersack hervor, aus dem er ein grünes Schild zieht.
… das ist das Straßenschild, ich habe es verwahrt.

Wie heißt die Gasse heute?
Zwei Häuser sind heute der Laudongasse zugewiesen, eines der Starhemberggasse. Es waren viele kleine Schritte, die dazu geführt haben, dass sich die Situation dort verbessert hat. Angefangen von Kinderbetreuung über Lernhilfe. Heute sind die Häuser revitalisiert und unauffällig.
Sie haben in der Folge verschiedene Projekte initiiert. Angefangen vom Vinzibus, der täglich seit 1991 Menschen abends mit Essen und Getränken versorgt, bis hin zu einer Nudelfabrik im slowakischen Hostice, wo Sie in der jüngeren Vergangenheit auch Arbeitsplätze geschaffen haben. Ihr bekanntestes Projekt ist das Vinzidorf nebst der Pfarre St. Leonhard, in dem etwa 40 männliche Obdachlose Unterschlupf finden. Sie sagen immer wieder, in Graz gebe es dank des Vinzidorfes keine Obdachlosen. Ich sehe aber zuletzt täglich unter der Keplerbrücke eine Behausung, die bewohnt wirkt.
100 Prozent gibt es nicht. Aber es ist die Frage, ob es signifikant ist oder ob es immer wieder Einzelfälle gibt. Ich habe kürzlich im Keller einen Mann aufgenommen, der unter der Brücke mit seinem Hund lebte. Er ist wieder gegangen, wir wissen nicht, wo er ist. Es gibt auch einzelne Menschen, die nach Graz kommen und uns nicht kennen. Aber wenn wir etwas hören, gehen wir dem nach. Wir wissen auch von dieser Person unter der Brücke. Wir warten nicht, bis jemand zu uns kommt, wir gehen solchen Fällen aktiv nach.

Welche Menschen nehmen Sie denn auf?
Wir nehmen in erster nur Leute auf, bei denen alle bereits alles ausprobiert haben. Es kommt immer wieder vor, dass jemand auszieht, soweit ich es weiß, ist jeder wieder zurückgekommen. Der Grund ist meistens der, dass sie in der Wohnung, in der sie sich niedergelassen haben, einsam sind. Sie verstehen sich untereinander – mehr oder weniger – und fühlen sich zu Hause. Das ist auffällig: Wir sind die einzige Obdachlosenunterkunft, in der die Bewohner von einem Zuhause sprechen. Aktuell bauen wir das Vinzidorf in Wien. Wie damals in Graz, als wir zunächst in Straßgang unterkommen wollten und sich ein großer Bürgeraufstand formierte, ist es allerdings auch in Wien ein langer Weg gewesen zum Baustart.

Warum?
Wir hatten verschiedenste Grundstücke gefunden und beplant, aber es ist immer wieder gescheitert, weil die Bauflächen schließlich für andere Projekte vorgesehen waren. Nun bauen wir in Meidling auf einem Grundstück, das meiner Ordensgemeinschaft, den Lazaristen, gehört. Leider hatten wir auch in Wien mit Anrainern zu tun, die sich dagegen gewehrt haben. Ein Akademikerpaar hat die Nachbarschaft aufgehetzt und Unterschriftenlisten aufgelegt bei Supermärkten. Dann war die Bezirksvorsteherin plötzlich dagegen und es wurden sämtliche Einreichungen von uns abgelehnt. Nach unzähligen Einsprüchen erhielten wir schließlich vom Verwaltungsgericht die Erlaubnis. Von der ersten Idee bis zum Spatenstich vergingen 15 Jahre.

Haben Sie nie ans Aufgeben gedacht?
Natürlich fragt man sich irgendwann, ob es noch Sinn ergibt, gegen den Willen aller etwas zu versuchen. Aber der Architekt hat mir leidgetan. Er wollte immer eine Mustersiedlung für Obdachlose bauen. Außerdem bin ich ein Typ, der nicht so schnell aufgibt und stets nach einem Prinzip lebte: »Geht nicht, gibt’s nicht«.

Welche Angst haben Menschen wie dieses Meidlinger Akademikerpärchen?
Es ist eine virtuelle Angst, die langsam zu einer realen Angst wird. Virtuell heißt, sie kennen keinen einzigen dieser Menschen. Sie sehen lediglich Obdachlose irgendwo in der Stadt Alkohol trinken oder Menschen anschnorren. Obdachlose sind die Aussätzigen der modernen Zeit, in der alten Zeit musste der Aussätzige außerhalb der Stadt in Höhlen wohnen, dem Obdachlosen von heute geht es gleich. Ihr Aussatz ist, dass sie unheilbar alkoholkrank sind, schmutzig und ungepflegt. Sie machen keine großen Schwierigkeiten, sie sind in einer schönen Stadt nur nicht gewünscht. Siehe Salzburg. In dieser Kulturmetropole Europas will man diese Menschen nicht. Wir haben auch dort ein Konzept gefunden, um Obdachlosen zu helfen. 30 Menschen helfen wir dort aktuell, die in Einzelwohnungen untergebracht sind und von einem Team von Sozialarbeitern betreut werden. Übrigens das einzige unsere Projekte, in dem unsere Mitarbeiter ausschließlich bezahlt werden.

Foto: Marija Kanizaj

Warum wird dort auf professionelle, bezahlte Sozialarbeit gesetzt?
Weil ich von der damals noch sehr wohlhabenden »Essl Foundation« eine Million Euro geschenkt bekommen habe. Allerdings nicht in Geld, sondern in Form einer Garantie zur Abdeckung der Ausgaben. Die Bedingung war, dass die örtliche Behörde – in diesem Fall die Stadt Salzburg – einen Teil der Kosten übernimmt, was sie tut. Hier hat Essl die öffentliche Hand durch seinen Beitrag unter Druck gesetzt, dass sie etwas für diese Leute ausgibt.

Ist Sozialarbeit oder Ehrenamt der bessere Weg in der Obdachlosenbetreuung?
Wir haben die Erfahrung gemacht, dass sich bei gewissen Menschen in gewissen Situationen die Fachleute schwerer tun als Ehrenamtliche, weil der Ehrenamtliche oft unbedarfter an die Situation herangeht. Er tut einfach, was er von Herzen heraus spürt. So wie eine Mutter keine Ausbildung braucht, wenn sie ein missratenes Kind hat. Die gelernten Sozialarbeiter sind oft nicht darauf aus, eine Beziehung zu ihrem Klienten aufzubauen. Wir haben keine Klienten, in keiner der Vinzieinrichtungen. Wir haben 400 Betreute – und wir nennen sie alle Gäste. Und behandeln sie auch so.

Das große Thema dieser Tage sind nicht Obdachlose, sondern Menschen mit Fluchterfahrung. Als 2015 im Sommer die erste Flüchtlingswelle auf uns zukam, waren ebenfalls viele Österreicher ehrenamtlich im Einsatz. Doch die Stimmung ist gekippt. Die politische Mitte ist nach rechts gerückt. Was sich der gemeine Bürger wünscht, hat auch das Ergebnis der Nationalratswahlen gezeigt. Haben Sie dafür Verständnis?
Ich war vor einem Monat in Niederbrünn in der Nähe von Köln. Diese Ortschaft verwöhnt ihre Flüchtlinge. Sie machen alles für sie. Es ist natürlich ein Unterschied, ob an einem Ort konzentriert Männer – es sind ja meist hauptsächlich Männer – zusammengepfercht sind und keine Arbeit haben. Dezentral wäre das Problem leicht zu lösen, davon bin ich überzeugt. Aber die Geflüchteten wollen ja auch nicht am Land leben, ein Großteil von ihnen sind Städter. Das ist ein Problem.

Und das andere?
Die Religion spielt sehr wohl eine Rolle. Man muss einen Moslem nur fragen, welche Bedeutung für ihn eine Frau hat. Im Koran sagt Gott, dass Männer den Frauen vorzuziehen sind, weil Gott die Männer mit besseren Eigenschaften ausgestattet hat. Dieses Denken steckt in vielen der geflüchteten Menschen, die bei uns sind. Auch die Sexualität wird anders betrachtet. Ich habe vor meiner Zeit als Pfarrer in Graz vier Jahre in Istanbul gelebt und ein von Muslimen bewohntes Internat geleitet. Dort ist ein Vater eines Jungen zu mir gekommen, weil in der Nähe unserer Schule eines der miesesten Bordellviertel der Stadt war. Es war für ihn ganz normal, dass er mir gesagt hat: »Ich bitte Sie, wenn mein Bub eine Frau braucht, dann verständigen Sie mich, und ich bringe ihn wo hin, wo es sauber ist. Hier ums Eck soll er nicht hingehen.« Sexualität ist nicht auf die Ehefrau alleine reduziert, die Frauen haben umgekehrt natürlich nicht dasselbe Recht. Das heißt nicht, dass diese Dinge von allen gelebt werden, aber in vielen stecken diese Überzeugungen noch. Wenn Europäerinnen sich in einer solchen Gegend so kleiden wie bei uns, werden sie als Freiwild angesehen. Das war sicherlich auch so bei den schlimmen Vorfällen in Köln zu Silvester 2015/2016. Diese Hintergründe muss man kennen. Wir waren anfangs sehr optimistisch, aber dann passieren Dinge, die für jene Menschen, die zu uns kamen, nichts Aufregendes sind, aber für uns unverständlich. Es ist insofern logisch, dass Reibungsflächen entstehen. Nicht aus Bösartigkeit unserer Bevölkerung oder Überforderung. Ich muss aber auch sagen, dass wir in Graz keine großen Probleme mit Migranten haben und es – mit Ausnahme von sehr rechten Politikern – auch keine auffälligen Äußerungen gegen Ausländer gibt.

Aber verstehen Sie die gekippte Stimmung in weiten Teilen der Bevölkerung?
Verstehen kann ich Betroffene, aber generell muss ich vor Frau Merkel den Hut ziehen, die nach wie vor sagt: »Wir schaffen das«. Es ist mutig, sich nicht dem Trend hinzugeben, wie es die Politik in Österreich tut, wo selbst christliche Parteien populistisch handeln und blind drüberfahren wollen – sei es bei finanziellen Zuwendungen oder Familiennachzug für Flüchtlinge. Das ist für mich charakterlos.

Irgendwann stößt jeder Staat oder jede Institution an Ihre Grenzen. Das gilt für Ihre Einrichtungen auch.
Im Sommer 2013 hat mich ein Geschäftstreibender aus Graz-Puntigam angerufen, weil in einem Rattenloch eine Familie mit Kindern lebt. Er habe alle mit Lebensmittel versorgt, aber ich solle etwas tun. Ich bin bald auf Urlaub gefahren und habe mir danach den Keller angeschaut und im Herbst 2013 diese Männer und Frauen mit einem Bett versorgt. Aber es waren zu viele. Das hat mich total überfordert, ich hatte ja kein Personal. Im Sommer 2014 habe ich mir dann überlegt, dass ich eine Anzahl an Plätzen anbiete – und mehr habe ich nicht. Jene, die keinen Platz mehr hatten, standen also vor der Wahl, ins Rattenloch zu ziehen oder in eine andere Stadt. Im Herbst 2014 um Weihnachten gab es schon keine anderen mehr und das Problem wurde so gelöst.

Ist das auch die Lösung für die Flüchtlingsfrage? Die berühmten Obergrenzen?
Sie haben jetzt an der falschen Stelle eingehakt. Es geht nicht um die Einschränkung der Zahl an sich. Ich habe nicht gesagt, ich nehme nur noch 40 – ich habe gesagt, ich habe nur 40 Betten. Nachdem jeder Mensch gewissermaßen frei ist, zu entscheiden, haben sie sich für das geringe Übel der anderen Stadt entschieden. Ich habe schon zweimal in Graz eine Bettlerversammlung gehalten – die wahrscheinlich erste europaweit – und da waren alle da. Auch jene, die nicht mehr bei uns wohnen. Ich weiß nicht, wo sie sind, aber ich habe ihnen erklärt, was die Bedingungen sind, dass die Bevölkerung sie akzeptiert. Wer von uns etwas möchte, muss uns ernst nehmen. Das gilt für Flüchtlinge genauso.

Sie sagen Ihren Bewohnern auch, wer an welchem Ort einzukehren hat. Sie trennen nach Geschlecht und nach In- und Ausland. Warum?
Wenn es jemandem nicht gut geht, schaut er nicht mehr nach oben, sondern nach unten – und tritt auch oft nach unten. Da ist eine Trennung besser.

Foto: Marija Kanizaj

Was entgegnen Sie dem Vorwurf, Pfarrer Pucher zieht Bettler an?
Wir zeichnen im Vinzinest, in dem wir Bettler unterbringen, seit 1992 auf, wie viele Personen bei uns wohnen. Die Zahl erhöht sich jährlich um genau eine Person. Rumänische Roma kamen 2011 in einem ersten Schwung zu uns, zwischen 2013 und 2014 waren es viele, aber mit unserer Begrenzung der Betten hat es sich eingependelt. Es ist eine Pendelbewegung, zuerst steigt es an, aber irgendwann kommen sie drauf, dass hier kein gutes Leben ist, und sie suchen sich einen neuen Platz. Dass überhaupt nicht nur slowakische, sondern auch rumänische Bettler und bettelnde Kinder in Graz sind, ist nicht meine Schuld, sondern die von Bürgermeister Nagl. Die rumänischen Roma wurden durch das Bettelverbot angelockt, weil sie leere Plätze in Graz gesehen haben. Hätte man die Slowaken auf der Straße gelassen, wären die Rumänen nie gekommen. Das war eine Katastrophe. Vor allem, weil Rumänen im Gegensatz zu Slowaken mit Kindern kamen.

Sie haben das Grazer Bettelverbot erfolgreich bekämpft. Warum?
Ich sehe es als meine Aufgabe, politisch zu arbeiten und Öffentlichkeitsarbeit zu leisten. Diese Menschen wollen halt so leben. Unsere Arbeit hat dazu geführt, dass die Diskussion über Bettler in Graz etwa versandet ist.

Verzeihen Sie die Feststellung, aber Sie sind mit 78 Jahren nicht mehr der Jüngste. Treten Sie schon leiser?
Ja, es geht auch nicht anders. Ich war mit 70 Jahren todkrank und total ausgepowert – eine Pilzpneumonie mit letalen Folgen in 80 Prozent der Fälle. Nach der Heilung habe ich mit Nora Tötdling-Musenbichler eine Person gefunden, die dafür sorgt, dass sich in dem Moment, in dem ich hier umfalle, nichts ändert. Sie ist übrigens mit einem Pfarrer verheiratet, den der Papst für die Hochzeit vom Zölibat befreit hat.

Herr Pucher, vielen Dank für das Gespräch!

*

Wolfgang Pucher wurde am 31. März 1939 in Hausmannstätten geboren. Nach seiner Matura war er Kaplan und Religionslehrer in Graz, ehe er 1969 für vier Jahre in Istanbul ein Internat leitete. 1973 wurde er Pfarrer in der Pfarre St. Vinzenz. 1991 startete er mit dem Vinzibus, der jeden Abend Lebensmittelspenden an Bedürftige ausgibt. Zwei Jähre später eröffnete das Vinzidorf für Obdachlose in St. Leonhard. Er ist über die steirischen Landesgrenzen hinweg als Armenpfarrer bekannt. Pucher ist Ordenspriester der Lazaristen.

Die Vinzenzgemeinschaft Eggenberg kümmert sich seit 1990 um Arme und Bedürftige. Mittlerweile umfasst die Gemeinschaft 38 Einrichtungen mit 750 Ehrenamtlichen. In Graz finden in den unterschiedlichen Quartieren 200 Menschen Unterkunft, in ganz Österreich 450. Das Jahresbudget beläuft sich auf eine Million Euro, davon kommt etwa ein Viertel von Land Steiermark und Stadt Graz. Der Rest wird über Spenden lukriert. Vier Mal jährlich werden dazu 24.000 Adressen in ganz Österreich mit einem Zahlschein und der Bitte um Unterstützung angeschrieben.

Fazitgespräch, Fazit 138 (Dezember 2017), Fotos: Marija Kanizaj

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