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Phonosophicum (Dezember 2010)

| 24. November 2010 | Keine Kommentare
Kategorie: Fazit 68, Phonosophicum

TV-Wundertüte Bezeichnungen wie „Kastl“, „Flimmerkiste“, „Glotze“, ja selbst „Fernseher“ passen definitiv nicht mehr zu solchen technologischen Wundertüten. Immer flacher, immer größer, mit noch brillanteren Bildern in noch höherer Auflösung und mit noch mehr implantierten technischen Schmankerln kommen sie daher. 3D-Technik ist aktuell ein „must have“ in Sachen Heimkino-Entertainment (zumindest reden uns das die Unterhaltungselektronik-Riesen ein). Auch Sharps jüngste 925er-Serie (46 Zoll bzw. 60 Zoll) steht da um nichts nach und kann selbstredend viel mehr als nur aus möglichst allen Empfangswegen TV-Programme einfangen und stellt nebst 3D-Tauglichkeit auch Netzwerkfunktionen und Anschlüsse für Datenspeicher aller Art bereit.

Mir sind gute zweidimensionale Bilder absolut ausreichend, zumal bis dato kaum genuine, also stereoskopisch aufgenommene Software verfügbar ist. Und nachträglich im Studio zu 3D aufgemotzte Filme sind ja nicht das Wahre. Überdies ist auch das Angebot an frei empfangbaren 3D-TV-Sendern derzeit noch mehr als mickrig …
Im Test lief die dreidimensionale Performance des 46-Zöllers immerhin fehlerfrei, sprich: ohne lästige Doppelkonturen. Auch die solide Verarbeitung und der Tragekomfort der im Lieferumfang enthaltenen Shutter-Brille mit Infrarot-Empfänger lassen keine Wünsche offen. Sie verfügt übrigens über einen Umschaltknopf, damit 3D-Material bei Bedarf auch in 2D betrachtet werden kann. So können Fans und Skeptiker der dritten Dimension ihre Filmabende immerhin gemeinsam genießen.
Was der LC-46LE925E im zweidimensionalen Modus mit einer Bildwiederholfrequenz von 200 Hz auf die Scheibe zu zaubern vermag, ist hinsichtlich Rauscharmut und Schärfe absolute Spitzenklasse. Der verbaute Triple-Tuner sorgt für HDTV-Empfang via Satellit (DVB-S2), Kabel (DVB-C) und DVB-T. Selbstverständlich darf auch ein CI-Plus-Schacht für verschlüsselte Programme nicht fehlen. Ein interner Speicher mit acht Gigabyte erlaubt das zeitversetzte Fernsehen (Timeshift) für bis zu 150 Minuten bei SD- beziehungsweise 60 Minuten bei HD-Sendungen.

Maßgeblich verantwortlich für die brillante Bildqualität ist Sharps hauseigene Quattron-Technologie. Bei dieser Besonderheit kommt neben den üblichen RGB-Subpixel (Rot, Grün, Blau) noch zusätzlich die Farbe Gelb zum Einsatz. Um dieses vierte Subpixel zu realisieren, teilte man das grüne in zwei Teile und färbte eine Hälfte gelb ein. Das dadurch erweiterte Spektrum stellt etwa Hauttöne wesentlich natürlicher dar als die Konkurrenten mit der üblichen RGB-Technologie. Die für die Hintergrundbeleuchtung zuständigen Leuchtdioden sind am Bildschirmrand angebracht (Edge-LEDs). Auf diese Weise ließ sich eine Gehäusetiefe von nur knapp vier Zentimetern realisieren.

Mit seinem integrierten 2.1-System (ein 15-Watt-Subwoofer sorgt für satte Bässe) absolviert der LC-46LE925E auch den Tontest mit Bravour. Aber optimalerweise schließt man ihn via A/V-Receiver an seine Stereo- oder Heimkinoboxen an.
Drei HDMI 1.3-Eingänge und ein HDMI 1.4-Port mit integriertem Audio-Rückkanal und 3-D-Unterstützung garantieren eine verlustfreie Signalübertragung. An klassischen Anschlussmöglichkeiten finden sich ein Komponenteneingang, Composite-Video, Scart und VGA. Ein USB-Anschluss steht für die Wiedergabe von Video-, Foto- und Musikdateien bereit. Über die AQUOS NET+-Funktion holt sich der Sharp ausgewählte Online-Inhalte auf den Schirm – optional auch drahtlos mit dem spendierten WLAN-USB-Adapter.

Das schicke Design des Sharp erinnert mit seinen abgerundeten Ecken und der soliden Verarbeitung aus Glas und Metall an ein überdimensioniertes iPad. Da die Frontscheibe stark spiegelt, ist ein Filmgenuss bei Lampen- oder Kerzenschein nicht empfehlenswert. Als etwas gewöhnungsbedürftig entpuppt sich das teilweise kryptisch gestaltete Bildschirmmenü, das sich aber immerhin übers laufende Bild blenden lässt.

Fazit: Dank seiner hervorragenden Bildoptimierungsautomatismen, seiner hauseigenen Vierfarb-Pixel-Technologie und einer Anschlussvielfalt, die ihn zu einer Multimediamaschine werden lassen, steht Sharps neuer 46-Zöller in seiner Liga zurzeit konkurrenzlos da. Die sehr edle Verarbeitung bringt dem Japaner weitere Sympathiepunkte.

Phonosophicum #17, Fazit 68 (Dezember 2010)

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