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Phonosophicum (November 2010)

| 23. November 2010 | Keine Kommentare
Kategorie: Fazit 67, Phonosophicum

Mehr geht nicht Denon feiert in diesem Jahr sein 100-jähriges Bestehen. Ein Grund, einmal mehr den Hut vor den umtriebigen Japanern aus Kawasaki zu ziehen und an die Meilensteine dieses Unternehmens zu erinnern. Denn immerhin hat Denon sowohl im Home- als auch im Studiobereich eine ganze Reihe von Neuheiten eingeführt, zu denen das erste professionell einsetzbare Schallplattenaufnahmegerät (1939), der erste kommerzielle PCM-Digital-Rekorder, der die technologische Basis der heutigen CD darstellte (1972), und zehn Jahre später mit dem DCD-2000 der weltweit erste CD-Player für den Heimgebrauch gehörten.

Hinsichtlich Heimkino-Technologie hat Denon, mittlerweile Teil einer Holding, in der auch Marantz, McIntosh und Boston Acoustics versammelt sind, seit Jahren die Entwicklernase ganz vorne und brachte nicht nur den ersten AV-Verstärker mit Dolby Digital-Unterstützung, sondern auch den ersten Universal Disc Player mit Blu-ray auf den Markt.

Was Denons Audio-Video-Receiver betrifft, so scheint der AVR-4810 so etwas wie den vorläufigen Endpunkt einer Systementwicklung darzustellen, angesichts derer man den Eindruck gewinnt, dass ein Mehr an Ausstattung unter einer Hi-Fi-Haube einfach nicht mehr unterzubringen ist.  Sage und schreibe neun volldiskrete, frei zuweisbare Mono-Block-Endstufen mit je 180 Watt Leistung sind hier verbaut. Diese garantieren nicht nur eine hohe Klangqualität, sondern gestatten auch eine maximale Flexibilität bei der Aufstellung der Lautsprecher. So lassen sich sowohl Rear-, Back- als auch Front-Height-Lautsprecher antreiben. Wem das noch nicht genügt, kann über eine separate Endstufe und mithilfe der Audyssey DSX-Technologie zwei weitere Front-Wide-Lautsprecher anschließen und dem Ganzen die Surround-Krone aufsetzen. Insgesamt speist dieser zwanzig Kilo schwere Bolide fünfzehn Lautsprecher, denen der wahre Genießer im Untergeschoß seines Eigenheims am liebsten einen voll ausgestatteten Heimkino-Raum gönnt.  Müßig zu erwähnen, dass dieses nach bewährter Denon-Manier äußerst solide verarbeitete Kraftpaket alle derzeit relevanten Tonformate unterstützt und hinsichtlich analoger wie digitaler Anschlussmöglichkeiten entsprechend üppig bestückt ist.

Aber auch im Stereo-Betrieb weiß sich der 4810 als überaus präsenter, fein zeichnender und hinsichtlich Raumabbildung unverfälschter Begleiter in Szene zu setzen. Um die feinsten Nuancen der High Definition-Tonformate von Blu-ray Discs herauszukitzeln, unterstützt der 4810 die Denon Link 4th-Technologie für eine jitterfreie Signalübertragung über HDMI. Ein zusätzlicher, ebenfalls hauseigener Reducer kümmert sich um beste Klangqualität für all jene digitalen Quellen, die kein Denon Link 4th unterstützen.
In puncto Videoverarbeitung glänzt der 4810 mit seinem eingesetzten Videoprozessor ABT 2010 mit der wohl aktuell besten Bildperformance aller Receiver. Skalierung und De-Interlacing gehören mittlerweile ja zur Grundausstattung einer jeden modernen A/V-Zentrale, aber was der 4810 mit seinen vielen kleinen elektronischen Helferlein hinsichtlich Bildaufbereitung noch zusätzlich zu zaubern imstande ist, ist einfach phänomenal.

Fazit: Hinsichtlich seiner souveränen Performance spielt der AVR-4810 in der Luxusklasse der A/V-Receiver. Das Register seiner Kunststücke würde ein halbes Fazit-Magazin füllen. Erwähnt seien hier nur die umfangreichen Netzwerk-Features, der Compressed Audio Restorer, der für optimale Klangqualität von datenreduziertem Material sorgt, und die bewährte Einmesstechnologie aus dem Hause Audyssey.  Einzige Wermutstropfen: die unhandliche und nicht nur für den Laien alles andere als leicht verständlich gehaltene Bedienungsanleitung und das zu verschachtelt gestaltete Konfigurations-Menü am Bildschirm.

Phonosophicum #16, Fazit 67 (November 2010)

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