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Sicherheit durch Flexibilität

| 19. August 2019 | Keine Kommentare
Kategorie: Fazit 155, Serie »Erfolg braucht Führung«

Unklompiziert Führen. Ein Interview von Carola Payer mit dem Geschäftsführer der »Projekt 5 Security«, Daniel Fritscher.

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Daniel Fritscher sagte ja, als man ihm anbot, die Sicherstellung von Sicherheitskonzeptionen und deren Umsetzung bei Rennen am Ring in Spielberg zu übernehmen. Berührung mit Security hatte er schon durch die Firma seines Vaters. Dennoch war es ein Sprung ins kalte Wasser. Das Angebot einer motorsportlichen Ausrichtung des Sicherheitsthemas mit einem eigenen Unternehmen reizte ihn sehr. Seit dem Jahr 2016 erstellt er Konzepte für Sicherheits- und Ordnungsdienste und stellt das Personal, die Marshalls, die z. B.: für Grid, Boxengasse, Boxenein- und -ausfahrt, Zielturm, Track Limits, Side Event und den Parc fermé (geschlossene Parkplätze, wo die Rennteams nach Qualifying oder Rennen keine Änderungen an ihren Fahrzeugen vornehmen dürfen) zuständig sind, bereit.

Klare Erwartungen, wobei Sicherheit und
Einhalten von Regeln absoluten Vorrang haben
Daniel Fritscher lebt eine klare Führung, bei der Sicherheit und Einhalten von Regeln absoluten Vorrang haben. Großevents wie die »Formel 1« oder den »Moto GP« zu planen und durchzuführen, erfordert die Kenntnis der Reglements vom Ring und aus der Branche generell. Man muss gut eingelesen sein, die Reglements studieren, um es dann perfekt umzusetzen. In der Sache hat er klare Erwartungen und toleriert keine Grauzonen. »Wenn es um Sicherheit geht, bin ich autoritär«, sagt Daniel Fritscher. »Zu spät zu einem Startmeeting zu kommen, toleriere ich nicht. Bei Sicherheit gibt es keine Diskussionen. Wenn Spielchen mit mir gespielt werden, werde ich extrem sauer. Da gibt es sofort Interventionen.«

Perfekter Infofluss für die optimale Umsetzung von Erwartungen
Analysiert man die meisten Mitarbeiterbefragungen in Unternehmen, stechen schlecht abschneidende Kriterien wie »Ich fühle mich nicht ausreichend informiert« hervor. In immer komplexeren Umfeldern wird trotz vielschichtiger Kommunikationskanäle die empfängerorientierte Informationsweitergabe zur Herausforderung. Die Informations- und Kommunikationskultur hat bei Projekt 5 einen sehr hohen Stellenwert. Der Chef selbst will immer top über seinen Kunden und dessen Anforderungen am letzten Stand sein und geizt nicht damit, diese Informationen seinen Mitarbeitern zur Verfügung zu stellen. Daniel Fritscher: »Der Infofluss ist enorm wichtig. Wir müssen alle Mitarbeiter umfangreich informieren. Wir versuchen, die Infos runterzubrechen in Verhaltensregeln für die einzelnen Rollen.« Funkprobleme während des Events sind ein Horror für ihn.

Mitarbeiter- und Teamorientierung, wenn es um den Menschen geht
Daniel Fritscher betont: »Bitte kein Einzelbild von mir im Artikel, nur ein Teambild. Das Team ist der Erfolg. Meine Mitarbeiter sind mein Kapital. Das Wohl der Mitarbeiter und Respekt sind mir extrem wichtig. Sie fasziniert der Motorsport, die Gemeinschaft und das wir hier ein ‚Riesending‘ machen.« Neue Mitarbeiter werden überwiegend aus Empfehlungen von bestehenden Mitarbeitern rekrutiert. Ein Employer Branding durch Mundpropaganda, das sich so manch andere Unternehmen wünschen würde. Daniel Fritscher: »Wir haben bei unseren 129 Mitarbeitern eine gute Mischung von Jungen und Erfahrenen. Jeder bekommt den gleichen Respekt und die gleiche Aufmerksamkeit. Erfolg ist für mich, wenn gute und motivierte Leute da sind, die mit allen Informationen ausgestattet sind. Erfolg ist auf jedes Event gemessen sofort sichtbar, wenn es gut geklappt hat.« Ein Gespür für die Führung seiner Leute glaubt Daniel Fritscher aus seiner 20-jährigen Erfahrung als Fußballer mitzubringen.

Führungstugend Entscheidungsstärke
Die Homepage von Projekt 5 ziert der Spruch: »In jedem Moment der Entscheidung ist das Beste, was Sie tun können, das Richtige. Das Schlimmste, was du tun kannst, ist nichts. « (Theodor Roosevelt) Daniel Fritscher: »Das bedeutet für mich, vor allem aus dem Bauch heraus zu entscheiden. Das ist meistens das Richtige. Events dieser Größenordnung fordern das. Diese Qualität hat mir auch mein Vater vorgelebt. Er lebt das zu 100 Prozent!« Fehlende Fähigkeiten in jeder Situation neu nachzudenken und zu entscheiden oder gar nichts zu tun, ist im Sicherheitsgeschäft untragbar.

Führungshaltung Unkompliziertheit, Lösungsorientierung und Humor
Daniel Fritscher beherrscht die Anforderungen an Führungskräfte in agilen Organisationen. Daniel Fritscher: »Die Begegnung mit meinen Mitarbeitern gestalte ich unkompliziert und auf Augenhöhe. Da spielen Autorität und Hierarchie überhaupt keine Rolle. Ich habe viel Humor, verliere nicht die Nerven bei Problemen. Der Spaß darf trotz hoher Erwartungen nicht zu kurz kommen. Man muss immer akzeptieren, was kommt, und auf die bestmögliche Art und Weise darauf reagieren. Situationen muss ich manchmal hinnehmen, so wie sie sind. Gewisse Ereignisse braucht man im Moment, wo sie passieren, nicht hinterfragen. Man darf sich nicht verkrampfen und Dinge weiter verkomplizieren, wenn diese eh schon kompliziert sind. Allerdings nach dem Event gilt: Professionelle Analyse und Aspekte, die nicht gepasst haben, werden das nächste Mal geändert.« Bei einem kurzen Interview mit einem Mitarbeiter von Daniel Fritscher bekommen wir eine Bestätigung dessen Führungsstils. Auf die Frage, wie er ihn wahrnimmt: »Voll lässig, wie ein Kumpel. Aber du weißt, dass er dein Chef ist, und du weißt genau, was du zu tun hast.« Flexibles wertschätzendes Eingehen und klare Erwartungen – ein Führungsmenü mit Erfolg.

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Projekt 5 Security GmbH
Sicherheitskonzeptionen, Entfluchtungen, Leitungen von Großevents und Bereitstellung von Personal bei Motorsportveranstaltungen
project5.at

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Foto: Marija KanizajDr. Carola Payer betreibt in Graz die »Payer und Partner Coaching Company«. Sie ist Businesscoach, Unternehmensberaterin und Autorin. payerundpartner.at

Fazit 155 (August 2019), Fazitserie »Erfolg braucht Führung« (Teil 25)

 
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