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Zum Thema (Fazit 73)

| 20. Juni 2011 | Keine Kommentare
Kategorie: Fazit 73, Fazitthema

Innovation heißt Chancen nutzen! Wenn in den vergangenen Jahren das Anpacken von wirtschaftlichen und technischen Herausforderungen zur Sprache kam, fiel unvermeidlich das inzwischen allgegenwärtige Zauberwort „Innovation“. Als der österreichisch-amerikanische Ökonom Joseph Schumpeter vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges in seinem Werk „Business Cycles“ Innovation in zunächst industriellem Kontext als die zentrale Leistung des idealtypischen Unternehmers in die Wirtschaftswissenschaften einführte, hat ihm gewiss nicht vorgeschwebt, welche Popularität dieser Begriff in der heutigen Zeit genießen würde. Dass es doch dazu kam, ist natürlich kein blinder Zufall.

Der Niedergang traditioneller Industriezweige und die Konfrontation mit der globalen Konkurrenz um technologisches Leadership haben ein Umdenken eingeleitet. Selbst einst beschauliche Landstriche von ‚Good Old Europe‘ sind sich der Bedeutung der Anpassung an die Weltlage schnell bewusst geworden. Die Steiermark braucht hier den direkten Vergleich mit anderen Regionen keinesfalls zu scheuen: Mit einer F&E-Quote von 4,3 Prozent liegt sie nicht nur an der Spitze der österreichischen Bundesländer, sondern gleich hinter Baden-Württemberg unter den Topregionen Europas auf Platz 2. Diese respektable Leistung ist das Ergebnis einer konsequenten Förderpolitik im Zusammenspiel mit den universitären und betrieblichen Forschungseinrichtungen: Mit 19 von insgesamt 45 wissenschaftlichen Kompetenz-Zentren ist die Steiermark das führende Bundesland im bundesweiten COMET-Förderungsprogramm. Diese Zentren dienen als fühlbare Innovationsverstärker in zukunftsträchtigen Branchen.
Trotz dieser stolzen Bilanz gibt es jedoch keinen Anlass, sich auf den Lorbeeren auszuruhen. Die wahre Herausforderung liegt in Megatrends der Zukunft, die bewältigt werden wollen: In umfassendem Sinn bedeutet Innovation mehr als die Weiterentwicklung und Erfindung von Technologien, um neue Märkte und Konsumentenkreise zu erobern.

Fortschritt in weitestem Sinn muss der Verbesserung unserer Lebensqualität und dem Erhalt einer intakten Umwelt dienen. Hier stehen wir trotz zahlreicher klangvoller Strategiepapiere und Sonntagsreden erst am Anfang von wichtigen langfristigen Projekten, erklärt etwa Wirtschaftsforscher Stefan Schleicher. Mehr Effizienz im Energieverbrauch, der Umstieg auf erneuerbare Energien und sanfte Mobilität geschehen in einem viel zu zögerlichen Tempo, um einen realen Paradigmenwechsel zu bedeuten. Dasselbe gilt für die Bildung im schulischen und universitären Bereich, wo statt Forcierung von Eliten und Internationalisierung veraltete Strukturen fortgeschrieben werden. Echte Innovation heißt aber Handeln, Mut zur Veränderung und Aufbruch zu Neuem statt bequemer Imitation!

::: Text von Josef Schiffer

Zum Thema, Fazit 73 (Juni 2011)

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