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Sie nannten ihn den Zaren

| 25. Mai 2012 | 1 Kommentar
Kategorie: Fazit 83, Fazitgespräch

Dass man mit Hannes Kartnig kein normales Interview führen kann, versteht sich von selbst. Der polternde Charmeur ist erstaunlich gut gelaunt, wenn man bedenkt, dass ihm aktuell eine fünfjährige Haftstrafe wegen Steuerhinterziehung, schweren Betrugs und grob fahrlässiger Beeinträchtigung von Gläubigerinteressen droht.

Das Gespräch führten Michael Thurm und Johannes Tandl.

::: Interview als PDF: DOWNLOAD

Noch erstaunlicher ist seine gute Laune, weil in der Nähe seines Büros am Eggenberger Gürtel so laut und heftig gebaut wird, dass bei ihm die Fußball-Devotionalien vom Regal fliegen. Die Beweise seiner Erfolge als Präsident von Sturm Graz zieren Wände und Regale. Der Wohlstand, den er mit seiner Werbefirma »Kartnigs Perspektiven« erwirtschaftet hat, manifestiert sich im protzigen Mobiliar. Ein Glastisch, der sich um sich selbst dreht, eine ausladende Schreibtischlampe, ein riesiger weißer Stoßzahn. Zahlreiche Bilder, die ihn mit »Freunden« aus seiner Zeit als Adabei zeigen, fallen von den Erschütterungen zu Boden und bringen Hannes Kartnig in Fahrt: »Des is ja unglaublich. Da wackelt die ganze Hütt‘n, dass man Angst hat, die Decke fliegt einem auf den Kopf.« Einen besseren Einstieg in das Interview kann es kaum geben, aber ein Gespräch mit Hannes Kartnig beginnt nicht der Journalist, sondern der Hausherr:

So Meister, wos wolln‘s von mir wissen?

Herr Kartnig, Sie haben vor dem Urteil der ersten Instanz gesagt, dass die eine Hälfte der Leute Sie mag und die andere eben nicht. Hat sich daran seit der Verhandlung etwas geändert?
Vielleicht mögen mich jetzt sogar mehr. Es kennen mich jedenfalls noch mehr Leut‘ als zur erfolgreichen Zeit in der Championsleague. Das hätt ich nicht gedacht. Die Menschen haben von dieser Verhandlung gelesen und sie reden darüber. Und egal ob ich in Vorarlberg bin, in Oberösterreich oder in Wien, die Leute kommen raus, die Anhänger von Rapid und der Austria, die Wilden und die Zahnlosen, die kommen zu mir, wenn sie mich sehen, und sagen: »Des is a Wahnsinn, lass dir das net gefallen!«

Das ist ja fast zum Fürchten.
Na, ich brauch ja das alles nicht mehr.

Sie haben jetzt mehr Freunde als vorher?
Sympathisanten, nennen wir es so. Bei dem Wort »Freund« bin ich sehr vorsichtig.

Waren Sie das schon immer oder sind Sie es erst seit den letzten fünf Jahren?
Immer schon. Ich bin sogar in meinem Vorstand mit einigen Leuten per Sie gewesen. Auch mit den Trainern …

Haben Sie überhaupt nicht das Bedürfnis, gemocht zu werden?
Wer will das nicht? Aber oft sind die, von denen du glaubst, dass sie dich mögen, dann falsch. Die Ehrlichkeit ist heute sehr wankelmütig.
Ist das oberflächlich oder falsch?
Beides. Der Neid ist in diesem Land so gigantisch geworden. Jeder Kleine will das, was ein Großer hat. Aber er denkt nicht nach, wie das der Große erreicht hat. Es sind ja nicht alle Großen Gauner, die haben auch riskiert. Aber die Leute wollen nichts riskieren und trotzdem viel Geld. Vom Staat leben wollen sie und möglichst wenig arbeiten. Und wenn einer a bissl mehr hat, dann wird er gleich verdächtigt, dass es nicht mit rechten Dingen zugehen könne. Aber man muss ja mal daran denken, dass diejenigen, die heute etwas haben, die Arbeitgeber sind. Der Staat könnte sich gar nicht leisten, die Mindestsicherung zu zahlen, wenn es die Firmen und deren Steuern nicht geben würde. Aber der Neid ist so groß. Sogar unter den Bettlern ist man sich neidig, wenn einer a ganzes Wurstsemmerl bekommt und der andere nur a halbes.

Ist Reichtum generell eine Schande?
Neid gibt es überall auf der Welt. Das ist eine menschliche Schwäche. Aber was soll ich neidig sein auf fleißige Leute?

Befördern Sie den Neid nicht auch damit, dass Sie Ihren Reichtum so öffentlich zur Schau stellen?
Ich bin ja nicht reich. Ich bin nicht schlecht situiert, aber reich ist bei mir schon was anderes …

Einigen wir uns auf wohlhabend?
Weil ich halt gearbeitet hab. Tag und Nacht. Ich bin selber plakatieren gegangen, hab Tafeln aufgestellt. Arbeit ist ja keine Schande. Das ist doch  das Problem: Viele sehen nicht, was ich mache. Ich hab immer gearbeitet. Jetzt, in meinem Alter, kann man sich ein bisschen zurücklehnen und die Arbeit überlegter machen, ein bisschen delegieren.

Aber Sie haben das Ergebnis der Arbeit immer mehr zur Schau gestellt als die Mühe dafür.
Ja, ich hätte halt nach Amerika gehen sollen, weil ich das, was ich geschaffen habe, hergezeigt hab. Aber das darf man in Österreich nicht, das erregt Neid.

Haben Sie je ernsthaft darüber nachgedacht, Österreich zu verlassen? Auch vor dem Hintergrund der Untersuchungen gegen Sie.
Nie. Warum soll ich gehen? Ich steh zu dem, was ich gemacht habe.

Aber die fast sieben Millionen Strafe …
… die kannst eh nicht zahlen. Ich hoffe, dass das reduziert wird.

Was ist schlimmer, Gefängnis oder Geldstrafe?
Haft ist immer ärger.

Das Verfahren gegen Sie ist in erster Instanz entschieden, aber aufgrund der laufenden Berufung werden wir darüber wohl nicht allzu viel reden können.
Was soll ich auch dazu sagen? Wir warten jetzt mal auf das schriftliche Urteil. Ich kann ja nicht auf den Staatsanwalt schimpfen. Die Leut‘ wissen eh … Einen versuchten Förderungsmissbrauch hat es nie gegeben. Es ist nie Geld geflossen, es ist nie versucht worden und es ist kein Schaden für das Land entstanden. Das hat ja auch das Land vor Gericht bestätigt. Aber das ist halt die Einbildung des Herrn Staatsanwalt und wenn der Richter dem folgt, kannst nix machen.

Bleiben wir noch kurz beim Thema Freundschaft: Sie werden damals jede Menge »guter Freunde« gehabt haben, die Schulterklopfer …
Die hab ich immer. Auch heute noch. Das ist der Mensch. Wenn du mit einem berühmten Menschen auf der Straße gehst, sagen die auf der anderen Straßenseite: »Schau, so schlecht kann der gar nicht sein.«

Und das hat Ihnen und Ihrer Firma auch geschäftlich genutzt.
Ja, aber was hab ich davon, wenn ich heute den Sean Connery treffe? Von dem bekomme ich ja nichts. Aber die Menschen sind in der Hinsicht krank. Wir bewundern solche Typen, egal ob da etwas dahintersteckt oder nicht. Leute, die in den Medien sind, werden bewundert. Das hab ich selber erlebt: »Mensch, bist mächtig«, hieß es, als wir in der Championsleague gespielt haben. Aber wo war ich denn mächtig?

Ist Ihre Firma nicht auch mit Ihrer Bekanntheit durch Sturm Graz gewachsen?
Naja sicher. Das hab ich ja gekonnt und das ist auch für Sturm gut gewesen. Die konnten doch froh sein, dass ich eine Werbeagentur hatte und gewusst hab, wo die Budgets sind. Und wenn eine Firma klassische Werbung gemacht hat, hab ich die gleich angeredet, ob sie nicht auch ein Sponsoring für den Verein machen wollen. Denen konnte ja nichts Besseres passieren, als einen Patienten wie mich zu finden. Natürlich war ich durch den Erfolg von Sturm im Mittelpunkt. Und dann hab ich Sturm Graz verkauft und auch meine Plakatwände. Ich wäre ja ein Dummerl, wenn ich das nicht gemacht hätte. Das ist doch alles legitim. Und die Leute, die heute am Werk sind, können das alle nicht. Die kriegen nicht mal einen Termin, wenn sie bei irgendeinem Bundeskanzler anrufen. Da muss man auch die gewisse Art haben, man muss a bissl a lustiger Mensch sein und Schmäh führen konnte ich immer. Ich brauch halt einmal am Tag a Stund für eine Lacherei.

Deshalb gab es auch eine lange Zeit kein Event, zu dem Sie nicht eingeladen wurden.
Das stimmt schon. Ich red ja mit allen Leuten, ich bin nicht eingebildet. Mit den ärmsten und mit den reichsten, ich bin ein kommunikativer Mensch. Und über mich wird selten einer schimpfen. Auch wenn sie dann manchmal schreien: »Der Prolet!« Ich weiß schon, wann ich das mache. Aber ich kann schon auch hochfein sein …

Wozu denn?
Jaja, auch bei den Salzburger Festspielen redet die feine Gesellschaft mit primitiven Ausdrücken. Wenn ich mir heute die Seitenblicke anschau … Ich weiß, ich war selber dabei und hab den Gaukler gespielt.

Sie haben es genutzt.
Ja sicher. Und wenn du drinnen bist, merkst du nicht, was du machst. Jetzt, wo du nicht mehr so gefragt bist und wo du auch nicht mehr so dabei sein willst, siehst du dann die anderen und wie die sich geben. Da kommt mir … Aber ich war auch so ein Verrückter. Ich war ja a dabei. Heute lach ich darüber‘.
Ihr öffentliches Leben hat Ihnen aber schlussendlich auch das laufende Verfahren eingebrockt. 2006 wurde behauptet, dass Sie Gelder von Sturm Graz im Kasino verspielt hätten. Diese Behauptung war der Auslöser für die Untersuchungen der letzten fünf Jahre.
Ein böswilliger Beamter vom Finanzamt Graz hat das Gerücht in die Welt gesetzt. Daraufhin hat mir das Finanzministerium nicht mehr geholfen, weil es dann keine Steuerhinterziehung, sondern ein Fall fürs Kriminal war. Deshalb musste ich auch in Untersuchungshaft und diese U-Haft wurde dann vom obersten Gerichtshof (OGH) in Wien aufgehoben.

Sie sind aber nur auf Kaution entlassen worden …
Die hab ich einen Tag später schon wieder zurückbekommen. Das war ja eine Schweinerei, was dieser Beamte behauptet hat. Und mit solchen Gerüchten gehen Staatsanwälte auf Menschen los. Da bist du machtlos. Da kannst du machen, was du willst. Wenn das Urteil so hält, wie es ist, sind alle Angeklagten Sozialfälle. Mich eingeschlossen.

Wie wichtig ist Ihnen der Wohlstand?
Was soll ich machen? Ich weiß es nicht. Ich lebe in der Hoffnung und ich glaube, dass es eine Gerechtigkeit gibt. Denn es hat weder einen Förderungsmissbrauch noch den Versuch gegeben, diese Behauptungen sind einfach absurd. Der Staatsanwalt interpretiert da etwas hinein. Das ist ja der gleiche Staatsanwalt, der zwei Jahre unbedingt beim Landesrat Kurzmann verlangt hat …

Der FPÖ-Landesrat ist vom Vorwurf der Verhetzung freigesprochen.
Ja, weil er einen gescheiten Richter hatte. Aber dass ein Staatsanwalt auf die Idee kommt, jemanden wie den Herrn Kurzmann zwei Jahre einzusperren, sagt ja schon einiges. Der hat wahrscheinlich gar nicht gewusst, was da mit diesem Minarettspiel los war. Man muss mal hinterfragen, ob ein Staatsanwalt so etwas überhaupt darf. So auf Menschen losgehen …

Haben Sie Ihr Vertrauen in die Justiz verloren?
Durch diese Verhandlung schon. Der Richter ist ein sympathischer Mensch. Ich weiß nur nicht, was ihn geritten hat, dass er mich jetzt so an die Wand fahren lässt und dem Staatsanwalt vollkommen Glauben schenkte. Im OGH, dem Höchstgericht, sitzen sechs Juristen, die Crème de la Crème der österreichischen Justiz, und da gibt es keine Ressentiments gegenüber jemandem, der auf die Opernredoute geht oder nicht geht.

Gibt es für Sie so etwas wie eine gerechte Strafe?
Also dass ich für die Steuerhinterziehung bestraft werde, ist klar. Aber was hat man denn davon, dass man mich einsperrt? Nix! Die wollen ja alle Geld haben. Wenn ich jetzt eingesperrt werde, kann ich nicht arbeiten, kriegt der Staat kein Geld. Es hat sich niemand selbst bereichert. Von der betrügerischen Krida und der Untreue bin ich einwandfrei freigesprochen worden.

Nach dem Urteil der ersten Instanz haben Sie gesagt: »Die haben mich umgebracht.«
Ja sicher. Wenn das Urteil so kommt, kann ich zusperren. Die Strafe muss ich zahlen, die Gerichtskosten muss ich zahlen und dann kommt noch die Finanz. Ich muss also weiterarbeiten und Geld verdienen, auch wenn ich nächstes Jahr eigentlich in Pension gehen könnte.

Sie haben gesagt, dass Sie viel Zuspruch haben. Wie viele haben Ihnen im Zuge des Verfahrens den Rücken gekehrt?
Kaum wer. Als ich von Sturm weggegangen bin, war das stärker der Fall. Ich wurde ja vor allem als Sturm-Präsident eingeladen. Aber mir ist das jetzt nicht mehr wichtig, jetzt muss ich nichts mehr verkaufen.

Sind Sie noch Sturm-Fan?
Schon, aber ich gehe nicht mehr ins Stadion, weil ich diese Fankultur nicht ertrage. Da sind leider Fans dabei, die jetzt Mitspracherecht im Verein haben. Und was die beiden Präsidenten Rinner und Jauk gemacht haben, darf ein Verein nicht machen. Denn eines Tages wird ein Klub daran sterben, dass Fans, die viel zerstören, mitzureden haben. So wie sie es mit dem Logo probiert haben.

Sturm-Fans wollten das Logo des Hauptsponsors Puntigamer aus dem Vereinslogo entfernen …
… und wenn ich so etwas toleriere, dann ist es besser, ich werd gar nicht Präsident. Aber der Jauk hat es halt gemacht, um gewählt zu werden. Die haben ja die ganzen Radikalinskis zu Mitgliedern gemacht. Unvorstellbar. Ich muss wissen, wen ich aufnehme. Die bringen doch überhaupt kein Geld, schreien rum und verkaufen sich selber ihre Dressen, ohne dass der Verein etwas davon hat.

Das klingt nach wenig Sympathie für den neuen Vorstand und seinen achtköpfigen Aufsichtsrat.
Die sollen einmal zeigen, was sie zusammenbringen, dann kann man über sie reden. Was soll ich sonst sagen? Der eine hat a Geld, wie der Ernst Wustinger, ein klasser Bursch. Der Kois ist ein Auslaufmodell, ein Pensionist. Der Jauk ist ein Lohnzettelempfänger und  ein Schmalspurbankdirektor. Du brauchst als Präsident einen Unternehmer, der selber sein Geld reinsteckt.

Hans Rinner war zumindest Unternehmer.
Ja, aber der hat keine Ahnung von Fußball. Deshalb hat der Foda ja so regiert. Beim Heinz Schilcher und bei mir hätte er sich das nie getraut.

Sie haben selbst auch mal gesagt, dass sie keine Ahnung von Fußball haben.
Ich muss nicht wissen, was die für ein Spielsystem haben. Aber ich weiß, wie man einen Klub verkauft. Ich weiß ja, wie das geht, ich hatte immer a Hetz mit den Journalisten.

Ich habe den Eindruck, Ihnen fehlt das heute.
Nein, ich brauch das alles nicht mehr. Bitte lass mich in Ruh. Ich hab täglich und stundenlang nur mit Journalisten zu tun gehabt.

Und mit der Prominenz, die Sie in den VIP-Club gelockt haben.
Den hab ich ja noch selbst gestaltet. Auf den Holzbänken an der Gruabn hat sich jeder einen Span in den Hintern gezogen, der einmal hin und her gerutscht ist. Und wenn die Kommentatoren oben drüber a bissl gehüpft sind, ist unten der Staub auf die Brötchen gebröselt. Was wir dort gelacht haben.

Und Sie lachen noch heute.
Allein die Duschen in der Gruabn: Wenn einer a bissl mehr Wasser gebraucht hat, ist ihm die Brause auf den Schädel gekracht und der hatte dann a leichte Gehirnerschütterung.

Zu diesen Geschichten gehört auch, dass die Mietrechte für den historischen Spielort von Sturm Graz in Ihrer Ära an die Stadt zurückverkauft werden mussten.
Du hättest dort auch nicht mehr spielen können. Ich kann mich daran erinnern, dass wir gegen Salzburg gespielt haben: 10.000 hätten Platz gehabt, 13.000 waren drin. Die Leut‘ haben schon geschrien, weil sie nichts gesehen haben, und sind auf die Telegrafenmasten geklettert. Die hatten schon ihre Steigeisen mit, um da hochzukommen.

Sie haben gesagt, Sie könnten nächstes Jahr in Pension gehen. Es fällt mir schwer, das zu glauben.
Irgendwas mach ich schon noch nebenbei. Dass ich mich komplett zur Ruhe setze, geht bei mir gar nicht. Aber ich würde nie mehr in einem Sportverein etwas machen. Und wenn ich dafür Milliarden hätte.

Weil Sie ein gebranntes Kind sind?
Wegen der ganzen Undankbarkeit. Die Fans tun heute so … Der Hoeneß von den Bayern hat das ja ganz richtig gesagt. Die verkaufen ihre VIP-Logen total clever, haben ein super Konzept. Und dann stehen dort ein paar tausend Indianer, sind neidig und schreien herum. Da hat der Hoeneß gesagt, dass sie froh sein sollen, dass die VIP-Gäste den halben Eintrittspreis für sie zahlen. Und dann immer diese Ausschreitungen, das kann ich nicht mit anschauen. Wenn ich heute was zu reden hätte: Das Gesindel hätte ich rausgeschmissen. Ich stell Megafone auf, mach Papierattrappen und fahr das ganze Programm. Ich brauch solche Indianer nicht, die nur für sich da sind, ihre eigenen Trikots verkaufen, und der Jauk gibt auch noch das Logo frei. Und dann machen sie die Bänke hin und reißen die Sessel raus. Was wir wegen der bengalischen Feuer an Strafe gezahlt haben, war ein Wahnsinn. Die Fans haben damit nur Schaden angerichtet. Aber das wollen sie nicht sehen, nur weil sie Stimmung machen. Da nehm ich lieber a Megafon und mach das selber. Ich brauch keine abnormen Fans. Du musst ja heute aufpassen, dass sie die Spieler nicht niederschlagen. Wo samma denn? Und das sind ja nur a paar Idioten und dann machen noch ein paar mehr Idioten mit. Mit dem Gesindel will ich nichts mehr zu tun haben.

Was wollen Sie dann machen?
Ich hab meine Firma und werde da weiterarbeiten.

Die Ambitionen, die man jetzt bei Stronach und Mateschitz sieht, sind Ihnen fremd?
Na, das brauch ich nicht. Was soll ich in die Politik gehen? Wenn ich Schmäh führen will, setz ich mich an den Stammtisch.

Herr Kartnig, vielen Dank für das Gespräch.

*

Fazitgespräch, Fazit 83 (Juni 2012)

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Kommentare

Eine Antwort zu “Sie nannten ihn den Zaren”

  1. Mag. Indianer
    31. Mai 2012 @ 12:15

    Hmm wer ist nun der abnorme Mensch, die tausenden feiernden Fans und Idealisten, die im Stadion stehen, oder der Mensch der in Kürze für lange lange Zeit in den Häf’n wandern wird.

    Lass die Seife nicht fallen Hannes, du hast dir diese Zeit dort redlich verdient!

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