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Was von Kern bleibt

| 27. September 2018 | Keine Kommentare
Kategorie: Aktuell, Politicks

Foto: BKA/Andy WenzelWas mir ja auch gefallen hat, war dieser »menschliche Aspekt« vom Sozialdemokraten Christian Kern bei seinem Wechsel in die Versenkung bezüglich seines Parteigeschäftsführers. Dieser, der rechtschaffene Sozialist Max Lercher, inhaltlich wohl auf einem ganz anderen Feld unterwegs als etwa ich, der hatte nämlich ein Landtagsmandat. In der Steiermark.

Das war nicht ganz ideal für jemanden, dessen Lebensmittelpunkt auch Österreich gebildet hat, der aber im Grunde in Wien war. Als eben Bundesgeschäftsführer der SPÖ. Also hat Lercher das zurückgelegt.

Kern hat dann just rund um die Stunde, in der in Graz ein neuer Mandatar auf diesen von Lercher zuvor eingenommen Parlamentssitz angelobt wurde, sein Karriere-Reset bekanntgegeben. Und mit dieser Bekanntgabe war im Grunde klar, dass Lercher nun binnen weniger Tage, es war keine ganze Woche!, ohne Mandat und ohne Job dastehen würde.

Ich mach mir keine Sorgen um Max Lercher, der ist guter Mann genug, dass er bald was Spannendes, was Sinnvolles machen wird. Das würde ich mir nicht anmaßen, das braucht er nicht. Kerns Verhalten ihm gegenüber aber ist letztklassig. So geht man nicht mit seinen Mitarbeiter um.

Dass sich auch die designierte Parteichefin nicht durchringen konnte, zumindest auf Zeit, mit zwei Parteisekretären zu arbeiten, spricht, bei allem Verständnis dafür, mit einem neuen und selbstbestimmten Team die Arbeit angehen zu wollen, im Übrigen auch nicht nur für sie.

Weder für ihre, das ist den Guten ja immer so wichtig, »menschliche Seite« spricht das, aber noch viel weniger für ihre Professionalität! Wie sehr hätte Rendi jetzt die Unterstützung eines in allen Ländern gut gelittenen und von vielen in der SPÖ äußerst geschätzten und gestanden Parteifunktionärs brauchen können! Seine Loyalität wäre ihr außerdem, das darf ich unterstellen, durch einen solchen Schritt mehr als gesichert gewesen. Und ich denke die Bobostanilisten, die das Gute vor allem modellhaft und groß- wie gesamttheoretisch beherrschen, hätte Lercher jedenfalls bereichert.

Sowas tut man nicht. Von Kern bleibt Enttäuschung.

Foto: BKA/Andy Wenzel

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