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Ein ungewöhnlicher Konservativer

| 3. Juni 2019 | Keine Kommentare
Kategorie: Allgemein, Fazit 153, Sichrovsky und ...

Foto: Julius Hirtzberger

Wie spricht man mit jemandem, der sich auf seiner eigenen Webseite als Spezialist für Gespräche mit Prominenten ankündigt und in der Einführung zu der von ihm gegründeten Onlinezeitung »Kopf um Krone« den Unterschied zwischen traditionellem Interview und einem modernen Gespräch betont?

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Wie spricht man mit jemandem, der sich auf seiner eigenen Webseite als Spezialist für Gespräche mit Prominenten ankündigt und in der Einführung zu der von ihm gegründeten Onlinezeitung »Kopf um Krone« den Unterschied zwischen traditionellem Interview und einem modernen Gespräch betont?

In der Einführung seines Magazins heisst es: Kennen Sie den Unterschied zwischen einem Interview und einem Gespräch? Ein Journalist führt Interviews. Er bereitet Fragen vor und liest sie seinem Gegenüber vor. Bloß nicht abschweifen! Wir kratzen an der Oberfläche, denn wir haben keine Zeit für Details. Kopf um Krone führt Gespräche. Wir treffen Persönlichkeiten und philosophieren mit ihnen über Gott und die Welt – ein Gespräch bei Kaffee und Kuchen, als wären wir alte Bekannte. Lassen Sie sich berieseln und bilden Sie sich Ihre Meinung.

Ich nahm mir vor, diesen Ratschlag zu berücksichtigen, und Muamer Bericovic einfach reden zu lassen, mich so wenig möglich einzumischen und versuchen, ihn nicht zu unterbrechen. Wir trafen uns im Nobelhotel Bristol in Wien gegenüber der Oper. An der Rezeption vorbei, wo die Mitarbeiter des Hotel jeden begrüßen, als sei man ein Stammgast, der vermisst wurde, erreicht man das Restaurant. An der rückwärtigen Seite des Restaurants stehen ein paar kleinere Kaffeehaustische in einem Wintergarten mit Blick auf die Mahlerstrasse und dem ehemaligen Palais der längst vergessenen Gebrüder Gomperz, die hier direkt an der Kärntnerstrasse einst residierten. Muamer Becirovic ist gegenwärtig noch Student der Politikwissenschaften und baldiger Masterstudent der Geschichte, doch wenn er das Bristol-Restaurant in Richtung Wintergarten durchschreitet, wirkt er im tadellosen Anzug und krawattenlosem, offenen Hemd eher wie ein junger Geschäftsmann, der hier seine Klienten trifft. Er sieht älter aus, bewegt sich langsam und selbstsicher und spricht mit einem Wiener Hochdeutsch, das eigentlich nur mehr selten zu hören ist, unterbrochen mit wenigen Dialektwörtern und vermittelt den Eindruck, zu alt für einen Studenten und zu jung für einen erfolgreichen Manager zu sein. Einer jener Menschen, die schon in jungen Jahren erwachsen wirken und aus einer Familiengeschichte kommend, die nicht einer unbeschwerten Kindheit im Garten hinter der Villa im 19. Wiener Bezirk entspricht. Das Magazin »Forbes«, für das er regelmäßig Beiträge schreibt, zählt das Mitglied der Jungen ÖVP zu den einflussreichsten Unter-30-Jährigen in Österreich. Doch der geradlinige Weg in die heimatliche Politik, den so viele Politiker vorexerzieren von der Jugendorganisation der Partei in die Studentenvertretung, dann ein Assistentenjob bei einem Politiker als nächster Schritt, und endlich ein sicherer Platz in der Landespolitik oder gleich in den Nationalrat, interessiert den »Polit-Junkie« – wie er sich beschreibt – nicht. Er möchte sich die Tür selbst aussuchen, durch die er vorhat zu gehen und der programmierte Durchmarsch durch die Institutionen scheint ihn nicht zu interessieren.

Ein »Wirtschaftsliberaler«
Bei allen seinen Beiträgen spürt man die Suche nach Widersprüchen, Zweifel und Auseinandersetzung mit scheinbar eindeutigen Behauptungen und Erkenntnissen. Becirovic schreibt für die Furche, Forbes und zahlreiche Onlinemagazine und läßt kein Thema aus, so lange es ihn genügend provoziert. Er definiert sich als »Wirtschaftsliberaler«, und muss diese Position oft erklären und verteidigen, da man von ihm aufgrund seines »Migrantionshintergrunds« automatisch erwartet, dass er sich der SPÖ anschließen würde. Den Unterschied zwischen SPÖ und ÖVP beschreibt er klar und verständlich: Die einen würden die Ideologie über die Realität stellen und die anderen würden erkennen, was möglich sei und orientieren ihre Ziele nach dem Machbaren. Sein väterlicher Freund ist Erhard Busek, mit dem er gemeinsam das Buch »Ich erlebe das nicht mehr, aber Du« veröffentlichte. Eine Zusammenfassung regelmäßiger Diskussionen im Cafe Imperial. Dabei ging es um Religion, Europa, Demokratie und Probleme der Migration. Trotz des Altersunterschieds sieht er in Buseks Ansichten viele Gemeinsamkeiten und wagt sich wie Busek auch an eine differenzierte Haltung gegenüber Bundeskanzler Kurz.

Foto: Adriane Benten

Natürlich unterstütze er Kurz und findet, die Übernahme der ÖVP sei mehr als notwendig gewesen. Doch die Alltagspolitik der jetzigen Regierung verursachen bei ihm regelmäßig »Bauchschmerzen«. Das Ausländerthema und die Probleme der Flüchtlinge seien zweifellos ein wichtiges Thema, doch Becirovic bedauert, dass es zum wichtigsten Kennzeichen einer angeblich modernen, konservativen Politik geworden sei. Konservativ sein müsse einfach mehr bedeuten, als nur kritisch gegenüber der Flüchtlingsproblematik aufzutreten. Diese Erwartungshaltung werde er nicht aufgeben. Beim Versuch, den konservativen Standpunkt näher zu definieren, entpuppt er sich als Pragmatiker, eher den amerikanischen Standpunkt vertretend. Konservativ bedeute für ihn, sich Schritt für Schritt einem moralischen Ziel zu nähern, das verschiedene Interessengruppen gemeinsam definieren und erarbeiten. Die Balance bei der Zieldefinition sei auch der Unterschied zu den Sozialdemokraten, da sie sich im Gegensatz zu den Konservativen aus einer einzigen Gruppe, den Arbeitnehmern, entwickelt hätten. Die SPÖ habe sich seit Kreisky vom Pragmatismus verabschiedet, der ebenfalls ein »moralisches« Ziel gehabt hätte, sich diesem jedoch pragmatisch versuchte zu nähern und eine völlig neue Partnerschaft zwischen Arbeiterschaft und Großbürgertum bildete. Heute vertrete die SPÖ nur mehr das »Bobostan«, jene Gründerzeitgegend, in denen es Kneipen, Apple-Stores und Boutiquen gibt, dazu eine kaufkräftige und sorgenfreie Generation der Erben und wenig gestressten Studenten. Die Volkspartei würde ihr Programm den Bedingungen der Machterhaltung unterwerfen, während die Sozialdemokraten sich an ein Programm klammern, auch wenn sie dadurch Macht, Einfluss und Verantwortung verlieren würden. Becirovic nennt in diesem Zusammenhang das Problem der Besteuerung großer Konzerne. Seit Jahren werde darüber diskutiert und es höre sich toll an als Forderung. Doch die Praxis sehe eben anders aus, weil moderne Unternehmen international arbeiten würden. Die Sozialdemokraten wiederholten bei jeder Wahl die Forderung der Besteuerung der Großkonzerne, obwohl sie selbst in Ländern, wo sie regieren, keine Lösung gefunden hätten.

All seine Theorien, Analysen und Erklärungsmodelle enden letztendlich bei einer Person – bei Bundeskanzler Kurz, der ihn sichtlich beeindruckt, sowohl positiv als auch negativ. Erst durch seine Mitgliedschaft bei der Jungen ÖVP könne er verstehen, wie Kurz es in wenigen Jahren aus einem Wiener Bezirk in die Regierung und bis zur Übernahme der Volkspartei geschafft hätte. Die Junge ÖVP sei dafür die ideale Plattform für Kurz gewesen, da sie integrativ in fast allen Bereichen der Partei präsent sei.  Bei Kurz beginnt Becirovic seine nüchterne, analytische Wortwahl aufzugeben. Er beschreibt ihn als Ausnahmeerscheinung, der besser als alle anderen in der Politik begriffen habe, wie Macht in Österreich funktioniere, nach welchen Kriterien, Bedingungen und Mechanismen. Auf meine Frage, ob das für Österreich positive oder negative Konsequenzen habe, weicht er aus und meint, dass Kurz nicht von einem Tag zum nächsten planen würde. Für Kurz und sein Team, ginge es um zukunftsorientierte, strategische Entscheidungen, die Zeitspannen von Jahren betreffen. Nichts werde dem Zufall überlassen, jeder Entscheidung würde nach allen möglichen Konsequenzen hinterfragt werden. Einen besonderen Vorzug bei Kurz sieht Becirovic in dessen Gelassenheit und innerer Ruhe, sowohl gegenüber der innerparteilichen Konkurrenz als auch der Opposition. Das mache ihn nahezu unangreifbar.

Ein Student Metternichs
Der Bundeskanzler ist trotz all des Lobs und Kritik dennoch nicht die Leitfigur von Becirovic, der vom politischen Alltag in Österreich wenig begeistert ist, den er engstirnig, kleinbürgerlich und an den heimatlichen Grenzen endend sieht, sondern Clemens Metternich, über den er eine Biographie schreibt. Als baldiger Student der Geschichte, in der er auch in München promovieren will, konzentriere er sich auf das 19. Jahrhundert und sieht in Metternich einen der größten Staatsmänner der österreichischen Geschichte, ohne dessen Kooperationsstrategie zwischen den europäischen Mächten, Napoleon den Krieg möglicherweise gewonnen hätte. Auf eine Ähnlichkeit zwischen Metternich und Sebastian Kurz angesprochen sieht er bei beiden die Gelassenheit, das leidenschaftslose Herangehen an Probleme, das sich Metternich sich selbst verordnet hatte und das auch bei Kurz zu beobachten sei. Der fast vergessene österreichische Staatsmann sei auch das große Vorbild des ehemaligen US-Außenminister Kissinger.

Plötzlich, mitten im Gespräch über den Alltag in Österreich, verliert sich der junge Student einer muslimischen Mutter aus Bosnien und einem Vater aus dem muslimischen Teil Serbiens in einer Bewunderung der Machtpolitik des 19. Jahrhunderts, die Europa einige Jahrzehnte Frieden gebracht hatte. Das Gleichgewicht der Mächte in Europa damals, das Metternich grandios mit seinem diplomatischen Geschick ausbalancierte, mit Deutschland, England, Russland, Frankreich und Österreich sieht er übertragen auf einen möglichen internationalen Ausgleich zwischen den USA, Europa und China. Als habe er die Grenzen Österreichs nicht nur gedanklich verlassen, bewundert er die Kenntnisse der Amerikaner über europäische Politik und deren internationale Machtpolitik. Vor kurzem habe er den Vortrag eines US-Think-Tank Chefs über Bismarck gehört, der mehr über den deutschen Politiker wusste, als alle anwesenden Zuhörer aus Europa.

Becirovic wurde in München geboren, wo sich seine Eltern kennenlernten. Der Vater emigrierte nach Deutschland, die Mutter flüchtete aus Bosnien und erreichte Deutschland als Kriegsflüchtling. Noch bevor er in die Schule eintrat, übersiedelte die Familie nach Österreich. Die Asylberechtigung in Deutschland war abgelaufen, doch in Österreich wurden sie sofort aufgenommen, da seine Mutter als Krankenschwester eine Anstellung bekam. Er besuchte das muslimische Gymnasium in Wien und wurde dort zum Schulsprecher gewählt. Seine Eltern bezeichnet er als konservativ muslimisch und glaubt, dass jede muslimische Familie, die den Krieg im ehemaligen Jugoslawien erlebt hatte, heute eine gewisse Form der Religiosität fortsetzt. Er selbst sieht sich als Zweifler in Bezug auf Religion und hält sich an den deutschen Philosophen Kant, der einst behauptete, er könne nicht beweisen, dass es Gott gäbe, aber auch nicht, dass es ihn nicht gäbe. Die kulturelle Tradition sei ihm wichtig, schon auf Grund der Kindheitserinnerungen mit muslimischen Eltern. Wenn es die Wahl gäbe zwischen Lamm, Rind und Schwein, würde er kein Schweinefleisch essen, das sei er so gewohnt aus der Kindheit.

Juden und Muslime
Ramadan ist ihm manchmal wichtig, dann wieder auch nicht, je nachdem ob er einen anstrengenden Tag habe, also alles sei nicht so streng und bestimmend, er bewahre sich das Recht, selbst zu entscheiden, wie er seine Spiritualität lebt. Da wir beide vor einer Tasse Melange sitzen, frage ich ihn, ob heute einer dieser stressigen Tage sei. Er lacht, nickt und sagt, ja, heute sei ein anstrengender Tag und er würde auf das Fasten verzichten. Gestern jedoch habe er nichts gegessen. »Und wie sehen das ihre Eltern?«, frage ich ihn. Die würden sich mehr religiöses Bewusstsein erwarten, aber es habe nie den Druck zu Hause gegeben, dass er wie die Eltern streng nach muslimischen Regeln leben müsste. »Ich habe das große Glück gehabt, eine Mutter zu haben, die mich unterstützt, egal, was ich vorhatte, und was mir wichtig war,« antwortet er. Seine Eltern würden etwa zweimal pro Monat in eine Moschee gehen, da sehe er keine Unterschiede zu Katholiken, die regelmäßig den Gottesdienst besuchten.

Auf Kontakte zur jüdischen Minderheit angesprochen erzählt er von einem Interview, das er mit einem Vertreter der jüdischen Studenten für sein Onlinemagazin machte, und er während des Gesprächs immer wieder versucht hätte, das jüdische Erbe und die kulturellen Leistungen des Judentums anzusprechen und nicht immer nur Antisemitismus zum Thema zu machen. Er finde es schade, dass Verfolgung und Diskriminierung die großartigen Leistungen des Judentums verdrängten, über die kaum mehr gesprochen werde.  Besonders wichtig für Becirovic ist die Änderung der Einstellung der jungen Muslime gegenüber Juden. Vor kurzem habe eine Organisation junger Muslime eine Studie über Antisemitismus in ihren eigenen Reihen veröffentlicht. Die Jüdische Kultusgemeinde hätte diese mit großem Interesse aufgenommen. Beide Gruppen erkennen immer mehr, dass sie als Minderheiten sich unterstützen müssten und nicht gegen einander agitieren sollten. Es gäbe natürlich die Überlappung der aktuellen politischen Probleme mit den religiösen, doch im Gegensatz zur älteren Generation existiere mit jüdischen Gruppierungen ein direkter Austausch von Erfahrungen. Becirovic glaubt, Muslime könnten eine Menge lernen von der jüdischen Minderheit über Strukturen und Organisation. Bisher gäbe es nicht einmal eine muslimische Studentenorganisation, der Aufbau sei jedoch geplant. Juden hätten einen enormen Bildungsvorsprung gegenüber Muslimen, der sich nur langsam ausgleichen würde. Die jüdische Minderheit arbeite professionell und habe ausgezeichnete Vertreter, eine eigene Zeitschrift  und trete sehr strukturiert auf. Hier bestehe ein großer Nachholbedarf bei Muslimen, sich besser zu organisieren, sowohl nach außen als auch nach innen. Wenn es gegen Minderheiten gehe, würde es sowohl Muslime als auch Juden treffen. Man könne nicht einfach abwarten, es wäre besser, wenn sich beide Communities unterstützten. Auf Israel angesprochen, reagiert er mit Begeisterung, er bewundere dieses Land, was dort geschaffen wurde und möchte so bald wie möglich Israel besuchen, um sich selbst ein Bild zu machen.

Ohne Wille keine Integration
Auf das viel diskutierte Problem der Integration angesprochen, lehnt er sich zurück und lächelt, macht eine kurze Pause und sagt:  »Integration ist möglich, wenn man will!« Der Satz klingt so einfach, enthält jedoch alles, was man sonst umständlich und langwierig erklären müsste. Becirovic spricht damit die Eigenverantwortung der Integration an, die eher dem amerikanischen Prinzip entspricht. Er persönlich warte nicht darauf, integriert zu werden, es sei für ihn weniger eine Leistung der »Anderen«, sondern eher die »Eigene«. Der Sohn einer Krankenschwester und eines LKW-Fahrers, die beide noch arbeiten, betont als Voraussetzung der gelungenen Integration neben der eigenen Verantwortung und dem eigenen Willen auch noch die Unterstützung der Eltern. »Ich habe das Glück gehabt, dass meiner Mutter Bildung nicht egal war. Im Vergleich zu vielen anderen unter den Muslimen hatte ich hier ganz andere Voraussetzungen«, beschreibt er sein Zuhause. Der eigene Wille sei sicher eine wichtige Grundlage des persönlichen Bildungsweges, aber ohne die Unterstützung durch die Eltern sehr schwierig. Er kenne eigentlich niemand, der es völlig alleine geschafft hätte. Es gäbe immer wieder besonders begabte Persönlichkeiten, die es alleine schafften, das sei jedoch die Ausnahme. All die staatlichen Programme könne man vergessen, wenn Kinder nicht von Zuhause die Motivation und Unterstützung bekommen würden, einen Beruf zu erlernen, die Matura zu machen und zu studieren. Er habe eine Mutter die ihn förderte, aber auch forderte, das sei die Grundlage seines Erfolgs auf den der eigene Wille aufbauen könnte. »Lerne zu schwimmen oder geh unter und warte nicht, dass dir jemand den Schwimmreifen zuwirft«, sagte sein Vater einmal. Er kenne die Schicksale der Kinder in anderen Familien und es bestehe ein großer Unterschied, wie Eltern auf die Notwendigkeit einer Ausbildung reagieren würden. Staatliche Unterstützung, Sprachkurse, freies Studium und andere Formen der Förderung sei der Schlagobers auf der Torte. Aber das Mehl, die Schokolade, die Butter, der Zucker und das Rezept müssten von den Eltern kommen.

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