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Vier Jahrzehnte Uno in Wien

| 19. August 2019 | Keine Kommentare
Kategorie: Allgemein, Fazit 155

Foto: Tobias B. KöhlerVienna International Center: Österreich als Standort für globalen Dialog und Entwicklung

::: Text von Thomas Goiser
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Am 23. August jährt sich die Eröffnung des Vienna International Centre (VIC, landläufig »Uno-City« genannt). Bereits Ende Mai fand zum Gedenken ein Festakt mit António Guterres, dem Generalsekretär der Vereinten Nationen, statt; regierungskrisenbedingt von der Öffentlichkeit ziemlich unbeachtet. Dabei ist Wien neben New York, Genf und Nairobi einer der vier offiziellen Amtssitze der Uno. Die Schwerpunkte der 15 in Wien angesiedelten Uno-Organisationen liegen auf dem Kampf gegen das organisierte Verbrechen, die Korruption und den Terrorismus, auf der Nichtverbreitung von Atomwaffen und Rüstungskontrolle sowie der Umsetzung der UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung.

Die rund 5.000 Mitarbeiter im VIC stammen aus 125 Ländern, ein Drittel kommt aus Österreich. Rund als 70.000 internationale Teilnehmer kommen jährlich zu Konferenzen und Treffen der UN-Organisationen nach Wien. 2005 wurden die hier ansässige Internationale Atomenergieorganisation IAEA und ihr Generaldirektor Mohammed el Baradei für ihren Einsatz gegen die Ausbreitung von Atomwaffen mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.

Großkomplex mit kurzer Bauzeit und langer Miete
Der Eröffnung vor 40 Jahren waren umfangreiche Bemühungen vorausgegangen: Bereits 1966 bot die österreichische Regierung den Vereinten Nationen an, in Wien ein internationales Zentrum zu errichten. Aus einem internationalen Architektenwettbewerb mit 288 Einreichungen ging der Entwurf des Österreichers Johann Staber als Sieger hervor. Die Bauarbeiten für die sechs Bürotürme mit bis zu 120 Metern Höhe und die zwei Konferenzgebäude begannen 1972. Die Errichtungszeit des Komplexes war mit sieben Jahren – im Gegensatz zu anderen öffentlichen Infrastrukturprojekten wie Flughafenerweiterungen oder Spitälern – vergleichsweise kurz. Dabei umfasst die Uno-City heute etwa 6.500 Telefone, 13.500 Türen und 8.000 Kilometer Kabel, für die Beleuchtung sorgen rund 182.000 Lampen. Der Gebäudekomplex gilt seit 2015 als klimaneutral, dabei verfügt er über 2.500 Parkplätze. Die ortsunübliche Miete für das VIC ist durch den besonderen Status begründet: Für 99 Jahre wird pro Jahr symbolisch ein Schilling, mittlerweile also sieben Cent verrechnet.

Neben dem VIC sind in Wien noch ein paar Dutzend weitere internationale Organisationen in Wien vertreten, darunter etwa die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) sowie die Organisation erdölexportierender Länder (OPEC). Beide sind in der Wiener Innenstadt angesiedelt.

Weitere Informationen
Unter internationalen Wien-Touristen ist die Uno-City ein beliebter Besuchspunkt. Für Gruppen werden laufende Führungen mit unterschiedlichen Schwerpunkten veranstaltet. Besucher müssen dabei mit Sicherheitskontrollen wie am Flughafen rechnen. Nächster Höhepunkt der Jubiläumsfeiern des Vienna International Center ist ein Tag der offenen Tür am 8. September.
unis.unvienna.org

Fazit 155 (August 2019), Foto: Tobias B. Köhler

 
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