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Das Familienalbum

| 6. Dezember 2019 | Keine Kommentare
Kategorie: Fazit 158, Kunst und Kultur

Foto: Pumpkin Records

Die Vorweihnachtszeit kennt viele potentielle Geschenke. Die CD »Sing Sang Song« vereint bekannte Musiker der Gegenwart und spricht mit ihren Kinderliedern Eltern und Nachwuchs gleichermaßen an.

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Als Menschen begonnen haben, nicht mehr CDs zu kaufen, sondern Spotify und andere Streamingdienste zu  bemühen, ging das Hörerlebnis eines Gesamtalbums gerne verloren. Denn üblicherweise denken sich CD-Macher etwas bei der Reihung von einzelnen Musikstücken.
Nun obliegt es der freien Interpretation, warum Paul Plut an achter Stelle der Kinderlied-Kompilation »Sing Sang Song« zu hören ist. Aus persönlicher Affinität war es aber eben das erste Lied, das der Autor dieser Zeilen genoss. Und da hör‘ her! Einem so einen »Weißt du wieviel Sternlein stehen« haben Menschen wohl bisher noch nie gelauscht.

Leider war der Sohnemann zu vormittäglicher Stunde ob krippebedingter Verpflichtungen gerade nicht greifbar. Und so war nicht festzustellen, ob die Plut-Interpretation des alten Kinderklassikers samt der unvergleichlich tiefen, pathosgetränkten Stimme des Steirers dem Junior ebenso gut gefällt wie dem Papa – oder den Nachwuchs vielleicht ein bisschen erschreckt und dieser lautstark die Dauerschleife des Jingles von Feuerwehrmann Sam als Ersatzmusik einfordert.

Wobei wir ja wissen, wie das bei Kindern ist: Ob Sams oder kleine Prinzen – nur was Eltern anbieten, kann gemocht werden. »Sing Sang Song« ist für Eltern wie Kinder ein wundervolles Angebot. Denn alle, die beliebte Musiker der Neuzeit, wie »Der Nino aus Wien« oder »Clara Luzia«, mögen, hören deren neue (und alte) Kinderlieder wesentlich lieber an als die einfältiger deutscher Studiosänger der üblichen Nachwuchs-CDs. Auch an die eigene Kindheit wird stets gerne mit Niveau erinnert und der Nachwuchs, der findet an jeglichen Varianten von Gans stehlenden Füchsen sowie im Walde stehenden Männlein Gefallen. Und bis auf die Skepsis ob der Plut’schen Stimmtiefe verdient sich die gesamt 14 Nummern starke Kompilation ausnahmslos die Prädikate: kindergerecht und hörenswert.

Alles Kultur, Fazit 158 (Dezember 2019), Foto: Archiv

 
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