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Steirische Industrie: Langer Weg aus der Krise

| 10. April 2020 | Keine Kommentare
Kategorie: Aktuell

Foto: Rob Lambert/Unsplash

Corona drückt weltweit auf die Industrienachfrage. Zusätzlich sind wichtige internationale Lieferketten unterbrochen. Entsprechend groß sind daher die Auswirkungen auf die steirischen Industrieunternehmen. Nur noch ein Drittel der Betriebe erwartet sich über das restliche zweite Quartal eine gute Auslastung. Aus Sicht der IV geht es jetzt darum, so schnell wie möglich die volle Lieferfähigkeit wieder herzustellen, um sich auf den Märkten neu positionieren zu können.

Die steirische Industrieproduktion ist voll von der Coronakrise erfasst worden. Eine Blitzumfrage der IV-Steiermark zeigt, dass bei mehr als einem Viertel der Betriebe die April-Auslastung auf unter 50 Prozent gefallen ist. Etwa die Hälfte der Unternehmen ist zwar bis Monatsende noch gut ausgelastet. Bis Quartalsende erwartet aber nur noch ein Drittel eine gute Auslastung.

IV-Steiermark Geschäftsführer Gernot Pagger geht außerdem von einem langen Weg zurück aus: »Wir sehen, dass sich die Auftragslage im Mai und im Juni – auch verglichen zum April – nochmals spürbar verschlechtern wird. Der Weg zurück wird über den Sommer einsetzen und mindestens bis weit in den Herbst hineinreichen. Und er wird von vielen Unsicherheiten geprägt sein.« Die IV rechnet mit einer Entspannung in zwei Geschwindigkeiten. So werde die Investitionsgüterindustrie rascher aus der Krise finden als die Konsumgüterindustrie.

Aktuell können nur drei Prozent der Unternehmen die kurzfristige Entwicklung ihrer Produktion nicht abschätzen. Doch dieser Wert steigt in der Sechsmonatsperspektive auf 20 Prozent. Die Unternehmen haben große Probleme die Entwicklung ihrer internationalen Hauptabsatzmärkte einzuschätzen. Außerdem ist noch nicht klar, bis wann die Lieferketten wieder funktionieren bzw. in welchen Regionen ausgefallene Lieferanten ersetzt werden können.

Mit Italien, Großbritannien und den USA befinden sich drei entscheidende steirische Exportmärkte in einer besonders schwierigen Situation. Auch die für den Personenverkehr nur eingeschränkt passierbaren Grenzen tragen zum Produktionsrückgang bei. Mangels internationaler Reisemöglichkeiten können etwa Auslandsbaustellen nicht betreut werden. Das gleiche gilt für Wartungsarbeiten bei internationalen Kunden. Auch die Vertriebstätigkeit erfolgt derzeit nur äußerst eingeschränkt.

Der Nachfrageeinbruch hat viele Unternehmen dazu veranlasst, die Investitionen zu stoppen. Entscheidend ist aus Sicht der IV-Steiermark daher ein investitions- und wachstumsfreundliches Klima. »Neue Steuern würden beides behindern«, ist Gernot Pagger überzeugt.

Trotzdem gäbe es auch Gründe für eine neue Zuversicht. So sei es Österreich gelungen, einen raschen Weg aus der Krise einzuschlagen. »Das Aufrechterhalten der Produktion in den vergangenen Wochen, das nunmehrige geordnete Wiederhochfahren der restlichen Wirtschaft und damit verbunden eine frühzeitige Lieferfähigkeit der österreichischen Unternehmen ist eine Chance, sich nachhaltig erfolgreich auf den Märkten zu positionieren«, ist der IV-Geschäftsführer überzeugt.

[Foto: Rob Lambert/Unsplash]

 
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