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Die Arbeit hoch

| 11. Mai 2021 | Keine Kommentare
Kategorie: Fazit 172, Fazitthema

Illustration: Adobe-Stock

Sie ist unser wertvollstes immaterielles Gut: die Arbeit. Unsere Jobs sind die Basis aller Selbstdefinition, Lebensgrundlage und Gesellschaftsgestaltung. Eine Bestandsaufnahme von Johannes Roth.

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Wenn am 1. Mai der Tag der Arbeit begangen wird, dann muss man festhalten: Fast eine Million Menschen ist derzeit entweder arbeitslos oder in Kurzarbeit. Und auch die Glücklichen, die nach wie vor (oder wieder) arbeiten dürfen, haben dank Telearbeit und Home Office eine andere Vorstellung davon erhalten, was »Arbeit« sein kann. Gleichzeitig gab es aber auch noch nie so viele Inserate und Werbespots, mit denen Unternehmen nach Lehrlingen und Fachkräften suchen.

Nähert man sich dem Thema Arbeit über den 1. Mai, dann ist zunächst ein historischer Exkurs über den Arbeitsfeiertag angebracht. Der nämlich fand seinen Ursprung in der versuchten Durchsetzung einer Arbeitszeitverkürzung. Damals war es der Achtstundentag, der im Rahmen eines Generalstreikes, den die nordamerikanische Arbeiterbewegung ab dem 1. Mai 1886 ausgerufen hatte, erzwungen werden sollte. Was zunächst friedlich begonnen hatte, mündete zwei Tage später in die blutigen »Haymarket Riots«. Seither gilt der 1. Mai als Kampftag der Arbeiterschaft. In Österreich war man damals vom Achtstundentag noch weit entfernt gewesen; 1885 freute man sich gerade über die Einführung der 66-Stundenwoche. Diese war vor allem im gründerzeitlichen Wien mit seinen erbärmlichen Lebensbedingungen für die arbeitende Klasse tatsächlich eine bahnbrechende Errungenschaft gewesen. Erst 1918 beschloss man hierzulande die 48-Stundenwoche; 1959 wurde die 45-Stundenwoche und erst 1975 die 40-Stundenwoche eingeführt.

Arbeitszeitverkürzung wenig erfolgreich
Die wöchentliche Arbeitszeit hat auch heute noch besondere Bedeutung. Während Gesetzesänderungen jüngeren Datums den Arbeitgebern die Möglichkeit einräumt, die Wochenarbeitszeit bei Bedarf auf 60 Stunden auszuweiten, mehren sich Stimmen, die eine 30-Stundenwoche fordern. Dabei haben sich weitere Arbeitszeitverkürzungen, deutlich unter 40 Stunden, in Frankreich oder Schweden bislang als nicht sonderlich erfolgreich erwiesen.

Dennoch steht die 30-Stundenwoche nicht zuletzt im Kontext der fortschreitenden Digitalisierung im Raum. Wo Maschinen 24 Stunden am Tag arbeiten können, muss der Mensch nicht mehr so viel Zeit erübrigen, um eine gleichbleibende Produktivität zu gewährleisten. Dem steht ein globales wirtschaftliches Umfeld entgegen, in dem eine verkürzte Arbeitszeit bei steigenden Personalkosten den heimischen Standort zunehmend unattraktiv macht. China etwa prognostiziert für heuer ein Wirtschaftswachstum von 18 Prozent. Mit solchen Märkten zu konkurrieren, ist für den produzierenden Sektor schon jetzt schwer genug. Wenn man zusätzlich über die Finanzierung sozialer Experimente im Bereich der Arbeitszeit nachdenken muss, ist ein fairer globaler Wettbewerb kaum mehr möglich.

Andererseits: Eines der stärksten Argumente für die 30-Stunden-Woche ist der Erhalt von Arbeitsplätzen. Befürworter dieser Denkschule bemühen an dieser Stelle gerne den Vergleich mit der industriellen Revolution. Wo schlecht bezahlte Jobs wegfielen, da entstanden – oft in anderen Branchen – mehr und bessere Jobs. Aber wird das im Laufe der digitalen Revolution und der Automatisierung, die wir gerade erleben, wieder so sein?
Optimisten meinen: Viele werden zwar ihren Job verlieren, weil sie am Fließband (oder in ähnlichen Bereichen ohne größere Qualifikationserfordernis) durch Roboter ersetzt werden können. Ein Berufsbild wie etwa »Social-Media-Manager« werde aber ein Berufsbild wie »Fließbandarbeiter« mittelfristig ersetzen. Kritiker merken jedoch an, dass es viel mehr Fließbandarbeiter sein werden, die ihre Jobs verlieren, als jemals Social-Media-Manager gebraucht werden und das genau keine Hilfe für minderqualifizierte Arbeiter wäre, die gerade ihren Job an die Automatisierung verloren hätten.

Realer Arbeitskampf bei MAN
In der Gegenwart ist diese Diskussion noch ein wenig akademisch. Denn die aktuellen Probleme der Arbeitswelt sind noch ziemlich die gleichen wie in der Vergangenheit. Das zeigt sich am Beispiel MAN in Steyr. Dort ist dem VW-Konzern als Eigentümer die Produktion zu teuer geworden. Daher steht die Schließung im Raum. Einem Übernahmeangebot von Siegfried Wolf, das einen großen Teil der Arbeitsplätze (wenn auch zu schlechteren Bedingungen) erhalten hätte, erteilte die Belegschaft eine Absage. Sie vertraute lieber der Arbeitnehmervertretung, die staatliche Hilfen für das Werk anstelle der Wolfschen Bedingungen in Aussicht stellte.

Es sei der richtige Schritt gewesen, nein zum Angebot von Wolf zu sagen, ist der Sozialsprecher der SPÖ, Josef Muchitsch, überzeugt. Muchitsch: »Die Arbeitnehmer sollen auf Löhne verzichten, und parallel dazu werden Unternehmerförderungen mit Steuergeldern ausgeschüttet, ohne dies an Bedingungen zu knüpfen. Letztendlich wird der Betrieb dann nach Jahren geschlossen, weil ein paar Manager das am Reißbrett so entschieden haben – das geht nicht.« Das Kno-how müsse in Österreich bleiben, der Know-how-Ausverkauf in Billigstländer müsse gestoppt werden. Man habe oft erlebt, dass heimische Fachkräfte ihre »Nachfolger« in einem Billiglohnland auch noch auf jenen Maschinen einschulen mussten, die man zuvor aus Österreich abtransportiert hat. »Es geht hier um Tausende Arbeitsplätze in Österreich und um die Wertschöpfung ganzer Regionen. Konzerne haben eine Verantwortung gegenüber ihren MitarbeiterInnen. Wenn keine ordentliche Weiterführung eines Betriebes wie MAN durch Nachfolger möglich ist, muss der Staat eingreifen. Ich erinnere mich an die GBI [Anmerkung: Gesellschaft des Bundes für industriepolitische Maßnahmen], welche in den Neunzigerjahren genau solche Problemfirmen fortgeführt, saniert und dann wieder dem privaten Markt übergeben hat – ein Beispiel dafür war die Firma Assmann im Jahr 1993. Das braucht es auch jetzt.«

Der steirische Wirtschaftskammerpräsident Josef Herk sieht das anders: »Für gefährlich halte ich die Forderungen nach einer Staatsbeteiligung. Sozialistische Konzepte zur Rettung von Unternehmen haben noch nie funktioniert. Ein Hauptproblem in der Causa MAN sind letztlich die hohen Arbeitskosten. Darum fordern wir bereits seit Jahren eine Senkung der Lohnnebenkosten.« Der Staat tut sich jedoch schwer, dieser Forderung nachzugeben. Denn beinahe ein Drittel der Steuereinnahmen kommen aus der Besteuerung von Arbeit. Von den rund 100 Milliarden Euro, die der österreichische Fiskus 2020 eingenommen hatte, brachten 28,6 Milliarden die Lohn- und Einkommensteuer.

Umverteilung und Transferzahlungen
Die Forderung nach staatlicher Hilfe für MAN spiegelt eine Haltung wider, die davon ausgeht, dass der Staat für persönliche Schicksale in Haftung genommen werden kann. In einem Sozialstaat berührt das natürlich auch die Umverteilungsproblematik und die Transferzahlungen. Herk: »Wir leben in einer Zeit der staatlichen Vollkaskomentalität. Was auch immer passiert, der Staat wird’s schon richten – so die landläufige Meinung. Dass der Staat aber wir alle sind, und dass der Wohlstand, den wir uns mit Fleiß und unternehmerischem Mut aufgebaut haben, nichts Gottgegebenes ist, wird gerne zur Seite geschoben. Darum machen wir uns auch für mehr Leistungsanreize stark, gerade am Arbeitsmarkt. Denn hier stellen wir eine zunehmende Schieflage fest.«

MAN zeigt aber auch, dass die Bruchlinien zwischen Unternehmern und Arbeiterschaft immer noch existieren. Und obwohl das Klischee von kuponschneidenden Kapitalisten auf der einen und ausgebeuteten Proletariern auf der anderen Seite bestenfalls als Karikatur taugt, ist klar:  Reich wird man mit Arbeit nicht. Die mittleren Jahresnettoeinkommen der knapp 4,6 Millionen unselbstständig Beschäftigten beliefen sich 2019 auf 22.104 Euro. Setzt man das in Relation zu Immobilienpreisen, wird deutlich, wie schwer es ist, sich durch Arbeit Eigentum zu schaffen. An dieser Stelle darf man sich aber nicht der Illusion hingeben, dass ein Leben in selbstständiger Erwerbstätigkeit zwangsläufig reicher macht. Im Gegenteil: Laut Statistik Austria betrugen die mittleren Jahreseinkünfte der Selbstständigen vor Steuern nur 13.101 Euro, wobei Frauen 8.396 Euro erzielten und Männer 18.024 Euro. Gerade für viele EPU geht es nicht um Profitmaximierung, sondern vor allem darum, irgendwie über die Runden zu kommen.

Ein Schritt in die richtige Richtung
So gesehen hat man es als unselbstständig Erwerbstätiger deutlich besser. Von einem Mindestlohn, wie ihn die Sozialpartner in die meisten Kollektivverträge hinein verhandelt haben (derzeit 1.500 Euro), können EPU nur träumen. »Ein über alle Kollektivverträge festgelegter Mindestlohn«, hält AK-Präsident Pesserl dazu fest, »ist zweifellos ein Schritt in die richtige Richtung. Abgeschlossen kann dieser Prozess aber nie sein.« So werde es auch in Zukunft laufend notwendig sein, die Mindestlöhne anzupassen. Christopher Drexler, Obmann des steirischen ÖAAB, widerspricht ihm nicht. »Jedenfalls ein wichtiger Schritt. Allerdings gibt es immer noch viele Branchen, die nicht kollektivvertraglich geregelt sind und in denen man teils noch weit von einem gerechten Mindestlohn entfernt ist.« Wichtig sei jedenfalls, dass die Höhe des Mindestlohnes in Relation zu den Transferleistungen gebracht werde. Es müsse, so Drexler, »ein deutlicher Unterschied zwischen Einkommen aus Erwerbsarbeit und aus Transferleistungen gesichert werden.« Nur dann würde sich Leistung wirklich lohnen. In diesem Zusammenhang, so der ÖAAB-Obmann, sei auch eine gesellschaftliche Veränderung bemerkbar, die immer deutlicher spürbar werde. »Dass mehr Freizeit wichtiger ist als ein höheres Einkommen. Solche Entwicklungen erfordern eine gesamtgesellschaftliche Betrachtung und Diskussion«, ist Drexler überzeugt.

Geld ist nicht alles
Apropos Motivation: 60 Prozent der WK-Mitglieder sind mittlerweile Einpersonenunternehmen, Anfang 2019 in absoluten Zahlen waren es österreichweit 316.000, davon 47.000 in der Steiermark. Viele gehen als EPU in die Selbstständigkeit, weil sie Angst vor Arbeitslosigkeit haben, weil sie es an ihrem Arbeitsplatz nicht mehr aushalten oder weil sie sich in ihren Aufstiegsmöglichkeiten beschnitten sehen. Dass man aus der Arbeitslosigkeit heraus in die Selbstständigkeit gedrängt werde, ist eine These, die die Wirtschaftskammer so nicht stehen lassen will. »Im vergangenen Jahr haben sich trotz Corona 4.487 Steirerinnen und Steirer selbstständig gemacht. Ein bemerkenswerter Rekord«, findet Josef Herk. Hauptmotiv der Gründer, zitiert Herk eine hauseigene Studie, sei für 70 Prozent der Wunsch gewesen, ihr eigener Chef zu sein. »Freilich gibt es auch Fälle, wo aus der Not heraus gegründet wird, doch das ist die absolute Ausnahme. Vielmehr geht es um Eigenverantwortung und Selbstständigkeit, wie unsere Gründerumfragen belegen«, so der WK-Präsident.

Unabhängigkeit, Selbstverwirklichung und flexible Zeiteinteilung sind die größten Assets, die man einem Leben als EPU zuschreibt – die Hoffnung auf ein höheres Einkommen, das auch das Unternehmerrisiko abdeckt, gehört nicht dazu. Wer sich entschließt, als EPU zu arbeiten, tut dies sehr oft als Personenberater und Personenbetreuer, im Direktvertrieb oder als persönlicher Dienstleister. Zweifel daran, dass der Schritt in die Selbstständigkeit wirklich erfolgt, weil man auf der Maslowschen Bedürfnispyramide bereits ganz oben angekommen ist, dürften nicht ganz unberechtigt sein.

Selbstverwirklichung und die Generation Y
Selbstverwirklichung ist eher ein Thema der neuen Arbeitswelten. Der der Millennials zum Beispiel. Der »Generation Y«, die zwischen 1980 und 1999 geboren wurde, attestiert man gemeinhin eine völlig andere Arbeitsmoral als der »Generation X« – damit sind die zwischen 1965 und 1980 Geborenen gemeint. Zwar ist auch die Generation Y keine homogene Gruppe mit einheitlichen Arbeits- und Moralvorstellungen. Ihre Angehörigen haben als Erste den digitalen Wandel von Kindesbeinen an mitbekommen und werden daher als »Digital Natives« bezeichnet. Naheliegend ist daher, dass sie auch andere Lebensprioritäten und Arbeitseinstellungen haben als die vor ihnen Geborenen. Ihnen ist bei überdurchschnittlich guter Ausbildung die Work-Life-Balance deutlich wichtiger als Karriere oder Einkommen; es sei eine Generation »zwischen Sinnsuche und Sicherheitsbegehren«, wie die deutsche Heinrich-Böll-Stiftung die Lebenswelt der Generation Y zusammenfasst, der die Freude an der Arbeit und genügend Freizeit offenbar wichtiger sind als Einkommen und Fortkommen.

Tatsache ist, dass man alleine von Work-Life-Balance nicht wirklich gut leben kann. Zumal die Einkommensunterschiede immer stärkere Ausprägungen annehmen. Dabei geht es gar nicht um die Schere zwischen Reich und Arm, sondern immer öfter um den unteren Rand einer Mittelschicht, die alleine durch Fleiß nicht mehr verhindern kann, den Anschluss zu verlieren. Über dieser Bevölkerungsgruppe schwebt das Damoklesschwert des sozialen Abstiegs. Eine immer striktere Regulierung des Arbeitsmarktes und eine immer stärker werdende Forderung nach Umverteilung sollen dieses Auseinanderdriften einer Gesellschaft verhindern. Denn aus eigener Kraft ist der Aufstieg durch Arbeit oft nicht mehr schaffbar. Das alarmiert auch den steirischen AK-Präsidenten Josef Pesserl: »Seit Jahrzehnten ist zu beobachten, dass der Anteil der Arbeitseinkommen am gesamten Kuchen sinkt, während die arbeitslosen Einkommen aus Gewinnen steigen. Dieser ungesunden Entwicklung muss gegengesteuert werden. Beispielsweise durch eine Finanztransaktionssteuer und eine einheitliche, faire Besteuerung von Konzernen. Eine strikte Regulierung des Arbeitsmarktes sehe ich nicht, ganz im Gegenteil. Im europäischen Vergleich ist der österreichische Arbeitsmarkt eher wenig reguliert«, so Pesserl. Parteikollege und Bau-Holz-Gewerkschaftsboss Josef Muchitsch stößt naturgemäß in dasselbe Horn: »Es ist genug Geld vorhanden – österreichische Firmen behaupten sich gut im internationalen Vergleich. Die Abwanderung in Billigstlohnländer muss verstärkt verhindert werden.« Hier habe vor allem die EU versagt. »Ein europäisches Wirtschaftssystem, in dem es immer noch derart große Lohn- und soziale Unterschiede gibt, kann nicht funktionieren«, so Muchitsch. Innerhalb der EU müsse also die soziale Verantwortung größer werden – aus einer Wirtschaftsunion müsse endlich auch eine Sozialunion zum Wohle aller Europäer werden. Dass Arbeit nicht mehr das geeignete Mittel sei, sozialen Aufstieg zu schaffen, fordert heftigen Widerspruch von ÖAAB-Obmann Christopher Drexler heraus: »Ich teile diesen dystopischen Ansatz keineswegs. Natürlich ist es möglich, durch Arbeit und aus eigener Kraft etwas zu schaffen. Außer Frage steht, dass sich vieles verändert und verschiebt – auch gesellschaftlich. Die ökosoziale Marktwirtschaft – teils neu und moderner gedacht – ist für mich der Fels in der Brandung und vernünftige Grundlage einer Arbeitswelt, die alle Chancen bietet.«

Arbeitswelt der Zukunft
So weit, so klar. Wie aber sieht die ideale Arbeitswelt der Zukunft aus? Die Coronakrise, darin ist man sich einig, bringt der Telearbeit einen Schub. Das gibt zwar der »Vereinbarkeit von Beruf und Familie« Auftrieb, wirft aber neue Probleme auf. Die Frage der Betreuung von Kindern stellt sich mehr denn je. Auch wird man Großraumbüros ebenso überdenken müssen wie ausschließliches »Remote Working« – damit sind digital unterstützte ortsungebundene Arbeiten gemeint –, denn kreative Gruppenprozesse sind in beiden Organisationsformen nicht wirklich durchführbar. Ohne Rückzugsmöglichkeit sinkt die Produktivität, ohne kommunikativen Austausch ebenso. Josef Muchitsch reduziert seine Vorstellung von der Arbeitswelt der Zukunft auf die Frage »Arbeiten wir, um zu leben, oder leben wir, um zu arbeiten«. Das müsse klar mit »Wir arbeiten, um zu leben« beantwortet werden, so Muchitsch. »Die Zusammenarbeit zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern muss auf Augenhöhe passieren. Denn keiner kann ohne den anderen. Der Slogan ‚Geht’s der Wirtschaft gut, geht’s den Menschen gut‘ stimmt nur, wenn auch auf die andere Seite geachtet wird: Nur wenn es den Menschen gut geht, geht es der Wirtschaft wirklich gut. Weniger Arbeit, mehr Freizeit bei fairen Löhnen und ein verantwortungsvoller Umgang mit den Auswirkungen der neuen Arbeitswelt – ohne das geht’s nicht«, ist er überzeugt.

Die Frage, wie man die Lücke zwischen den auf dem Arbeitsmarkt nachgefragten Qualifikationen und dem von den Arbeitssuchenden angebotenen Wissen nachhaltig schließen kann, rückt zwar in den Fokus der Arbeitsmarktpolitik, bleibt aber – wie die steigende Zahl der Langzeitarbeitslosen untermauert – letztlich ungelöst.

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Fazitthema Fazit 172 (Mai 2021), Illustration: Adobe-Stock

 
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