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Inflation: Deutschland fällt um!

| 11. Mai 2012 | Keine Kommentare
Kategorie: Allgemein

Was in Südeuropa bis zur Euroeinführung gang und gäbe war, nämlich Schulden weg zu inflationieren statt sie zu bezahlen, geht seit der Euroeinführung nicht mehr. Ein Jahrzehnt lang war es der Bundesbank – mit Unterstützung aus Österreich und Holland – gelungen, entsprechende Attacken der Weichwährungsapologeten zumindest abzufedern.

Doch damit scheint nun Schluss zu sein. Ab sofort hält die Bundesbank einen „moderaten Anstieg der Verbraucherpreise in Deutschland für akzeptabel“. Damit ist klar, was in den nächsten Monaten und Jahren passieren wird: Die ohnehin künstlich geschönten Inflationswerte der Eurozone werden in die Höhe schießen. Selbst die zugegebene Geldentwertung, die schon jetzt ungefähr das Dreifache der Zinsen für täglich fällige Einlagen ausmacht, wird sich zumindest verdoppeln. Dabei lag die echte Inflation in den letzten Jahren bereits deutlich höher. Legt man etwa die Kosten für einen Wocheneinkauf zugrunde beträgt die langfristige Preissteigerung zwischen vier und sechs Prozent und liegt somit deutlich über sämtlichen Lohnabschlüssen aber auch den real erzielbaren Renditen für Sparbücher, Anleihen und die meisten Aktien.

Die Spareinlagen der Eurozone liegen derzeit bei 17 Billionen Euro. Ein Anstieg der Inflation um drei Prozent kostet die Sparer somit 510 Milliarden Euro. Gleichzeitig können die Euroländer dadurch jährlich etwa 250 Milliarden Euro Schulden einfach wegschmelzen – in vier Jahren also den Wert der gesamten Eurorettungspakete. Eine gefährliche Versuchung der angesichts des Schuldendebakels der öfentlichen Haushalte weder Notenbanker noch Politik widerstehen können.

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