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Urlaub oder kein Urlaub, das ist nicht die Frage!

| 25. April 2009 | Keine Kommentare
Kategorie: Editorial, Fazit 52

»Kann man in diesem fremdenfeindlichen Land noch ruhigen Gewissens Urlaub machen?« fragt der österreichische Journalist Florian Klenk in einem Artikel für das Magazin der Süddeutschen Zeitung (online unter www.florianklenk.com). Natürlich darf man angesichts der Erfolge der Rechtspopulisten in Kärnten eine solche Frage stellen. Vielleicht sollte man das sogar. Ein Journalist jedenfalls. Und der in vielerlei Braunschattierungen gefärbte Besuch Klenks im kärntnerischen Großkirchheim beim dortigen BZÖ-Bürgermeister Peter Suntinger zeigt deutlich auf, dass dieses »posthaiderische Kärnten« zumindest »anders« tickt.

Er zeigt aber auch auf, dass Florian Klenk offenbar  gerne das sehen will, auf das deuten will, was ihm bereits klar war, bevor er sich den Mühen eines Interviewtermins unterzogen hat. Etwa läßt Klenk schon im Titel, »Das No-go-Idyll«, sein rechtes Bild von Kärnten erkennen. Jedenfalls hat er sich mit seinem Text nicht besonders beliebt gemacht in Kärnten; das muss er auch nicht.

Vielleicht wäre es aber an der Zeit, einen Schritt weiterzugehen. Zumindest innezuhalten und versuchen, einen Ausweg aus diesem Dilemma zu finden. Diesem in letzter Konsequenz natürlich kontraproduktivem Verkürzen eines ganzen Landes – oder auch nur einer demokratisch gewählten Mehrheit – als »rechtsextrem«. (Mir etwa, der ich jedes Wochenende im kärntnerischen Wolfsberg bin, dort mit zahlreichen Musliminnen und Muslimen gemeinsam beim Merkur, Billa oder Hofer einkaufe, stellt sich die Situation nicht ganz bzw. gar nicht so dar, wie sie von Klenk geschildert wird. Aber das wäre auch wieder nur ein persönlicher Eindruck.)

Die Politik, die beiden »großen Volksparteien« – so sie diese Bezeichnung überhaupt noch verdienen – sind aufgefordert, endlich diesem Dilemma zu begegnen. Denn worum geht es wirklich? Um Zuwanderung! Und um die damit verbundenen Probleme, die es in Österreich gibt. (In Kärnten in weit geringerem Ausmaß als etwa in Wien natürlich.)

Und darum, dass alleine das Aussprechen dieser Tatsache sicher reicht, dass sich etwa ein Funktionär der Grünen finden könnte, der mich des »Rechtsextremismusses«, »Rassismusses« oder eines sonstigen »Ismusses« bezichtigt. 80 Prozent der österreichischen Jugendlichen geben an (gut, eine Statistik), »schlechte Erfahrungen mit (jugendlichen) Migranten« gemacht zu haben (was immer das heißen mag). 80 Prozent der österreichischen Jugendlichen sind keine irgendeinem »Ismus« verfallenen, dumpfen Idioten! SPÖ und ÖVP müssen das Thema »Integration« endlich und unverzüglich prioritär behandeln. Ansonsten droht die Gefahr, von der einen direkt in die nächste Krise zu stürzen.

Editorial, Fazit 52 (Mai 2009)

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